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MT sichert sich Pokalqualifikation

Der siebenfache Torschütze Michael Allendorf im letzten Saisonspiel der MT Melsungen gegen den TBV Lemgo Lippe (09.06.19). Foto: Alibek Käsler
Der siebenfache Torschütze Michael Allendorf im letzten Saisonspiel der MT Melsungen gegen den TBV Lemgo Lippe (09.06.19). Foto: Alibek Käsler

Kassel. Die MT hat sich durch einen 31:27 (16:13)-Erfolg über den TBV Lemgo-Lippe den 5. Platz in der DKB-Handball-Bundesliga gesichert und damit zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte die Qualifikation für die Europapokal-Teilnahme geschafft.

Kontrolliert und unspektakulär

Vor ausverkauftem Haus in der Kasseler Rothenbach-Halle ließen die Nordhessen von Beginn an keine Zweifel daran aufkommen, wer das Parkett als Sieger verlassen würde. Über weite Strecken unspektakulär, dabei äußerst kontrolliert und jederzeit Herr im eigenen Hause überzeugtem die Gastgeber mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Aus der Michael Allendorf mit sieben blitzsauberen Treffern aus dem Feld sowie Torhüter Nebojsa Simic mit 17 gehaltenen Bällen leicht herausstachen. Für den TBV war Tim Hornke mit acht Treffern, davon fünf von der Siebenmeterlinie, erfolgreichster Schütze.

Gedenkminuten für Schach und Lübcke

Los ging es still und ruhig mit einer Gedenkminute für Kassels Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke und Nordhessen-Regionalmanager Holger Schach. Auf dem Feld anschließend war direkt Betrieb und schnelles Spiel angesagt. Bei dem Nebojsa Simic Tim Hornke gleich den ersten Versuch von Rechtsaußen wegnahm, Lasse Mikkelsen im Gegenzug nur den Pfosten traf und Simic auch im zweiten Lemgoer Anlauf, diesmal gegen Dani Baijens, Sieger blieb. Als schließlich Tim Hornke per Siebenmeter den ersten Treffer der Begegnung landete, waren trotz der Aktionen zuvor erst knapp mehr als 60 Sekunden vergangen.

Tore im Minutentakt gab es auch weiter zu bestaunen. Wobei sich schnell herausstellte, dass die MT-Protagonisten das bessere Zielwasser getrunken hatten. Allzu oft landeten die Versuche der Lipperländer neben dem Pfosten oder über der Latte; sicherlich mit ein Verdienst der aufmerksamen Deckung um Felix Danner und Philipp Müller im Innenblock. Dass es nach –Michael Allendorfs 4:2 (6.) und Felix Danners 6:3 (10.) mit dem weiteren Ausbau des Vorsprungs erst einmal stockte, lag am starken Piotr Wyszomirski zwischen den Pfosten des TVB, der einige Male zur Stelle war, als Melsunger frei und zum Einwurf bereit vor ihm auftauchten.

Von der Latte zurückgetropft

Mit glänzender Übersicht überzeugte Domagoj Pavlovic im Angriff der Gastgeber. Das 7:4 (11.) war bereits sein zweiter Streich, am 8:5 von Felix Danner drei Minuten später hatte er mit seinem überragenden Pass an den Kreis großen Anteil. Ähnlich stark war der Eindruck, den Michael Allendorf hinterließ. Als Tobias Reichmanns Heber nach vorangegangenem Kempa-Anspiel von der Latte ins Feld zurücktropfte, war er reaktionsschnell zu Stelle und verwandelte zum 9:6 (18.). Noch spektakulärer das 11:8 des Linksaußen, als er Mühe hatte, den langen Pass nach Simic-Parade unter Kontrolle zu bringen, dann aber Piotr Wyszomirski mit einem artistisch anmutenden Dreher überwand (21.).

Zwischenzeitlich waren die Ostwestfalen sogar auf einen Treffer heran gewesen, vermochten daraus aber keine nahhaltige Kraft zu ziehen. Im Gegenteil zog die MT immer dann ihr Spiel etwas an, wenn der Schlendrian zu stark zu werden drohte. Man hatte zu keiner Zeit den Eindruck, als könne an diesem Tag irgendetwas schief gehen für die Nordhessen. Deren großes Plus war die Ausgeglichenheit des Kaders. Was sich an neun unterschiedlichen Torschützen schon in der ersten Halbzeit ablesen ließ. Die brachten die schon früh herausgeworfenen drei Tore Vorsprung recht locker in die Halbzeitpause.

Konzentration in der Kabine geblieben

Die Abschlussschwäche der Gäste eröffnete auch den zweiten Durchgang. Christian Klimek setzte das Leder vom Kreis völlig frei und unbedrängt über die Latte. Weil die Konzentration der Melsunger aber scheinbar in der Kabine geblieben war, kam der TBV zu zwei leichten Ballgewinnen vor der Abwehr, die beide als erfolgreich abgeschlossene Gegenstöße in den Maschen landeten (33.). Wieder war es nur noch ein Tor Abstand, wieder war die Gangschaltung der MT gefragt.

Die arbeitete weiter zuverlässig. Erst nahm sich Simon Birkefeldt ein Herz zum 17:15, dann als Christian Klimek mit der ersten Zeitstrafe des Tages draußen saß, legte Tobias Reichmann nach. Gleich zweimal sogar, denn einen gewonnenen Ball versenkte er quer über das gesamte Spielfeld im Lemgoer Kasten, den Wyszomirski zu Gunsten eines ergänzenden sechsten Feldspielers verlassen hatte – erstmals lag die MT nun sogar vier vor (19:15, 37.).

Lemgo mit Geschick und Ruhe

Es gehörte irgendwie zum gleichförmigen Ablauf des Tages, dass Christian Klimek und Tim Hornke sofort wieder im Doppelpack antworteten. Und dass nur kurz darauf Michael Allendorf ebenfalls gleich zweimal nachlegte – 22:18 (44.). Wirkliches Leben kam erst in Partie und Halle, als erst Dani Baijens für zwei Minuten raus musste und nur wenige Sekunden darauf Robin Hübscher das Bein gegen Tobias Reichmann stehen ließ – ebenfalls zwei Minuten. Doppelte Überzahl also für die MT, die Florian Kehrmann nach verwandeltem Siebenmeter durch Lasse Mikkelsen zur Auszeit nutzte (47.).

Mit Geschick und sehr viel Ruhe überstand Lemgo diese kritische Phase ohne weitere Gegentore. Hätte seinerseits sogar per Strafwurf verkürzen können, den aber Nebojsa Simic gegen Tim Hornke parierte. Statt nach Philipp Müllers 25:21 (49.) langsam in den Entscheidungsmodus umzuschalten, leisteten sich die Hausherren die nächsten Nachlässigkeiten. Sofort stellten Dani Baijens und Christian Klimek den Anschluss wieder her, es blieb – zumindest was das rein zahlenmäßige anging, spannend.

Parade um Parade

Vielleicht wäre es auch tatsächlich noch einmal spannend und eng geworden, wenn sich nicht Simic im Verlauf der Partie immer weiter gesteigert hätte. Er schraubte sein persönliches Erfolgskonto Parade um Parade nach oben, während die Kollegen aus dem Feld darauf zu achten schienen, dass der Vorsprung nie zu hoch würde. Nach der letzten Annäherung von Dani Baijens zum 27:25 (54.) schraubten Michael Allendorf und, unter riesen Jubel von den Rängen, Youngster Dimitri Ignatow kurzerhand wieder auf 29:25 hoch. So dass nun auch Lemgo sich in sein Schicksal ergab und anerkannte, dass sie zwar mit einer ansprechenden Leistung immer in Reichweite geblieben waren, ohne aber im Verlaufe des Spieles eine echte Chance auf Zählbares gehabt zu haben.

Trainerstimmen zum Spiel

Florian Kehrmann: „Vielen Dank an das Publikum für diese tolle Stimmung, die beiden Mannschaften bereitet wurde. Es war nochmal ein schönes Handballspiel zum Saisonabschluss. Wir haben die MT lange Zeit geärgert. Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil wir heute in einer sehr kleinen Besetzung gekommen sind, wobei sogar Außen im Rückraum spielen mussten. Angesichts des Verletzungspechs, das wir in dieser Saison hatten, können wir mit dem Erreichten zufrieden sein.“

Heiko Grimm: „Mit diesem Sieg haben wir den fünften Tabellenplatz gesichert – mit vier Punkten Vorsprung vor dem Verfolger – und wir spielen nächste Saison europäisch. Das ist ein Erfolg, den wir aufgrund der vielen Ausfälle nicht erwarten durften. Das hat sich diese Mannschaft mehr als verdient. Uns ist bewusst, dass wir damit auch wiederum die Erwartungen nach oben schrauben. Aber es ist ja auch unser Ziel, uns kontinuierlich weiter zu entwickeln. Es darf irgendwann gern auch ein Platz unter den ersten Dreien sein.“

Statistik

MT Melsungen: Simic (17 Paraden / 26 Gegentore), Sjöstrand (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.); Maric 4, Lemke, Reichmann 4/1, Ignatow 1, Kunkel, Mikkelsen 1/1, Danner 3, P. Müller 2, Schneider 1, Allendorf 7, Birkefeldt 3, M. Müller 3, Sidorowicz, Pavlovic 2 – Trainer Heiko Grimm.

TBV Lemgo-Lippe: Wyszomirski (8 P. / 24 G.), Johannesson (3 P / 7 G.); Guardiola 3, Ebner 1, Theuerkauf, Hornke 8/5, Hübscher 2, Schalles, Hangstein, Engelhardt, Rose, Klimek 3, Zieker 6, Baijens 4 – Trainer Florian Kehrmann.

Schiedsrichter: Marcus Hurst / Mirko Krag (Oberursel / Frankfurt)

Zeitstrafen: 6 – 8 Minuten (Danner 43:26, P. Müller 55:11, Allendorf 58:14 – Klimek 35:12, Baijens 45:54, Hübscher 46:15, Theuerkauf 54:37)

Strafwürfe: 1/1 – 6/5 (Hornke scheitert an Simic 47:33)

Zuschauer: 4.300 in der Rothenbach-Halle, Kassel (ausverkauft).

(red)



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