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In NATO-Bunkern wachsen jetzt Pilze

Von links: Jonas Korell (Bürgermeister der Gemeinde Ottrau), Heinz Rühl, Engin Eroglu MdEP, und Michael Kurz (Ortsvorsteher Immichenhain). Foto: nh

Ottrau. Vorige Woche besuchte der Europaabgeordnete und Kreisvorsitzende der FREIE WÄHLER Schwalm-Eder die Firma DRUID. Er wurde begleitet von Ottraus Bürgermeister, Jonas Korell, dem Ortsvorsteher Immichenhains, Michael Kurz, und vom Vorsitzenden der FREIE WÄHLER Schwalmstadt, Matthias Reuter.

Edelpilze hinter halbmeterdicken Wänden

Die Besucher konnten hier einen interessanten Einblick in die Kultivierung von Edelpilzen bekommen wobei Heinz Rühl auf anschauliche Weise erklärte wie aus seinem Hobby der Haupterwerb seiner Landwirtschaft wurde.

Ein altes Nato-Gelände in Nordhessen bot die perfekten Voraussetzungen für die Austernpilzzucht. In den 18 Bunkern mit halbmeterdicken Betonwänden wachsen heute friedlich Pilze dort, wo einst Ausrüstung und Waffen amerikanischer Soldaten gelagert wurde.

Heinz Rühl (re.) erläutert dem EU-Parlamentarier Engin Eroglu, was sich heute in den alten Bunkern abspielt. Foto: nh

Familiär, regional und bio

DRUID ist bis heute familiengeführt und fest in Hessen verankert. Seit über 30 Jahren ist das Unternehmen am Markt, und seit mittlerweile zehn Jahren produziert der Betrieb ausschließlich in Bioland-Qualität. Die Auflagen hierfür gehören mit zu den strengsten Bio-Zertifizierungen in Deutschland, denn laut den EU-Rechtsvorschriften für ökologischen Landbau sind in der Bio-Pilzzucht Pestizide verboten – zum Beispiel bei Fliegenbefall chemische Reinigungsmittel. Das erfuhr der Landesvorsitzende der FREIE WÄHLER, Engin Eroglu, bei der Besichtigung der Bunkeranlage.

Keine gespritzten „Vitaminchen“

„Die Pilze werden nicht gespritzt und bekommen auch keine ‚Vitaminchen‘ gespritzt, um schneller zu wachsen. Alles, was sie bekommen, sind Licht, Luft, Wasser und den besten Nährboden, den ein Pilz sich wünschen kann, erklärt Heinz Rühl.

Auch das benötigte Stroh kommt ausschließlich von Bioland-Bauern aus Nordhessen – Der Europaabgeordnete begrüßte hier die regionale Zusammenarbeit der Landwirte vor Ort und erörterte dabei auch viele Themen zur politischen Lage der Landwirtschaft in Europa, dem Land der starken Regionen.

Reihenweise Pflanzballen erfüllen die alten Militäranlagen mit neuem Leben. Foto: nh

30 Jahre Zuchterfahrung

Einen weiteren wichtigen Qualitätsunterschied zwischen wilden und gezüchteten Pilzen macht das Wie der Zucht. Und genau hier bringt Rühl mittlerweile gut 30 Jahre Erfahrung mit, die man in DRUID-Produkten sieht und schmeckt.

In der alten Bunkeranlage können die Umweltbedingungen perfekt kontrolliert werden, betont der Betreiber der Anlage. Je nachdem, in welchem Stadium sie sich befinden, haben Pilze unterschiedliche Bedürfnisse, um gut zu wachsen. Wärme, Licht und Luftfeuchtigkeit sind die drei wichtigsten Faktoren, die in den Räumen punktgenau gesteuert werden können. Ein Computersystem hilft dabei, Veränderungen in den Umweltbedingungen frühzeitig zu entdecken und gegenzulenken.

Europaweites Logistiksystem

„Durch jahrzehntelanges Tüfteln haben wir dabei die Qualität unserer Pilze beständig verbessert; und tun es noch. Geschmack, Bissfestigkeit, Geruch – all diese Faktoren spielen dabei eine Rolle. Die DRUID-Pilze werden in ganz Europa in einem aufwendigen Logistiksystem verkauft – aber auch viele Kunden nutzen den Direktverkauf“, so Rühl abschließend.

(red)



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