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Dezimierte MT holt Auswärtssieg

Er hatte sich vor dem Spiel offenbar perfekt warm gemacht, wie seine Leistung später erkennen ließ: MT-Keeper Nebojsa Simic. Foto: Alibek Käsler

Minden. Handball-Bundesligist MT Melsungen gewinnt am Donnerstagabend trotz des Fehlens von vier Stammspielern beim abstiegsbedrohten GWD Minden mit 26:22 (11:9). Erneut lieferte Torhüter Nebojsa Simic mit 43 Prozent gehaltener Bälle eine überragende Leistung ab.

Einen Tabellenplatz gut gemacht

Damit avancierte er zum Vater des Erfolges. Zum besten MT-Torschützen avancierte Kapitän Kai Häfner mit 6 Treffern. Auf der anderen Seite war mit Malte Semisch ebenfalls ein Torhüter auffälligster Akteur. Am treffsichersten erwies sich derweil Rechtsaußen Tomas Urban, dem 6 Tore – davon vier per Strafwurf – gelangen. Durch diesen Auswärtssieg macht die MT einen Platz in der Tabelle gut, schiebt sich von Rang 7 auf 6 vor.

Startprobleme gegen die Abwehr

Die Weser-Städter gelten für die Nordhessen als eine Art Angstgegner – nicht nur, weil sie im Hinspiel im November beide Punkte aus Kassel entführten. Diesen psychologischen Vorteil schien Minden dann auch tatsächlich nutzen zu können. Denn nach den ersten Minuten des Abtastens und auf beiden Seiten jeweils einer vergebenen Torgelegenheit – Nebojsa Simic parierte gegen Nikola Jukic, Yves Kunkel scheiterte mit einem Strafwurf – übernahmen die Grünweißen das Kommando.

Beide Kontrahenten stützten sich auf eine 6:0-Abwehr, wobei Minden diese etwas offensiver und aggressiver interpretierte. Damit hatte die MT einige Probleme, kam nicht in den notwendigen Rhythmus. So dauerte es fast sieben Minuten, ehe Elvar Örn Jonsson nach gekonntem Eins-gegen-Eins das erste Tor für die Nordhessen markieren konnte. Derweil waren die Gastgeber jedoch schon zweimal erfolgreich (Lucas Meister, Tomas Urban).

Wende ab der 21. Minute

Melsungen tat sich in der Folge im Angriff weiterhin schwer, währenddessen Minden selbstbewusst ein ums andere Mal zu guten Torgelegenheiten kam und diese auch nutzte. Als Tomas Urban seinen zweiten Strafwurf verwandelt hatte, bedeutete dies erstmalig eine Vier-Tore-Führung für seine Farben (6:2, 13. Min.). Und auch knapp vier Minuten später hatte sich die Lage noch nicht verändert – die Hausherren lagen mit 8:4 (17. Min) in Front. Hätte bis dahin Nebojsa Simic nicht noch drei hochkarätige gegnerische Torchancen zunichte gemacht, wäre der Rückstand noch deutlicher ausgefallen.

Es sollten weitere vier Minuten vergehen, ehe der gerade eingewechselte Michael Allendorf mit seinem Treffer zum 9:7 (21. Min.) die Wende einleitete. Seine Mannschaftskameraden schienen davon inspiriert und ließen gleich Treffer in Serie folgen (zweimal Julius Kühn, Elvar Örn Jonsson und Kai Häfner). Das Blatt hatte sich gewendet, Melsungen lag 80 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff mit 11:9 vorne und nahm den knappen Vorsprung mit in die Kabine. Minden war tatsächlich die letzten 11 Minuten ohne Torerfolg geblieben – Hauptgrund: Nebojsa Simic hatte gleich drei völlig frei vor ihm auftauchenden Grünweißen das Spielgerät abgekauft.

Minden wittert Morgenluft

In der zweiten Halbzeit bleib es zunächst weiter knapp. Weil einerseits Melsungens „Power-Offensive“ etwas abgeebbt war, andererseits, weil sich Minden wieder gefangen hatte und mit engagiertem Einsatz berechtigterweise der MT mit ein oder zwei Toren Abstand auf den Fersen bleib. Und in der 41. Minute auch wieder Morgenluft witterte. Denn gerade hatte Miro Schluroff, der lange Halblinke, mit einem gewaltigen Stemmwurf den 17:17-Ausgleich erzielt. Yves Kunkel, von Kai Häfner mit einem langen Tempogegenstoßpass auf die Reise geschickt, konterte zwar postwendend, aber kurz darauf behielt auf der anderen Seiti auch Tomas Urban bei einem Siebenmeter gegen den eigens eingewechselten Silvio Heinevetter die Nerven und stellte den erneuten Ausgleich her (18:18, 43.).

Kuriose Szene vor Simics Tor

Es war jetzt zweifelsohne eine Phase des schnellen Schlagabtausches angebrochen. Die dann Kai Häfner mit zwei Treffern in Folge zugunsten seiner MT gestaltete. Wichtig waren sie allemal, denn damit hatte er den Seinen wieder etwas Luft verschafft (19:22, 42.). Ohne dass die Rotweißen sich allerdings schon sicher fühlen durften. Schließlich hatte Minden auch zuletzt gegen Leipzig gezeigt, dass es einen Vier-Tore-Rückstand auf der Zielgeraden noch in ein Remis verwandeln kann.

Klar also, dass die Hausherren sich auch jetzt nicht aufgeben wollten. Zumal es Mohamed Darmoul gelang, auf 20:22 (50.) zu verkürzen. Dabei entsprang diese Chance einer kuriosen Szene: Nebojsa Simic hatte gerade eine weitere Glanztat gezeigt, der Ball war zurück ins Spielfeld gerollt, blieb aber wegen des an ihm haftenden Klebers schon nach wenigen Metern liegen. Mindens Spielmacher schaltete am schnellsten und nutzte erfolgreich die sich unverhofft ergebende Torgelegenheit.

Auf Tabellenplatz 6 vorgerückt

Zwei Minuten später gelang der MT dann das 20:23, Yves Kunkel hob den Ball abgezockt über den etwas herausgeeilten Malte Semisch. Der Linksaußen vergab kurz darauf eine weitere Chance, sein Flügelzangen-Pendant Timo Kastening machte es auf der anderen Seite besser und erhöhte auf 20:24 (56.). Das bedeutete zu diesem Zeitpunkt die Vorentscheidung.

Minden versuchte dann zwar noch einiges, bewies aber auch Nerven. Wie etwa bei einem misslungenen Kempa-Trick, bei dem Niclas Pieczkowski den Ball nicht unter Kontrolle bringen konnte. Spätestens durch einen weiteren Treffer von Timo Kastening zum 20:25 (57.) war die Messe gelesen. Mit dem 22:26-Endstand entführten die Nordhessen verdient beide Punkte aus Minden und wurden darüber hinaus mit der Verbesserung des Tabellenplatzes von sieben auf sechs belohnt.

Konfrontation mit wechselnden Spielertypen

Maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen hat nicht nur die überragende Leistung von Nebojsa Simic, sondern auch die geschickten Wechsel durch Roberto Garcia Parrondo. Der Trainer war trotz der Ausfälle von Finn Lemke, Domagoj Pavlovic, André Gomes, Alexander Petersson und Paul Kompenhans und entsprechend fehlender Alternativen in der Aufbaureihe darauf bedacht, den Gegner im Verlauf des Spiels zumindest auf allen anderen Positionen mit wechselnden Spielertypen zu konfrontieren. So kamen alle vier Außenspieler zum Einsatz und alle drei Kreisläufer, wobei Letztgenannte auch in der Abwehr in jeweils unterschiedlichen Besetzungen kombiniert wurden. Nach einer letzten Auszeit kurz vor Spielende durften dann auch die beiden Youngster Manuel Hörr und David Kuntscher noch auf die Platte.

Stimmen zum Spiel

Kai Häfner: „Wir wussten, dass es gegen diesen Gegner nicht einfach werden würde. Ohnehin ist es ja schon länger her, dass wir gegen Minden gewinnen konnten. Klar, wir waren nicht voll besetzt, aber dies war heute kein großes Thema bei uns. Man kann sicher auch dezimiert einige Spiele hinkriegen, muss in solchen Fällen nicht gleich jammern. In der ersten Halbzeit waren wir etwas zu behäbig, sind aber im Verlauf des Spiels immer besser in Schwung gekommen. Wir hatten uns ja in der ersten Viertelstunde geschont, sind da kaum in die Tiefe gegangen (lacht).“

Nebojsa Simic: „Ich freue mich sehr. Auch über meine eigene Leistung. Die war heute genau so gut, wie auch schon am Samstag gegen Balingen. Minden hat stark angefangen, und das hat uns schon etwas Angst gemacht, weil es uns an das Hinspiel erinnert hat. Ich persönlich hatte trotzdem die ganze Zeit ein gutes Gefühl. Für uns als Mannschaft war dieser Sieg sehr wichtig, er bringt uns wieder ein Stück weiter.“

GWD Minden – MT Melsungen – 22:26 (9:11)

○ GWD Minden: Semisch (13 P. / 25 G.), Lichtlein (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.) – Meister 3, Kranzmann, Richtzenhain, Korte 1, Thiele, Pieczkowski 1, Schluroff 5, Jukic 2, Demerza, Holzhacker, Urban 6/4, Grebenc 1, Darmoul 3, Stoyke – Trainer Frank Carstens.

○ MT Melsungen: Simic (17 Paraden / 21 Gegentore), Heinevetter (bei einem Siebenmeter, 0 P., 1 G.) – Maric, Kühn 4, Reichmann 3/3, Kunkel 4, Jonsson 5, Arnarsson, Allendorf 1, Kalarash, Häfner 6, Hörr, Fuchs, Kastening 3, Kuntscher – Trainer Roberto Garcia Parrondo.

○ Schiedsrichter: Frederic Linker (Recklinghausen) / Sascha Schmidt (Bochum)

○ Zeitstrafen: 10 Min. – 4 Min. (Korte, 03:38 Min.; Schluroff, 27:32 Min.; Meister, 11:38, 20:40, 53:46 Min. – Kühn, 05:51 Min.; Jonsson, 08:27 Min.); Rote Karte für Lucas Meister nach dritter Zeitstrafe

○ Strafwürfe: 4/4 – 3/5 (Kunkel scheitert an Semisch, 00:58 Min.; Kastening trifft nur die Latte, 05:07 Min.)

○ Zuschauer: 932, Kampa-Halle, Minden

Das nächste Spiel:
• Do., 24.02.22, 19:05 Uhr,
MT Melsungen – SC DHfK Leipzig,
Rothenbach-Halle Kassel

(red)



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