Branche setzt auf Qualität und digitale Lösungen
Region. Der Wandertourismus in Deutschland blickt vorsichtig optimistisch in die kommende Saison, sieht sich jedoch zugleich mit steigenden Kosten und strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Das ist das zentrale Ergebnis einer Branchenbefragung, die DWV-Geschäftsführer Dr. Bernd Hartmann jüngst auf dem »Fachforum Wandern 2026« vorstellte.
Das Online-Fachforum mit Branchenvertreterinnen und -vertretern erwies sich erneut als wichtige Informationsbörse für Tourismus, Verbände, Vereine und Kommunen.
Sinkende Budgets und Personalmangel
Rund 450 Touristikerinnen und Touristiker waren zur aktuellen Branchenbefragung eingeladen, 229 Fragebögen wurden ausgewertet. „Die Branche blickt zuversichtlich auf die Wandersaison, zugleich bleibt die Sicherung der Angebotsqualität das dominierende Thema“, so Geschäftsführer Hartmann. Für etwa die Hälfte der Befragten gewinnen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz an Bedeutung. Gleichzeitig nennen viele sinkende Budgets und die Inflation als größte Herausforderungen, gefolgt von Personalmangel und fehlenden fachlichen Kapazitäten, die mehr als 40 Prozent als gravierend einschätzen.
Wie stark Wandern auch wirtschaftlich wirkt, zeigte Prof. Dr. Heinz-Dieter Quack von der Ostfalia Hochschule: „Die Ausgaben auf Wanderungen für Einkäufe, Verkehrsmittel, Unterkunft, Gastronomie, etc. sind seit der letzten Erhebung der Ausgaben im Jahr 2016 gestiegen. Die gesamten Ausgaben pro Tag belaufen sich im Durchschnitt auf 60,54 Euro. Spitzenreiter sind dabei Menschen auf Mehrtageswanderungen im Urlaub, die im Durchschnitt 161,90 Euro pro Tag inkl. Unterkunft ausgeben.“ Grundlage sind bundesweite Befragungen von mehr als 1.000 Wandernden. Naturerlebnis und Stressabbau bleiben die wichtigsten Motive, zugleich wächst die Bereitschaft, für gut gepflegte Infrastruktur zu bezahlen.
Neue Digitale Standards
Neben Marktdaten standen konkrete Lösungsansätze im Fokus. Daria Regozini von der DWV Service GmbH stellte einen neuen Leitfaden zur klimaangepassten Wegearbeit vor, der ab sofort online verfügbar ist. Ergänzend bietet die DWV Service GmbH demnächst eine App an, mit der Schäden an Wegen digital erfasst und Maßnahmen schneller koordiniert werden können. Ziel ist es, die Qualität der Infrastruktur auch unter veränderten klimatischen Bedingungen zu sichern.
Mit der Initiative Route 3.0 vom Deutschen Tourismusverband rückt zudem die Qualität digitaler Tourendaten in den Mittelpunkt. Einheitliche Standards sollen sicherstellen, dass Wandernde verlässliche und verständliche Informationen erhalten. Michael Neugaertner von der DWV Service GmbH zeigte dafür praktische Beispiele. Die DWV Service GmbH plant zukünftig Schulungen zu dem Thema. Impulse zur Kommunikation lieferte zudem ein Blick auf veränderte Mediennutzung, bei der spezialisierte Magazine wie das Heft „wanderbar!“ gezielt Inspiration schaffen.
Das Fachforum zeigte damit ein differenziertes Bild einer Branche zwischen Aufbruch und Anpassung, die ihre Zukunft vor allem in Qualität, Kooperation und kluger Digitalisierung sieht.
Download der Präsentationsfolien:
► https://www.wanderbares-deutschland.de/service/presse/downloads




