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Immer mehr Hauptschüler mit Abschluss

Wiesbaden. „Immer mehr – auch ausländische – Schülerinnen und Schüler verlassen Hessens Schulen mit dem Hauptschulabschluss“, ergänzt die Hessische Kultusministerin Karin Wolff die soeben in Berlin vorgestellte UNICEF-Vergleichsstudie zur Situation der Kinder in Industriestaaten: „Mitdem Frankfurter Flughafen als Tor zur Welt ist Hessen das deutsche Flächenland mit dem höchsten Migrantenanteil. Dennoch haben wir die Zahl der Schulentlassenen ohne Hauptschulabschluss von 21,3 Prozent im Schuljahr 2000/2001 auf 14,9 Prozent im Schuljahr 2004/2005 gesenkt und senken sie weiter.“ Leider erfasse das Statistische Landesamt lediglich „Ausländer“, also Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Staatsangehörigkeit und nicht den Migrationshintergrund, bedauert Karin Wolff. Sie weist darauf hin, dass Hessen bereits 2003 als erstes Bundesland Vorlaufkurse zur Sprachförderung eingerichtet hat, die hervorragend angenommen werden. Allein ihr Ministerium investiere in diesem Jahr über 45 Millionen Euro für Sprachförderung und Integration zugewanderter und ausländischer Kinder und Jugendlicher. Im laufenden Schuljahr stelle Hessen 1.013 Lehrkräfte-Stellen für ausschließlich zur Förderung von Zuwandererkindern und mehr als eine halbe Million Euro zum Anschaffen geeigneter Unterrichtsmaterialien für Deutschförderkurse zur Verfügung.

„Von insgesamt 8.979 ausländischen Schulentlassenen im Schuljahr 2004/2005 haben 10,3 Prozent (923) keinen Abschluss gemacht – im Schuljahr 2003/2004 waren es noch 11,3 Prozent“, verweist Hessens Kultusministerin auf eine signifikant verbesserte Abschlussquote auch in diesem Bereich. Dank der erfolgreichen SchuB-Klassen (Schule und Betrieb) für abschlussgefährdete Haupt- und Förderschülerinnen und -schüler, die motivationssteigernd jeweils drei Tage in der Schule und zwei Tage im Betrieb verbringen, der hervorragend besuchten Vorlaufkurse im ganzen Land und zahlreicher weiterer Maßnahmen werde sich diese Tendenz auch fortsetzen: „Allerdings benötigen solche Maßnahmen Zeit: Die Schulabgänger des Schuljahres 2004/2005 wurden im Schuljahr 1995/96 eingeschult, also noch nicht von Beginn ihrer schulischen Laufbahn im Rahmen einer Gesamtkonzeption gefördert.“

„Ziel der Bildungspolitik der Hessischen Landesregierung ist es, dass alle Kinder und Jugendlichen möglichst von Anfang an dem Unterricht sprachlich folgen können. Nur so können sie sich aktiv am Unterricht beteiligen und zu den gleichen Abschlüssen kommen wie ihre Mitschülerinnen und Mitschüler. Daher hat Hessen bereits 2003 ein auf die verschiedenen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler abgestimmtes Gesamtförderkonzept eingeführt“, erläutert Karin Wolff. Dies umfasse:

Freiwillige, neunmonatige Vorlaufkurse: Allen Kindern, die vor der Einschulung noch nicht über hinreichende Deutschkenntnisse für den Unterricht in der ersten Klasse verfügen, werden zum Verbessern ihrer Sprachkenntnisse freiwillige Vorlaufkurse angeboten, die von den Eltern zu über 95 Prozent angenommen werden. Im laufenden Schuljahr 2006/2007 nahmen im Dezember bereits 6.157 Kinder aus mehr als 90 Nationen an 749 Vorlaufkursen teil. Über 97 Prozent der teilnehmenden Kinder haben im vorangegangenen Schuljahr die Vorlaufkurse erfolgreich absolviert, so dass nur noch 156 ( 2,5 Prozent) wegen nicht hinreichender Sprachkenntnisse vom Schulbesuch zurückgestellt worden sind. Im Schuljahr 2003/2004 waren es noch 229 (4,7 Prozent), im Schuljahr 2004/2005 213 (3,9 Prozent) und im Schuljahr 2005/2006 192 (3,3 Prozent). „Unsere hessischen Vorlaufkurse sind zu einem großen Erfolg geworden – ein erster und wichtiger Schritt für eine erfolgreiche Schullaufbahn eines Kindes, das die deutsche Sprache noch besser erlernen muss. Viele Länder in der Bundesrepublik Deutschland sind mittlerweile unserem Beispiel gefolgt“, freut sich die Kultusministerin.

Verpflichtende schulische Sprachkurse

Intensivkurse oder Intensivklassen für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger: Für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger ohne Deutschkenntnisse hat Hessen landesweit spezielle Intensivklassen und Intensivkurse eingerichtet.

Deutsch-Förderkurse

Bildungs- und Erziehungsplan „Bildung von Anfang an“

„Deutsch & PC“: Hessenweit unterrichten 62 Grundschulen mit hohem Zuwandereranteil mittlerweile nach dem intensiven Sprachförderprogramm „Deutsch & PC“ – einem Kooperationsprojekt des Hessischen Kultusministeriums und der gemeinnützigen Hertie-Stiftung zum Fördern von Kindern zugewanderter Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Schule und Betrieb (SchuB): Auch das Projekt „Lernen und Arbeiten in Schule und Betrieb“ (SchuB) fördert Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. SchuB zielt auf Haupt- und Förderschülerinnen und -schüler, die ansonsten voraussichtlich keinen Abschluss erreichen – mit Erfolg: 91 Prozent aller Schülerinnen und Schüler, die im Schuljahr 2005/2006 erstmals die Maßnahme durchlaufen haben, haben den Hauptschulabschluss geschafft. Unter den 117 mit Hauptschulabschluss waren 58 Migranten (49,6 Prozent), weitere 71, davon 30 Migranten (42,3 Prozent) haben sogar den qualifizierten Hauptschulabschluss erworben.

Modellprojekt „Sprache und Integration“: Seit November 2006 wird in den Schulamtsbezirken der Staatlichen Schulämter für den Landkreis Gießen und den Vogelsbergkreis, den Landkreis und die Stadt Offenbach, den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Limburg-Weilburg sowie für den Main-Kinzig-Kreis ferner das Modellprojekt „Sprache und Integration“ in Zusammenarbeit mit der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt, um die Integrationsfähigkeit künftiger Ausbildungsplatzbewerberinnen und -bewerber durch ein neunmonatiges Sprachtraining inklusive Sozialkompetenz- und Methodentraining fördern.




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