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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Handwerk bleibt bei Aufschwung vorsichtig

Schwalm-Eder. Die Nachricht vom Wirtschaftsboom kann man überall lesen und hören. Doch ist nicht überall eitel Sonnenschein. Im Handwerk zeigt sich in einigen Branchen kein eindeutiges Bild, und das trotz steigender Konjunkturerwartung. Eine Umfrage unter den Obermeistern auf der Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder zeigt, es ist noch nicht alles Gold, was glänzt.

Langsam aufwärts
„Es geht aufwärts, aber es geht langsamer als es sich Viele wünschen“, fasste Kreishandwerksmeister Frank Dittmar das Meinungsbild zusammen. Die Nachfrage nach handwerklichen Leistungen steige an, allerdings sind viele Betriebe noch weit von ihren Umsätzen und Erträgen aus dem Jahr 2000 entfernt. Allein das Handwerk habe in den letzten 7 Jahren rund 1,5 Mio. Beschäftigte verloren. Die Betriebsgrößen sind in den letzten Jahren deutlich abgeschmolzen. Da sei es klar, dass die Kapazitätsgrenze schnell erreicht wird und die Auftragsbücher voll sind, sagte Dittmar.

Viele Märkte sind hart umkämpft, was man auch an den Renditen erkennen könne. Der Wettbewerbsdruck nimmt nur sehr langsam ab, trotz allgemeinen Erholungstendenzen. Besonders im Bauhauptgewerbe, abgesehen vom Tief- und Straßenbau, sei vom Aufschwung noch nicht viel angekommen. Gerne würden Prestigeobjekte als Beleg für einen breiten Aufschwung herangeführt, meinte der Kreishandwerksmeister. Fast flächendeckend finde der Aufschwung ohne das Bauhauptgewerbe statt. „Einige Betriebe entlassen sogar, obwohl gerade Saison am Bau ist“, sagte Dittmar. Von der Flaute am Bau seien auch die Berufe Tischler, Elektroinstallateur, und andere betroffen. Hier schlage sich auch die Erhöhung der Mehrwertsteuer nieder, die für viele Betriebe negativ spürbar sei.

Positiv hob der Kreishandwerksmeister das Bemühen der Politik hervor, das Handwerk zu stärken. Die Einführung des Steuerbonus und auch die Förderungen zur Gebäudesanierung in Verbindung mit dem Senken der Energiekosten sei ein guter und richtiger Schritt. Er erinnerte auch an die freihändige Vergabemöglichkeit bis 25.000 Euro für Städte und Kommunen. Hier gibt es Ansätze die Vergabehöhe auf 50.000 Euro zu erhöhen, was Dittmar sehr begrüßte. Unabhängig davon erhoffen die Handwerker weiterhin eine Entlastung bei Steuern und Abgaben sowie einen systematischen Bürokratieabbau.

Ausbildung
„Wer eine Ausbildung im Handwerk macht, hat sehr gute Chancen für einen weiteren Aufstieg. Direkt nach der Ausbildung kann die Meisterausbildung beginnen und nach der Ablegung der Meisterprüfung reicht der Abschluss auch zum Studium an der Universität und Fachhochschule. Damit haben Praktiker mehr Aufstiegschancen als noch vor Jahren“, sagte Geschäftsführer Jürgen Altenhof. Mit Blick auf die anstehenden Betriebsübergaben, sei diese Weichenstellung sehr wichtig, meinte er. Mit Besorgnis sehe er, dass in der Ausbildung die Schere zwischen den Anforderungen in den Handwerksberufen und dem Leistungsvermögen der Bewerber weiter auseinander gehe. Die Suche nach den geeigneten Bewerbern sei heute schon schwierig, aber sie werde an Schärfe weiter zunehmen. Vor dem Hintergrund deutlich sinkender Schülerzahlen riet Altenhof den Handwerksbetrieben, sich frühzeitig um Jugendliche zu bemühen und nicht erst zu warten bis die Verschärfung eintritt. Handwerksbetriebe seien Fachbetriebe, die durch ihr fachliches Können überzeugen. Dies sei nur möglich, wenn gut ausgebildete Mitarbeiter, die oft komplexen Arbeiten beherrschten.

Im Schwalm-Eder-Kreis bildete das Handwerk zum Stichtag 31. Dezember 2006 1.287 Lehrlinge aus. Mit 526 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen erzielte das Handwerk im Kreis die höchste Steigerung in Nord- und Osthessen.

Foto: Im Handwerk geht es aufwärts. Zwar langsam, aber der Trend verstärkt sich. Die Obermeister haben Ihren Blick nach oben gerichtet. 




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