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MT Melsungen zieht nach Kassel um

Melsungen/Kassel. Seit zweieinhalb Jahren ist die Rotenburger Meirotels-Halle Heimspielstätte von Handball-Bundesligist MT Melsungen. Mit dem letzten Hinrundenspiel der laufenden Saison, am 22. Dezember gegen den TuSEM Essen, endet diese Ära. Schon vier Tage später, zum Rückrundenstart gegen den THW Kiel, am 26. Dezember, stößt die die MT in eine neue Dimension vor und tritt zum ersten Mal an ihrem künftigen Spielort an: in der 4.300 Zuschauer fassenden Rothenbach-Halle der Messe Kassel.

Die Begegnung mit Aufsteiger Essen ist der 43. Heimauftritt der Nordhessen in der 1. Handball-Bundesliga. All diese Spiele im Handball-Oberhaus hat die MT bislang in Rotenburg ausgetragen. Als Klassenneuling hatte die MT Melsungen im Sommer 2005 hier vom Start weg eine Spitzensport-erprobte Wettkampfstätte mit bester Ausstattung zur Verfügung. “Das bieten ansonsten nur die ganz großen Arenen”, freuten sich seinerzeit die Verantwortlichen über die neue Bleibe.

Aber so komfortabel diese Halle ist und so excellent die dortige Betreuung durch den Betreiber, das Lindner Sport & Congress Hotel Rodenberg, auch war – die verkehrsmäßig ungünstige Peripherielage dieses Standorts hat sich bei der Gewinnung von Fans und Sponsoren als problematisch erwiesen. In den ersten beiden Jahren lag der Besucherschnitt in der 2.400 Plätze bietenden kleinsten Halle der Liga durch zahlende Zuschauer bei etwa 1.800 Fans.

Gerade mal ein handvoll Spiele waren während dieser Zeit wirklich ausverkauft. Auch die Zahl der Sponsoren ist an diesem Standort offenbar ausgereizt. Viele potenzielle Unterstützer und deren Geschäftspartner haben die relativ lange Anreise aus dem Großraum gescheut.

Und genau in diesen beiden Feldern, Zuschauer und Sponsoren, muss die MT zulegen, um den Bundesliga-Handball in Nordhessen wirtschaftlich zu sichern. “Das ist nun mal eher zu erreichen, wenn die MT dorthin geht, wo das Gros der Handballinteressierten anzutreffen ist und wo auch die Wege für Sponsoren kürzer sind, also im Oberzentrum der Region”, so MT-Geschäftsführer Martin Lüdicke.

Die Premiere am neuen Standort in der Kasseler Rothenbach-Halle, die jeweils für die Auftritte der MT Melsungen mit einem enormen Aufwand in eine Handball-Arena verwandelt wird, hat sich der Club gleich einen richtigen Knaller ausgesucht: Am zweiten Weihnachtsfeiertag steigt das Spiel gegen die beste Vereinsmannschaft Europas, den THW Kiel. 4.300 Fans können die Bundesligaauftritte der MT in der Rothenbach-Halle verfolgen, also genau 1.900 mehr, als die Meirotels-Halle Platz bot.

“Der enorme Zuspruch und die Tatsache, dass binnen einer knappen Stunde alle Karten für den 26. Dezember vergriffen waren, hat uns und unsere speziell bei diesem Spiel engagierte Partnern zusätzlich motiviert”, freut sich Claus Schiffner, weiterer Geschäftsführer der MT.

Michael Homberger, MT-Beauftragter für das Projekt “neue Spielstätte”: erläutert den Werdegang bis zur Entscheidung: “Nachdem alle Daten und Fakten zusammen getragen waren, und wir errechnet hatten, dass es uns jeweils rund 50.000 Euro kosten würde, ein Spiel in der Rothenbach-Halle auszutragen, hatten wir uns eigentlich schon von der Idee verabschiedet. Aber wichtige Partner haben uns mit ihrem zusätzlichem Engagement signalisiert, dass sie helfen wollen, den Bundesliga-Handball nach Kassel zu holen. Dank ihrer Unterstützung können die Kosten pro Spiel für die MT auf annähernd 20.000 Euro reduziert werden. Wenn es uns nun gelingt, den Zuschauerschnitt um gut 1.000 Fans pro Heimspiel zu steigern, sind diese Kosten gedeckt. Zusätzlich ist aufgrund der vielen positiven Signale aus der Wirtschaft damit zu rechnen, dass die MT am Standort Kassel die Zahl ihrer Sponsoren ausweiten wird”, erläutert Homberger.

Einen Umzug nach Kassel nur zu den Topspielen und ansonsten weiterhin in Rotenburg zu bleiben, könnte die MT sowohl gegenüber ihren Fans, als auch gegenüber ihren Sponsoren nicht darstellen. Nicht zuletzt aber lassen sich die anfallenden Kosten pro Veranstaltung, zum Beispiel für Tribünen, Beschallung, Licht, Halle, Personal, Dienstleistungen etc. nur bei einer entsprechenden Anzahl von Spielen auf ein finanzierbares Maß reduzieren.

Insofern haben die Messe Kassel als Hallenvermieter und die MT Melsungen die Austragung der Spiele in der Rothenbach-Halle bis einschließlich der Saison 2009/2010 ins Auge gefasst. Bis zu dem Zeitpunkt also, zu dem die geplante Kasseler Multifunktionsarena im Salzmann-Areal bezugsfertig sein soll.

Statements zum Umzug
Oliver Benz, Direktor Lindner Sport & Congress Hotel Rodenberg/Betreiber Meirotels-Halle:

Natürlich bedauern wir den Wegzug der Bundesliga-Handballer aus Rotenburg, aber wir sehen dies andererseits als eine aus MT-Sicht begründete und nachvollziehbare Entscheidung, um den Bundesliga-Handball in Nordhessen zu erhalten. Im Sinne einer Entscheidung für die Region liegt es uns fern, dies verhindern zu wollen. Im Gegenteil, das Lindner Sport & Congress Hotel Rodenberg bleibt auch nach dem Umzug nach Kassel Partner der MT Melsungen und dokumentiert dies mit verschiedenen Maßnahmen, unter anderem mit einer TV-relevanten Werbebande direkt am Spielfeldrand.

Bertram Hilgen, Oberbürgermeister der Stadt Kassel:
Die Entscheidung der MT Melsungen ist ein Schritt zur rechten Zeit in die richtige Richtung. Kassel und Umgebung sind bekanntermaßen große Handballhochburgen in Nordhessen. Die vielen Fans hier werden den Bundesliga-Handball direkt vor ihrer Haustür gern annehmen, sodass man jetzt schon sagen kann, Kassel freut sich auf die MT Melsungen!

Holger Schach, Geschäftsführer Regionalmanagement Nordhessen:
Wenn es für die MT Melsungen wichtig für ihre Zukunftssicherung ist, die Zahl der Zuschauer und Sponsoren zu erhöhen, ist sie im Oberzentrum Kassel gut aufgehoben. Die Fans im Raum Hersfeld/Rotenburg dürfte der Umzug zunächst nicht erfreuen. Aber wenn es dadurch gelingt, den Bundesliga-Handball langfristig in Nordhessen zu etablieren, ist es eine gute Entscheidung für unsere gesamte Region.

Frank Bohmann, Geschäftsführer der Toyota Handball-Bundesliga GmbH:
Wenn sich die MT Melsungen analog ihrer guten sportlichen Entwicklung eine Perspektive aufbauen will, ist der Gang nach Kassel ein richtiger Schritt. Handball wird inzwischen mehr und mehr als Event wahrgenommen aber dazu braucht ein Verein auch ein entsprechendes Umfeld. Ich begrüße dieses Vorhaben sehr.

Marc Arnold, Manager KSV Hessen Kassel, Fußball-Regionalliga:
Wir freuen uns, wenn der MT Melsungen dieser Schritt gelingt. Das Angebot für die Sportinteressierten in Kassel und Umgebung wird dadurch noch reichhaltiger, jeder findet etwas nach seinem Geschmack. Ich gehe nicht davon aus, dass Handball und Fußball miteinander um Fans konkurrieren. Schließlich haben beide Clubs im Laufe der Jahre einen festen Zuschauerstamm gewonnen.

Jochen Trogisch, Leiter der Handballspielgemeinschaft HSG Baunatal:
Eine Spielstätte in Kassel eröffnet vielen Jugendlichen, die selbst Handballspielen, erst die Möglichkeit, Bundesliga-Handball sehen zu können. […] Schon die große Entfernung nach Rotenburg macht es meist unmöglich, das eigene Spiel und eine Bundesligabegegnung zeitlich zu koordinieren.

Martin Ziegener, Abteilungsleiter Handball, TSV Vellmar:
Wenn der MT-Bundesligahandball nun näher an uns ran rückt und in Kassel stattfindet, dann ist das für uns und die Region eine riesige Sache. Eine Großstadt wie Kassel verträgt nicht nur Bundesligahandball, sie verdient ihn sogar.

Martin Lüdicke, MT-Geschäftsführer:
Wir sehen den Umzug mit einem weinenden und einem lachenden Auge. In Rotenburg haben wir zweieinhalb Jahre eine tolle Halle und eine hervorragende Betreuung durch das Lindner-Team genossen. Dafür sagen wir herzlichen Dank! Danke auch den Fans und Sponsoren, die uns hier unterstützt haben und hoffentlich uns auch weiterhin begleiten. Um Bundesliga-Handball langfristig zu etablieren, müssen wir nun den nächsten Schritt machen. Wir hoffen, dass unsere Entscheidung für den Gang nach Kassel mit einer guten Resonanz belohnt wird und dadurch Nordhessen noch sehr lange auf der Bundesliga-Landkarte zu finden sein wird.




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