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Schüler aus Pila siegten, Melsunger toppten Rekord

Melsungen. Ohne Überraschungen endete der internationale Städtevergleichskampf der Jungen zwischen Melsungen und den Gästen aus dem polnischen Pila. Es gehörte wirklich nicht allzuviel Prophetengabe dazu, die klare Niederlage bei den Schülern vorauszusagen. Die körperliche Überlegenheit der durchschnittlich ein Jahr älteren Jungen aus dem Sportinternat in Pila, die in dem Leistungszentrum auf höhere Aufgaben vorbereitet werden, war nicht nur optisch klar zu erkennen. Von Wettbewerb zu Wettbewerb entfernte sich der international erstklassige Gegner von den Bartenwetzern, und nach dem Weitsprung erkannte man, dass die Melsunger Jungen, die tapfer kämpften, sich in der gefährlichen Nähe der Chancenlosigkeit befanden.

Ein klarer Abstand zeichnete sich bereits nach der ersten Übung, dem Hochsprung, ab. Während zwei der acht polnischen Gäste 1,56 m überspringen konnten, landeten Martin Proksch (1,53 m) und Robin Kästner (1,50 m) auf den Rängen drei und vier. Da Patryk Dlugosz mit 1,50 m den fünften Platz belegte, blieb für Tobias Stang mit 1,44 m nur Rang sechs übrig. So stand es nach dem ersten Wettbewerb bereits  14 zu 8 für die Gäste.

Im zweiten Wettbewerb, dem 75m-Sprint, zeigte B. Draszawka nicht nur eine starke Reaktion am Start. Mit 9,2 Sekunden siegte er vor seinem Landsmann Dawid Banas und Martin Proksch, die beide nach 9,3 Minuten die Ziellinie erreichten. S. Mikolajczak kam als Vierter nach 9,5 Sekunden ins Ziel. Robin Kästner (10,2 Sek.) und Robin Hohmann (10,3 Sekunden) belegten die Plätze fünf und sechs.

Nach zwei Wettbewerben führte Pila mit 29 zu 16.
Im Weitsprung sicherten sich die polnischen Nachwuchsathleten mit einem dreifachen Erfolg die optimale Punktzahl von 16 Zählern, wobei die Leistung des nationalen Schülermeisters Bartlomiej Draszawaka mit 5,98 m den Rang einer absoluten europäischen Spitzenklasse darstellt. Mit zwei weiteren Sprüngen über 5,90 m hatte das dreizehnjährige Sprungtalent außerdem noch eine Super-Serie. Für seine 591 Punkte wurde er für die beste Leistung mit einem Pokal ausgezeichnet. Wie stark die Gäste aus Pila waren, erkennt man daran, dass Robin Kästner mit seiner Bestleistung von 5,23 m nur den vierten Platz belegen konnte. So fielen die Melsunger Schüler immer weiter zurück und hatten nach drei Wettbwerben mit 22 Zählern bereits 23 Punkte Rückstand.

Im Staffelwettbewerb über 4x75m hatten die Bartenwetzer gegen die beiden polnischen Staffeln überhaupt keine Chance, denn hoch überlegen trumpften die Jungen aus Pila bereits in den vorausgegangenen Sprintläufen auf. Das erste Team lief trotz Sicherheitswechsel mit 36,7 Sekunden eine Zeit, von der man in Melsungen nur träumen kann. Auch das zweite Staffelquartett hatte mit 37,8 Sekunden noch 1,6 Sekunden Vorsprung vor Martin Proksch, Robin Kästner, Robin Hohmann und Tobias Baum. Die zweite Melsunger Mannschaft mit Jan Ullrich, Michael Hiob, Henri Alter und Tobias Stang kam als Vierte nach 41,7 Sekunden ins Ziel.  So stand es nach vier Wettbewerben 25 zu 53.

Auf der Ballwurfanlage hatte sich vor einer ganz kleinen Beobachterkulisse ein großer Wettkampf vollzogen, denn Bartosz Wachowiak, zauberte bereits beim Einwerfen 70m-Weiten hervor. Der polnische Schülermeister hatte in diesem Jahr bereits 79 m erzielt und wurde seiner Favoritenrolle auch in Melsungen gerecht. Auch die beiden anderen polnischen Werfer hatten an die 70 m geworfen, so dass die Melsunger eigentlich auf verlorenem Posten standen. Henri Alter war mit 56 m der beste Werfer; Robin Hohman und Tobias Stang hatten gar nur eine Bestweite von 45,50 m vorzuweisen.

Wachowiak begann mit 68,00 m und setzte sich sofort an die Spitze, auch Mikolajczak erzielte mit 65,50 m die erwartete Leistung. Aber um den dritten Platz kämpfte plötzlich Henri Alter mit dem einen Kopf größeren „Alles-Könner“ B. Draszawka, der 62,50 m vorgelegt hatte. Henri konterte und steigerte seine Bestweite auf sensationelle 64,00 m. Mit dieser Leistung verfehlte er den 16 Jahre alten Kreisrekord von Jens Wolfram aus Guxhagen nur um 50 Zentimeter und belegt nun in der Landesbestenliste den dritten Platz.  Wurf für Wurf steigerte auch Robin Hohmann seinen Hausrekord. Und als er sich im letzten Durchgang auf 55 m verbessert hatte, lagen plötzlich für ihn 1800 Punkte im Vierkampf in Reichweite. Durch seinen 64m-Wurf war auch Henri in der Lage, im Vierkampf mehr als 1800 Punkte zu holen. Er brauchte dazu im abschließenden 1000m-Lauf nur eine Zeit unter 3:30 Minuten zu laufen.

Nach dem Ballwurf hatten die Melsunger Schüler 32 Punkte auf ihrem Konto, die Jungen aus Pila lagen mit 68 Zählern nun uneinholbar in Führung.

Der abschließende 1000m-Lauf brachte den einzigen Sieg der Melsunger gegen eine übermächtige polnische Jungenmannschaft. Mit 13 zu 9 bewahrten Robin Hohmann, Tobias Baum und Michael Hiob die Melsunger Auswahl vor einer noch höheren Niederlage. Robin, der genau einen Monat vorher mit 3:00,7 Minuten dicht an die Drei-Minuten-Grenze herangelaufen war, hatte sich vorgenommen, diese Marke erneut zu attackieren. Marcin Jarzenski, der vor seiner Abreise nach Melsungen 2:55 Minuten gelaufen war, legte ein hohes Tempo vor und schüttelte seine Gegner bereits reihenweise in der ersten Runde ab. Robin lief in einem Abstand von ca. acht Meter hinter ihm und hatte bei 800 m (2:26 Min.) zu Jarzenski aufgeschlossen.

Tobias Stang hatte sechs Sekunden Rückstand auf das Duo, aber der ausgeglichene Mehrkämpfer zeigte sein Kämpferherz und kam auf den letzten 200m näher an Jarzenski heran. Im Ziel hatte er mit 3:07,8 Minuten nur noch sechs Zehntelsekunden Rückstand. Michael Hiob verbesserte sich als Fünfter auf 3:10,5 Minuten. Aber Robin Hohmann lief das Rennen seines Lebens, denn mit 2:59,8 Minuten blieb er nicht nur zum ersten Mal unter der Drei-Minuten-Grenze, sondern stellte auch den einzigen Melsunger Tagessieg her. Mit seinen 567 Punkten sammelte der Landesturnfestsieger von Baunatal 1815 Punkte und fing damit Henri Alter (1807 Punkte) noch ab, der mit 3:28,4 Minuten etwas hinter der vorgenommenen Zeit zurückblieb. Mit diesen gezeigten Leistungen liegen Robin Hohmann und Henri Alter in Hessen auf Rang fünf und sechs.

Auch Tobias Stang erzielte mit 1754 Punkten ein vortreffliches Resultat und verfehlte seine Bestleistung nur um sieben Zähler (Rang neun in Hessen). Dieses erfolgreiche Trio verbesserte mit dem gesundheitlich angeschlagenen Tobias Baum (1666 Punkte) und einem erneut verletzten Jan Ullrich, der sich dennoch auf 1 598 Punkte verbessern konnte, den eigenen Kreisrekord von 8505 Punkten auf 8640 Zähler. Damit wurde zwar der angestrebte acht Jahre alte Nordhessenrekord um 47 Punkte verfehlt, aber mit dieser Leistung übernahmen die starken Melsunger Mehrkämpfer die Pole-Position in Hessen und lösten den bisherigen Spitzenreiter ASC Darmstadt (8621 P.) ab. In zwei Wochen treffen diese beiden Teams beim DSMM-Landesfinale erneut aufeinander.

Bei der abschließenden Siegerehrung wurde die siegreiche polnische Mannschaft, die ihre Nachwuchshoffnungen in einem Leichtathletik-Internat für größere Aufgaben – mit Ziel Olympische Spiele 2016 – vorbereitet, mit einem Pokal ausgezeichnet. „Die 93 zu 51 Punkte gegen uns war kein überraschender Ausgang dieses internationalen Städtevergleichs“. Denn die Nachwuchsathleten aus Pila waren uns nicht nur körperlich haushoch überlegen, sondern auch im Trainingsalter bereits einige Jahre voraus“, sagte Alwin J. Wagner, der in zwei Wochen optimistisch mit seinen Schülern nach Alsfeld fährt, um das Landesfinale der besten hessischen Vereinsmannschaften erfolgreich zu bestreiten.

Foto 1: Der polnische Schülermeister Bartlomiej Draszawka erzielte in Melsungen mit 5,98 m die beste Tagesleistung.

Foto 2: Verständigung und Begegnung praktizierten an diesem Tag die Melsunger Schüler mit ihren Gästen aus Pila.

Foto 3: Robin Hohmann blieb im 1000m-Lauf mit 2:59, 8 Minuten zum ersten Mal unter der Drei-Minuten-Grenze.



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2 Kommentare zu “Schüler aus Pila siegten, Melsunger toppten Rekord”

  1. Hermann

    Sind schon klasse, eure Melsunger Jungs, gratuliere!

  2. Alwin J. Wagner

    Danke für das Kompliment. Wir freuen uns, wenn diese Leistungen auch in der Öffentlichkeit Anerkennung finden.

    AJW


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