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Hephata-Werkstatt passt Strukturen weiter an

wfbmSchwalmstadt-Treysa. Teile der Tagesförder- und Tagesstätten sollen im Sommer in die Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) der Hephata Diakonie in Schwalmstadt-Treysa räumlich eingegliedert werden. Laut Bereichsleiter Werkstatt, Hans Günter Kripko, laufen derzeit die Gespräche zwischen Werkstätten und Tagesstätte Kompass. „Wir wollen uns noch mehr um Personen bemühen, die bislang nicht in den Werkstätten arbeiten konnten.“

Eine davon ist Nadine Lauterbach*. Die 26-Jährige begann vor einem Jahr mit einer Art Vorpraktikum zur WfbM. Ihr Arbeitsplatz befindet sich zwar nicht in den Räumen der Werkstätten, soll sie aber auf den dortigen Arbeitsalltag vorbereiten. „Unter den regulären Arbeitsbedingungen wäre Nadine Lauterbach nicht klargekommen“, sagt Kripko. Bereits einmal wurde sie aus den Werkstätten entlassen, weil sie sich nicht in die Strukturen einfügen konnte. Dies soll künftig anders sein.

„Wir arbeiten jetzt mehr dran, zu klären, was die Leute brauchen, um in den Werkstätten arbeiten zu können“, erklärt Kripko. „Wir passen die Strukturen noch stärker an die Menschen an, nicht umgekehrt.“

Nadine Lauterbach wurde zunächst von einem Betreuer ihrer Wohngruppe zur Arbeit begleitet, dann übernahm eine Mitarbeiterin der Tagesstätte Kompass die Assistenz, allerdings saß diese nicht mehr in einem Raum mit der 26-Jährigen. Danach gab es nur noch eine Rufbereitschaft per Telefon. Ein Jahr lang ging es stetig bergauf. Nadine Lauterbach arbeitete im Schnitt 20 Stunden pro Woche. „Sie ist nicht den klassischen Weg mit einfachen Arbeiten von der Tagesförderstätte zur WfbM gegangenen. Sondern sie hat hochkomplexe Dinge hergestellt, die andere Menschen benötigen“, sagt Teamleiter Michael Blinzler.

Nadine Lauterbach lernte den Umgang mit dem Computer und arbeitete mit der EDV-Dienst­leistungsgruppe zusammen, um Symbole der Bildsprache zu vervielfältigen. Sie druckte die Symbole aus, beschnitt, laminierte und verpackte sie. Für ihre Arbeit erhielt sie eine Aufwandsentschädigung. Die 26-Jährige stabilisierte sich durch die Arbeit und durch den Umzug im Juli 2008 in das neue Wohnhaus der Behindertenhilfe in Allendorf / L. so gut, dass bereits über eine nahe Zukunft in den Werkstätten nachgedacht wurde. Doch dann kam der Bruch. Der Weggang einer Mitarbeiterin führte zur Krise, Nadine Lauterbach war nicht mehr in der Lage, ihrer Arbeit nachzugehen. Mittlerweile will sie jedoch den Neustart wagen. Ein Zeichen, wie wichtig und richtig die Arbeit ist. „Es ist das erste Mal, dass sie eine Arbeit weiter tun möchte“, so Blinzler.

„Frau Lauterbach war die Erste, die wir in dieser Form beschäftigt haben“, sagt Kripko. „Es ging danach, was sie braucht, Arbeiten und Geld verdienen. Und nicht danach, was wir brauchen.“ In den Werkstätten seien nicht nur Kooperationen mit der Wirtschaft wichtig, sondern auch die Förderung stärker beeinträchtigter Menschen. Dabei kämen diesen die  als Nachteil beschriebenen Beeinträchtigungen manchmal sogar zu Gute. „Wir doktern nicht an den Defiziten herum, sondern versuchen, damit umzugehen“, so  Blinzler. „Frau Lauterbach wird ihr als zwanghaft beschriebenes Verhalten bei der Arbeit zum Vorteil, weil sie alles sehr akkurat erledigt.“ (me)

*Name von der Redaktion geändert




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