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Hedin: „Ich werde das Bundesliga-Flair vermissen”

hedin1Melsungen. Robert Hedin kam genau an seinem 41. Geburtstag zur MT. Am 2. Februar 2007 wurde er offiziell beim Neujahrsempfang als neuer Trainer der nordhessischen Handball-Bundesligisten vorgestellt. Rund zweieinhalb Jahre später heißt es schon wieder Abschied nehmen. Der Schwede wird sich künftig ganz seiner Aufgabe als norwegischer Nationaltrainer widmen. Im Interview blickt er zurück und nach vorn und äußert einen „letzten Wunsch“.

Herr Hedin, welche Erinnerungen nehmen Sie aus Ihrer Zeit bei der MT Melsungen mit?
Ich kam in einer für den Verein nicht ganz einfachen Situation. Die Vorgabe war, die Mannschaft vor dem Abstieg zu bewahren. Das haben wir dann, wie man weiß, auch geschafft. Insgesamt waren es für mich zweieinhalb gute Jahre. Auch wenn es etwas dauerte, bis sich alles eingependelt hatte, war die Stimmung im Team die meiste Zeit sehr gut. Die sportlichen Ziele wurden jeweils erreicht. Das ist das Wichtigste. Ich habe hier außerdem viele interessante Menschen getroffen, wobei der ein oder andere Kontakt ganz sicher weiter aufrecht erhalten wird.

Sie haben mit Ihrer Mannschaft eine beeindruckende Serie von acht Siegen in den letzten zehn Spielen hingelegt. Das wurde nur von Kiel und den Rhein-Neckar Löwen übertroffen. Worin liegt das Erfolgsgeheimnis?
Da gibt es kein Geheimnis. Wenn eine Mannschaft, wie bei uns geschehen, zum Schluss der Saison immer weiter dezimiert wird, aber trotzdem erfolgreich spielt, ist das ein Zeichen dafür, dass die Moral und die Einstellung hundertprozentig stimmen. Es brauchte zwar ein gewisse Zeit, bis jeder Spieler seinen Platz gefunden hatte und seine eigentliche Leistung abrufen konnte, aber das passt inzwischen alles ziemlich gut. Dazu beigetragen haben u.a. auch die während der Saison zu uns gekommenen Neuzugänge Felix Danner und Jens Schöngarth. Mit einer adäquaten Besetzung lässt sich z.B. schon gleich eine ganz andere Qualität ins Training bringen. Den beiden traue ich übrigens noch einiges zu. Sie sind ehrgeizig und talentiert. Aber auch gestandene Spieler haben sich weiter entwickelt. Als ich kam, hat z.B. Daniel Valo nur im Angriff gespielt. Inzwischen ist er auch in der Abwehr ein Aktivposten.

Wie wird sich die MT noch entwickeln?
Das Potenzial von Mannschaft, Management und Umfeld ist hier eindeutig vorhanden. Die MT gehört jetzt zu den zehn besten Mannschaften in der so genannten “stärksten Liga der Welt”. Das ist schon eine tolle Leistung. Um aber noch weiter nach oben zu kommen, z.B. unter die besten Sechs, sind ungleich mehr Anstrengungen zu unternehmen. Aber wie gesagt, das Potenzial ist vorhanden.

Sie hatten auch vor Ihrem Engagement bei der MT schon einige Stationen in Deutschland. Welche Veränderungen haben Sie festgestellt?
Als ich hier noch selbst gespielt habe, hat Handball – bis auf wenige Ausnahmen – fast nur in kleineren Städten und in kleineren Hallen stattgefunden. Inzwischen sind die Clubs größer geworden, in die Centren gegangen und locken pro Spiel mehrere Tausend Fans an. Die Beachtung von Handball ist hier in Deutschland in den letzten zehn Jahren um ein Vielfaches gestiegen, nicht nur bei den Zuschauern sondern auch bei den Medien und Sponsoren. Das finde ich schon beeindruckend. Dieses ganze Bundesliga-Flair werde ich demnächst wohl vermissen.

Was erwarten Sie von Ihrem Team im letzten Heimauftritt am Samstag gegen den HSV?
hedin2Nachdem fest steht, dass Nenad Vuckovic weiterhin ausfallen wird und ich nicht weiß, ob Grigorios Sanikis oder gar Jens Schöngarth einsetzbar sind, muss ich zunächst davon ausgehen, dass wir gegen den HSV in der gleichen engen Besetzung antreten werden, wie zuletzt in Großwallstadt. Da haben wir zwar gewonnen, aber Großwallstadt ist nicht Hamburg. Gegen den HSV reichen drei Rückraumspieler nicht aus. Andererseits haben wir nichts zu verlieren. Und ein bisschen Glück schadet gegen solche Gegner nie.

Wenn Sie sich für dieses Spiel etwas wünschen dürften, was wäre das?
Ich würde zum Abschied aus Nordhessen in unserer Rothenbach-Halle gern noch einmal eine richtig große Kulisse erleben. Unsere Mannschaft hätte das nach ihren guten Leistungen der letzten Wochen sowieso verdient.

Wie geht es bei Ihnen jetzt unmittelbar weiter?
Ich werde gleich nach dem Saisonende umziehen und mich mit meiner Lebensgefährtin natürlich in Skandinavien niederlassen. Da bin ich auch wieder nah bei meinen Kindern und kann von dort aus problemlos meine Arbeit mit der Nationalmannschaft aufnehmen. Alles weitere wird sich ergeben. Ich freue mich schon auf Norwegen. Der MT wünsche ich viel Glück, wir bleiben in Verbindung!



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