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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Dezimierte MT bot Flensburg lange Paroli

Kassel/Melsungen. Ein tolles Kampfspiel der MT Melsungen gegen die SG Flensburg-Handewitt blieb am Ende unbelohnt. Mit 27:32 (14:16) unterlag das buchstäblich letzte Aufgebot der Nordhessen etwas zu hoch gegen den Favoriten. Vor 2.513 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle hielt das Rumpfteam der Gastgeber aber lange mit und forderte den Norddeutschen alles ab. Zum Ende hin machte sich der Kräfteverschleiß leider extrem bemerkbar, weil Leistungsträger wie Nenad Vuckovic oder Alexandros Vasilakis sich kaum einmal Verschnaufpausen auf der Bank gönnen konnten.

Die Fans der Rot-Weißen staunten nicht schlecht, als mit Dalibor Anusic und Thomas Klitgaard gleich zwei Kreisläufer in der Startformation auftauchten. Eine direkte Folge des Ausfalls von Grigorios Sanikis, der sich im Training am Wochenende eine Innenbanddehnung zuzog. Anusic übernahm für einige Aufbauspielzüge die Mittelposition, um dann zum Kreis aufzulösen und gemeinsam mit Thomas Klitgaard die Flensburger Abwehr zu binden. Ein Schachzug von Trainer Ryan Zinglersen, der in den Anfangsminuten voll aufging. Statt gleich in Rückstand zu geraten, übernahm die MT sogar die Führung durch je zwei Tore von Vuckovic und Vasilakis, die sich sichtlich über den gewonnenen Freiraum freuten und ihn für sich nutzten. Auf der anderen Seite hatte Patrik Fahlgren ein paar Probleme auf der Spielmacherposition. Der etatmäßige Regisseur Thomas Mogensen musste für den angeschlagen aus Schaffhausen zurückgekehrten Lasse Boesen die linke Rückraumposition übernehmen. Zwei Strafwürfe von Anders Eggert hielten die Gäste im Spiel, weil aus dem Feld heraus zunächst nur wenig klappte.

Nach 18 Minuten führte Melsungen sogar mit 9:7. Musste aber einmal mehr improvisieren, um Nenad Vuckovic wenigstens eine kleine Pause auf der Bank zu ermöglichen. Mit Thomas Klitgaard, Felix Danner und Dalibor Anusic standen drei Kreisläufer gleichzeitig auf dem Parkett, was natürlich im Übergang von Abwehr auf Angriff zu Problemen führte. Flensburg profitierte davon und glich wieder aus. Auch weil sich die Hintermannschaft des Tabellen-Dritten inzwischen auf die Variante mit zwei Kreisläufern eingestellt hatte und zudem Anspiele in die Nahwurfzone weiter konsequent unterband. Ryan Zinglersen war also erneut gefordert und reagierte mit Linkshänder Alexandros Vasilakis in der Spielmacherrolle. Jens Schängarth übernahm halbrechts und führte sich gleich mit einem Gewaltwurf zum 10:9 bei angezeigtem passiven Spiel ein. Es sollte jedoch die letzte Melsunger Führung des Spiels sein.

Auch wenn die Gäste von der dänischen Grenze ab Jacob Heinls Treffer zum 11:12 dauerhaft in Vorlage gingen, blieb die MT dran. Mehr als zwei Tore Vorsprung gewährten sie ihren Gästen, die ab der 22. Minute im eingewechselten Johan Sjöstrand einen starken Rückhalt hatten, nicht. Dan Beutler hatte bis dahin nur zwei Bälle gehalten und machte seinen Platz frei. Auf der Gegenseite hielt Mario Kelentric nicht unbedingt besser, doch er blieb noch im Kasten. Vielleicht der entscheidende kleine Unterschied, der Flensburg eine glückliche zwei-Tore-Führung zur Pause bescherte. Denn auf Seiten der Bartenwetzer wurde weiter mit Erfolg rotiert. Chris-Florian Treutler kam kurz vor der Pause für die Angriffsmitte. Er beschränkte sich nicht nur auf die Ballverteilung, sondern machte sofort Druck auf die Deckung. Riss die Lücke, die Vasilakis zum 13:14 nutzte, und sperrte dann auch geschickt für Schöngarth frei, der dadurch unbedrängt das 14:15 erzielen konnte. Die dritte positive Aktion des Ex-Mündeners, ein Rückhandanspiel auf Klitgaard am Kreis, brachte immerhin eine Bankstrafe gegen den Flensburger Jacob Heinl ein, der Treutlers präzises Anspiel auf den Dänen nur mit einem Foul unterbinden konnte.

Die zweite Hälfte begann wie die erste. Zwei Kreisläufer der MT, viel Platz für Vasilakis. Der fing mit einem Doppelschlag die SG wieder ein, die zwischenzeitlich wegen einer Strafe gegen Ivan Brovka auf 20:16 davongezogen war. Flensburg übernahm immer deutlicher die Initiative auf dem Feld, konnte aber die aufopferungsvoll kämpfenden Melsunger nicht distanzieren. Im Gegenteil! Nenad Vuckovic, Daniel Tellander und Jens Schöngarth glichen tatsächlich noch einmal zum 21:21 aus. Auch weil der nach dem Wechsel für Kelentric gekommene Robert Lechte einen wesentlich stärkeren Tag erwischt hatte als sein Vorgänger. Doch als die Parte gerade wieder am Kippen war, schlichen sich die ersten Fehler bei den Rot-Weißen ein. Alexander Pettersson düpierte den für einen kurzen Moment unaufmerksamen Lechte mit einem frechen Dreher ins lange Eck, Nenad Vuckovic verwarf, Lasse Svan Hansen lochte eiskalt zum 21:23 ein. Und das alles in Unterzahl der SG, weil vorher Oscar Carlén für zwei Minuten vom Feld musste. Zu allem Überfluss scheiterte Savas Karipidis von der Strafwurflinie an Sjöstrand, und im Gegenzug ließ Petar Djordjic, der Sohn des früheren MT-Torhüters Zoran Djordjic, Robert Lechte keine Abwehrchance.

Auch wenn sich die tapferen Melsunger immer noch nicht geschlagen gaben war in diesen Minuten eine kleine Vorentscheidung gefallen. Denn was Lechte hinten abwehrte, das wollte in der Folge vorn einfach nicht mehr ins Netz. Ob Vasilakis, Schöngarth, Vuckovic oder Treutler – alle hatten jetzt ihre Probleme mit der Konzentration. Flensburg nutzte das eiskalt und zog über 28:23 (54.) auf 30:24 (57.) davon. Doch es passte zur kämpferisch untadeligen Melsunger Vorstellung an diesem Abend, dass alle noch einmal die letzten Reserven mobilisierten. Sogar Thomas Klitgaard, ansonsten lehrbuchreif abgedeckt von Tobias Karlsson und Jacob Heinl, markierte noch zwei Treffer. Bis auf 27:30 kamen die Gastgeber unter viel Beifall der trotz der bevorstehenden Niederlage vom Kampf der “letzten Aufrechten” begeisterten Zuschauer und Fans noch einmal heran, bevor Lasse Svan Hansen mit zwei Kontertoren den Schlusspunkt setzte. Und ein Ergebnis manifestierte, das den Spielverlauf aus Sicht der MT Melsungen nicht ganz treffend wiedergibt. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel
Per Carlén:
Ich bin sehr zufrieden mit unserem Sieg hier in Kassel. Um diese zwei Punkte zu holen sind wir hergekommen. Nach dem Europacupspiel in Schaffhausen am Sonnabend waren wir noch etwas müde. Und wie immer, wenn Müdigkeit im Spiel ist, hat nicht alles so funktioniert wie wir uns das vorgestellt hatten. Dazu kam, dass die MT Melsungen taktisch sehr gut gespielt hat. Aber wir haben um diese zwei Punkte gekämpft und hatten in der zweiten Hälfte die etwas besser gefüllte Bank.

Ryan Zinglersen: Natürlich möchte ich Per Carlén und seiner Mannschaft erst einmal zum Sieg gratulieren. Insgesamt hatten wir auf etwas mehr gehofft in diesem Spiel, haben aber vor allem die rechte Seite der SG mit Lasse Svan Hansen und Per Carlén nicht richtig in den Griff bekommen. Leider mussten wir durch die vielen Verletzungen unter der Woche in der Vorbereitung auf diese Partie oft und viel umbauen. Vor diesem Hintergrund bin ich mit unserer Leistung eigentlich trotz der Niederlage zufrieden. Wir schauen jetzt schon auf das nächste Spiel in Göppingen, das auch unheimlich schwer wird. Denn Grigorios Sanikis wird uns dort wohl auch noch nicht wieder zur Verfügung stehen.

Statistik

MT Melsungen: Kelentric (4 P.), Lechte (8 P.); Brovka 3,  Schöngarth 3, Klitgaard 2, Anusic 1, Tellander 1, Tzimourtos, Vasilakis 9, Treutler, Danner, Karipidis 3/2, Vuckovic 5/1.

SG Flensburg/Handewitt: Beutler (2 P.), Sjöstrand (7 P.); Karlsson 1, Carlén 6, Eggert 7/3, Fahlgren 2, Mogensen 1, Hansen 8, Christiansen (n.e.), Djordjic 3, Heinl 3, Carstens (n.e.), Petersson 1, Boesen (n.e.).

SR: Colin Hartmann (Magdeburg) / Stefan Schneider (Barleben)

Zeitstrafen: 4 – 8 (Anusic 23:18, Brovka 33:45 – Karlsson 08:18 23:45, Heinl 29:49, Carlén 39:51)

Strafwürfe: 4/3 – 3/3; Karipidis scheitert an Sjöstrand (43:08 Min.)

Zuschauer: 2.513 in der Rothenbach-Halle, Kassel.

Spielfilm: 1:0 (3.), 3:3 (6.), 5:5 (9.), 6:6 (12.), 8:7 (15.), 9:8 (18.), 9:9 (21.), 11:11 (24.), 12:14 (27.), 14:16 (HZ), 16:17 (33.), 18:20 (36.), 20:21 (39.), 21:23 (42.), 22:24 (45.), 23:25 (48.), 23:26 (51.), 23:28 (54.), 24:30 (57.), 27:32 (EN).



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