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400 Gäste verfolgten Neujahrsempfang der Stadt Borken

Borken. Stadt-, Kreis-, Landes-, Bundes- und Europafahnen wehten am vergangenen Freitag, 21. Januar, vor dem Hotel am Stadtpark – Bürgerhaus. Ein äußeres, erstes Zeichen für den traditionellen Neujahrsempfang der Stadt Borken. In den Sälen des Hauses verbreiteten bunte Blumengestecke einen ersten Hauch des kommenden Frühlings. Gut 400 Gäste waren der Einladung zum Empfang gefolgt. Das gebotene Programm war ein gelungener Wechsel zwischen Musikgenuss, Borkener Originalen und jeder Menge kommunaler und nationaler Information. Ein Glas Sekt wurde bereits zur Begrüßung im Foyer gereicht und Schornsteinfegerin Nina Weber übergab kleine Geschenke als Glücksbringer. Für den generellen musikalischen Rahmen sorgte Borkens Stadtkapelle – die Frauen und Männer der Borkener Bläser.

Gute Vorsätze

Stadtverordnetenvorsteher Heinz Meier war es vorbehalten, die Besucher des Neujahrsempfangs zu begrüßen. Darunter viele Ehrengäste, stellvertretend für alle sei an dieser Stelle der geschäftsführende Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen, Gerhard Grandke, genannt. „Alle Jahre wieder wird der Mensch zum Jahreswechsel moralisch und will sich in ein besseres Ich verwandeln. Doch der Anspruch zwischen Wille und Wirklichkeit ist schwer“, stellte Stadtverordnetenvorsteher Heinz Meier fest. Zwar fasse die Hälfte aller Menschen alljährlich gute Vorsätze, doch nur acht Prozent erreichten dabei auch ihr Ziel. Denn immer mehr und immer schneller funktioniere nicht.

Aufeinander zugehen

Einen ersten musikalischen Glanzpunkt setzte der Chor der Gustav-Heinemann-Schule. In nachdenklichen Gedichten und gut ausgewählten Liedern wurde statt Egoismus ein Stück mehr an Miteinander eingefordert. Der gedankliche Inhalt war für gute Vorsätze mehr als geeignet. Jutta Kaiser hatte die Schülerinnen und Schüler, die am Flügel von Michael Schmidt begleitet wurden, sehr gut auf den Auftritt vorbereitet. Ein dickes Lob hatten sich alle wahrlich verdient.

Karneval und Bärenfänger
Bürgermeister Bernd Heßler übernahm die Moderation des Abends und leitete geschickt in die närrische fünfte Jahreszeit über. Damit gab er Prinz Jörg II. aus dem Hause Fuchs vom Borkener Carneval Club eine Steilvorlage. In Reimform gab der Rektor der Grundschule seine Premiere in der Bütt und hob dabei zu Recht das Ehrenamt in die Höh. Natürlich vergaß er nicht das 50-jährige Jubiläum des BCC zu erwähnen.

Die Borkener Bärenfänger verkörperten erneut ein Stück Borkener Originalität und Frieder Letzing hatte so manch schelmigen Spaß und Spruch parat. Beim Gesang waren die sechs rauhen Gesellen zunächst noch etwas schwach auf der Brust. Zumindest beim ersten Lied, das ihnen vor mittlerweile 25 Jahren der verstorbene Heini Wettlaufer geschrieben hatte. Beim Borkener-Lied, gesungen nach der Melodie der Nationalhymne, hatten sie dann zu alter Stimmkraft zurück gefunden.

Folgen und Lehren
Volksnah das Gastreferat von Gerald Grandke, geschäftsführender Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen. Mit Humor stieg der gebürtige Offenbächer in sein Thema ein und berichtete von der Finanzmarktkrise als hoffentlich lehrreiche Zeitenwende für Sparkassen aber vor allem für die international tätigen Großbanken. Er rupfte gehörig am Mythos so manch geldgieriger Banker und bezeichnete sie als Mitglied einer Glaubensgemeinschaft. Die ländlich verwurzelten Sparkassen hätten sich aus dem internationalen Finanzgeschäft mit irrwitzigem und unübersichtlichem Risiko herausgehalten. Er verteidigt aber die Stützung der Banken in der Finanzkrise. „Nur so war eine Kernschmelze zu vermeiden. Allerdings kann sich die Staatengemeinschaft eine zweite Finanzkrise nicht mehr leisten.“ Die Großbanken müssen wieder in die Marktwirtschaft integriert werden, denn das Tragen von Verlusten durch die Steuerzahler sei nicht mehr akzeptabel. „Die Gier hat den gesunden Menschenverstand ausgeblendet.“ Lebendig und belebend seine verständlichen und beispielhaften Ausführungen. Seitenhiebe als Offenbächer in Richtung einer Stadt am Main konnte er sich nicht verkneifen. Gut 40 Minuten Gastreferat, das bei den Zuhörern Anklang fand.

Musicalmelodien
Für entspannende, musikalische Unterhaltung sorgten im Anschluss Ruth Fiedler und Tochter Daniela mit Musicalmelodien. So wurde das Publikum unter anderem in die weltbekannten Musicals „Hair“ und „Cabaret“ entführt. Das Familienduo Ruth Fiedler am Flügel und Daniela Fiedler per Gesang war eine gelungene Symbiose mit erfolgversprechenden Zukunftsperspektiven.

Wo stehen wir?
Mit der Frage, wo stehen wir eigentlich und der Lehre aus Stuttgart 21, dass sich die Bürger vieles nicht mehr bieten lassen, stieg Bürgermeister Bernd Heßler in sein Schlusswort zum Neujahrsempfang ein. So hielt er sich nur kurz auf internationaler und nationaler Ebene auf, sondern richtete seinen Blick direkt auf das Geschehen vor der kommunalen Haustür. Im Mittelpunkt seiner Worte standen die geschaffenen, stabilen Säulen des mittlerweile vor 20 Jahren begonnenen Strukturwandels. So gehöre die Stadt Borken mittlerweile nach Baunatal zum größten Standort des Original Teile Centers (OTC) des Volkswagenwerks. Zu bisher 49 neuen Betriebsansiedlungen dürften sich in 2011 weitere rund 150 neue Arbeitsplätze ergeben.

Eine zweite tragende Säule sei der kontinuierliche Aufbau des Tourismus. Grundlagen dafür sind das Borkener Seenland, das Hessische Braunkohle Bergbaumuseum aber auch die Kooperation in der touristischen Arbeitsgemeinschaft „Erlebnisregion Edersee“.  Er sprach dabei auch die ersten Planungen zur Nutzung des künftigen Gombether Sees und zum weiteren Ausbau des Naturbadesees Stockelache in den kommenden Jahren an.

Qualität statt Quantität
Die Kulturarbeit der Kommune soll künftig noch mehr zum Imagefaktor der Stadt beitragen. „Qualität statt Quantität lautet dabei das Motto“, betonte Bürgermeister Bernd Heßler. Der demografische Wandel treffe den ländlichen Raum besonders hart. Junge Menschen wandern ab, der Anteil der Senioren vor allem in den Stadtteilen steige. Deshalb sei die interkommunale Zusammenarbeit in der Region Schwalm-Eder-West eine gute und wirkungsvolle Arbeit. „Hier wird nicht für Akten oder Schränke geforscht, hier werden Zeichen für eine Weichenstellung der Zukunft gesetzt. Dazu zählt auch die Kooperation in der Leader-Region Schwalm-Aue.“ Die Attraktivität der Kernstadt als Versorgungszentrum, die geplanten Baumaßnahmen am Borkener Bahnhof, die Nachnutzung der ehemaligen Molkerei, der Neubau der Kinderkrippe, die Maßnahmen zum Ausbau weiterer Angebote zur Familienfreundlichkeit der Stadt und die damit verbundenen Bemühungen zur Bindung der Menschen an die Region, waren weitere Inhalte seiner Worte

Würdigung des Ehrenamtes
Den Schluss seiner Neujahrsrede widmete Bürgermeister Bernd Heßler dem Ehrenamt. Denn: „Ohne Ehrenamt geht gar nichts.“ So bescheinigte er allen Vereinen, Verbänden, Kirchen und sonstigen Organisationen eine hervorragende Arbeit. Die ehrenamtliche Arbeit müsse und werde durch materielle und finanzielle Unterstützung der Kommune begleitet. Abschließend bat er um Unterstützung für die anstehenden Aufgaben, die man nur durch gemeinsame Arbeit bewältigen kann. Und um Zufriedenheit für das, was man erreicht hat. Mit der gemeinsam gesungenen und von den Borkener Bläsern gespielten Nationalhymne endete der offizielle Teil des Neujahrsempfangs. Fast im Zeitplan um 21.45 Uhr. (sb)



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