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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Kinderuni beschäftigte sich mit sauberem Wasser

Melsungen. Sauberes Trinkwasser war das Thema der zweiten Kinderuni. Die in einen Vorlesungssaal umgebaute Stadthalle war bis auf den letzten Platz belegt. Einige Hörer mussten sich sogar mit einem Sitzplatz auf der Treppe begnügen, um die spannende Vorlesung zu verfolgten. Im Mittelpunkt der theoretischen und praktischen Darbietungen und Vorführungen stand der Wasserfilter PAUL.

Dr.-Ing. Wernfried Schier hatte sein „Kinderstudenten“ schnell für sich gewonnen. Die Kinder beeindruckten mit ihrem Wissen. Auf fast jede Frage gab es Antworten. Wozu gebraucht der Mensch Wasser? Wie wichtig ist das Wasser für das tägliche Leben? Was geschieht bei Genuss von schmutzigem Wasser?

Der Dozent erklärte, dass Überschwemmungen zu den häufigsten Naturkatrastrohen gehören, die genießbares Wasser schnell knapp werden lassen.

„Wie kann aus schmutzigem trinkbares Wasser herstellen?“ In einer Versuchsreihe demonstrierte Diplomchemikerin Alice Schneider  vom Institut für Wasser, Abwasser, Abfall und Umwelt der Universität Kassel, dass weder mit Sieben noch Kaffeefiltern sauberes Wasser gewonnen werden kann. Die Lösung des Problems brachte die Membran. Dr. Schier war geplättet, als auf seine Frage, welche Teile am menschlichen Körper Membranfunktion haben, sehr schnell aus dem Kreis der Kinder die Antwort „Haut“ kam.  Marianne Goujard erlebt eine halbe Stunde ihres zehnten Geburtstags als Assistentin auf der Bühne und half beim Begutachten der Versuchsergebnisse. Sie fand heraus, dass sich die für den Nanofilter verwendete Membran tatsächlich wie Haut anfühlt.

Den Kindern wurde klar, wie der Wasserfilter PAUL erfunden wurde. Sie erfuhren, wie lange es dauern kann, bis ein genial einfaches System wie PAUL entwickelt ist. PAUL ist übrigens eine Abkürzung und steht für Portable Aqua Unit for Lifesaving, übersetzt: Tragbare Wasseraufbereitungsanlage für Lebensrettung.

Der Präsident des Lions Club Melsungen, Dr. Gunther Claus, erklärte den Hörern, dass sich seine Clubfreunde gerne für PAUL engagieren. Er berichtete, dass die deutschen Lions inzwischen mehr als 400 der Wasserfilter PAUL in alle Welt geschickt haben, um dort notleidenden Menschen vor allem in schwer zugänglichen Gebieten zu helfen.  Diese Hilfe werde man gerne, hoffentlich mit Unterstützung vieler Mitbürger auch in Zukunft leisten.

Der Leiter der Melsunger Gesamtschule, Volker Wiegand moderierte die Vorlesungen. Die Studenten spendeten, wie in einer Vorlesung üblich, mit heftigem Klopfen auf die Tische bemerkenswerten Applaus.

Die stellvertretende Vorsitzende des Vereins Familienfreundliches Melsungen, Ilona Braun dankte dem Lions Club Melsungen. Er habe die Kosten der Universität Kassel getragen und auf diese Weise nicht nur dem Projekt PAUL, sondern auch der Jugendarbeit in Melsungen geholfen. (rho)



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