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Wallfahrtskirche Quinau: Renovierung schreitet voran

Die Wallfahrtskirche in Quinau heute. Foto: Wolfgang ScholzQuinau/Trutzhain. „Es geht sichtbar aufwärts, aber es bleibt noch ein ganzes Stück Arbeit“, sagte Pfarrer Alois Heger aus Komotau (Chomutov) auf die Renovierungsarbeiten an der Wallfahrtskirche in Quinau (Kvetnov) angesprochen. 2008 hat der tschechische Staat die barocke Wallfahrtskirche an der Grenze zu Sachsen wieder in Besitz der Diözese Leitmeritz (Litomerice) zurückgegeben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden alle Kirchen in Tschechien enteignet und auch nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ gestaltet sich die Rückgabe der ehemals kirchlichen Besitzungen als eine langwierige Angelegenheit.

Seit der Rückgabe der Wallfahrtskirche in Quinau laufen die Bemühungen um die Renovierung der Kirche, deren Ursprung im Jahr 1592 liegt, grenzüberschreitend. Als sichtbares Zeichen des Miteinanders der Menschen auf beiden Seiten der Grenze soll die Wallfahrtskirche Treffpunkt der Wallfahrer erhalten bleiben. Entsprechend wird die Wallfahrt in tschechischer und deutscher Sprache angeboten. Rund 126.000 Euro sind in Renovierung der Kirche bereits geflossen, darunter Eigenmittel der Gemeinde, Spenden von Gläubigen und Institutionen sowie EU-Gelder. Mindestens noch einmal soviel Geld wird nötig sein, um das Gotteshaus wieder instand zu setzten. Der Förderverein „Mittleres Erzgebirge Komotauer Land“ bemüht sich zudem um aktive Hilfe.

Unterstützung erfuhr das Projekt auch aus Schwalmstadt. Mit Spenden der Katholischen Pfarrkuratie Maria Hilf in Trutzhain und des Lions-Club Schwalmstadt konnte mit geholfen werden. Die Wallfahrtsorte Quinau und Trutzhain verbindet eine gemeinsame und besondere Geschichte. Nach der Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg sammelten sich viele Quinauer Wallfahrer in Trutzhain, um dort ihre Wallfahrt zu feiern. Über die Jahrzehnte entwickelte sich Trutzhain zum eigenständigen Wallfahrtsort der Katholiken in der Nordhessischen Diaspora. Heute sind beide Orte als Wallfahrtsorte anerkannt und geschichtlich eng miteinander verbunden. Dabei könnten die beiden Kirchen in ihrer Bauweise unterschiedlicher nicht sein; in Quinau die altehrwürdige Barocke Wallfahrtskirche und in Trutzhain die moderne Zeltkirche, geprägt vom Gedanken des Zweiten Vatikanischen Konzils. Trotz der Unterschiede ist eine besondere Beziehung zwischen beiden Wallfahrtsstätten, in denen die Quinauer Madonna verehrt wird, geblieben. „War die Quinauer Wallfahrt ehemals ein Zeichen der Trennung der Menschen in Europa, so entwickelt sie sich heute zu einer sichtbaren Brücke des Glaubens“, sagte Pater Piotr Pasko OMI, Moderator und Pfarrer im Pastoralverbund Maria Hilf, Schwalmstadt. (red)



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