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GEW-Landesvorsitzender: „Brauchen einen Politikwechsel“

Über 2.000 Menschen fordern in Kassel gute Arbeit, sichere Renten und ein soziales Europa. Foto: nhKassel. Über 2.000 Menschen haben am 1. Mai in Kassel an der Demonstration des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) unter dem Motto „Gute Arbeit. Sichere Rente. Soziales Europa.“ teilgenommen. Als Hauptredner forderte der GEW-Landesvorsitzende Jochen Nagel eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die den gemeinsam erwirtschafteten Reichtum gerecht verteilt. „Dafür brauchen wir einen Politikwechsel hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit“, sagte Nagel am Mittag bei der Abschlusskundgebung in der Karlsaue in Kassel.

Konkret forderte der Gewerkschafter einen gesetzlichen Mindestlohn, der ein Leben auch im Alter ohne Armut gewährleistet. Zudem müssten die Rentenkürzungen und die Rente mit 67 zurückgenommen werden, sagte Nagel. Wohlhabende müssten mehr zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben herangezogen werden. „Wir brauchen die Besteuerung von großen Vermögen und Erbschaften“, sagte Nagel unter dem Applaus der Zuhörer.

Erinnerung an Zerschlagung der Gewerkschaften
Die Demonstranten waren zuvor vom Philipp-Scheidemann-Haus zum Königsplatz gezogen und hatten dort mit einer Zwischenkundgebung an die Zerschlagung der Gewerkschaftsbewegung durch die Nationalsozialisten vor 80 Jahren erinnert. Der nordhessische DGB-Regionsgeschäftsführer Michael Rudolph sagte, tausende Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter hätten auch während der

NS-Zeit für Demokratie und Freiheit gekämpft. „Wir verneigen uns vor diesen Menschen“, sagte Rudolph. „Wir werden es nie wieder zulassen, dass uns die Freiheit genommen wird“, sagte er.

Der Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) sagte in seinem Grußwort auf dem Königsplatz, die meisten Menschen in Kassel befürworteten Vielfalt und wollten in Respekt miteinander leben. Es gebe aber auch Hass und Intoleranz. „Wir müssen wachsam bleiben, auch viele Jahre nach 1945“, sagte Hilgen. Toleranz und Solidarität seien unverzichtbare Werte für die Kasseler Stadtgesellschaft.

Neben diesen angesichts der NSU-Mordserie wichtigen Appellen gab es bei dem Zwischenstopp zudem hoffnungsvolle Töne. So berichteten junge Auszubildende und Berufsschüler aus Deutschland und Polen über Begegnungen und gemeinsame Bildungsarbeit in der Gedenkstätte Auschwitz. „Wir wissen mehr voneinander als jemals zuvor“, sagte Anna Faruga aus Polen in einem kurzen Redebeitrag. Ihre Welt sei durch die Begegnungen größer geworden.

Politik soll Schluss machen mit prekärer Beschäftigung
Bei der anschließenden Kundgebung in der Kasseler Karlsaue forderte der nordhessische DGB-Regionsgeschäftsführer Michael Rudolph von der Politik, endlich Schluss zu machen mit prekären Arbeitsverhältnissen. „Arbeit muss gut bezahlt werden – das ist ja wohl nicht zu viel verlangt“, rief er den Kundgebungsteilnehmern zu. Gesetzliche Maßnahmen zur Ausdehnung des Geltungsbereiches von Tariflöhnen seien ebenso notwendig wie die Einführung flächendeckender Mindestlöhne. Zudem dürften öffentliche Aufträge künftig nur noch an Unternehmen gehen, die ausreichend ausbilden und anständige Löhne zahlen, sagte der Gewerkschafter. (red)

nordhessen.dgb.de



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