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Inflationsrate sinkt im Mai auf 0,7 Prozent

Hessen. Das Niveau der Verbraucherpreise in Hessen lag im Mai 2014 um 0,7 Prozent höher als vor einem Jahr. Dies ist die niedrigste Inflationsrate seit August 2010 (ebenfalls plus 0,7 Prozent). Im April hatte die Inflationsrate 1,3 Prozent und im März sowie Februar jeweils 1,0 Prozent betragen. Binnen Monatsfrist sank das mit dem Verbraucherpreisindex gemessene Preisniveau um 0,2 Prozent. Der deutliche Rückgang der Inflationsrate im Mai ist vor allem auf zwei statistische Effekte zurückzuführen. Aufgrund des späten Osterfestes stiegen im April (plus 10,4 Prozent gegenüber April 2013) die Preise für Pauschalreisen besonders stark, wodurch die Inflationsrate vorübergehend im April nach oben getrieben wurde. Dieser Effekt entfiel im Mai, Pauschalreisen waren sogar 3,5 Prozent billiger als vor einem Jahr und wirkten damit dämpfend auf die Inflationsrate.

Ebenfalls dämpfend wirkte ein Basiseffekt bei den Glücksspielen auf die Inflationsrate im Mai. Der Preis für Lotto wurde im Mai 2013 deutlich erhöht, wodurch das Niveau der Inflationsrate um 0,2 Prozentpunkte stieg. Dieser Effekt auf die Inflationsrateblieb zwölf Monate wirksam, fiel also im Mai 2014 wieder weg. Ebenfalls dämpfend auf die Inflationsrate wirkte, dass Nahrungsmittel nach den deutlichen Preissteigerungen der Jahre 2012 und 2013 im Mai 2014 erstmals wieder im Vorjahresvergleich billiger waren (minus 0,2 Prozent). Auch die Preise für Energie (Haushaltsenergie und Kraftstoffe); (minus 0,5 Prozent) und Gebrauchsgüter (minus 0,3 Prozent) lagen im Mai unter dem Vorjahresniveau.

Das Preisniveau für Energie sank im Mai gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent und lag 0,5 Prozent unter dem Wert von Mai 2013. Die Preisentwicklung der einzelnen Energieprodukte verlief unterschiedlich. Billiger gegenüber April 2014 wurden Diesel und Autogas (jeweils minus 1,2 Prozent gegenüber April 2014), Benzin (minus 1,1 Prozent) und Heizöl (minus 0,2 Prozent). Das Preisniveau für Strom und Erdgas blieb unverändert. Binnen Jahresfrist  sanken die Preise für Autogas (minus 6,5 Prozent gegenüber Mai 2013), Diesel (minus 3,1 Prozent), Benzin (minus 2,5 Prozent) und Heizöl (minus 1,4 Prozent). Erdgas verteuerte sich um 2,4 Prozent und Strom um 2,2 Prozent. Ohne Energie gerechnet lag die Inflationsrate bei 0,9 Prozent.

Der Rückgang des Preisniveaus für Nahrungsmittel (minus 0,1 Prozent gegenüber April 2014) ist durch niedrigere Preise für Gemüse (minus 3,2 Prozent), Fisch (minus 1,2 Prozent) sowie Speisefette und -öle (minus 0,5 Prozent) verursacht. Für Obst (plus 1,0 Prozent), Brot und Getreideerzeugnisse (plus 0,6 Prozent), Molkereiprodukte und Eier (plus 0,2 Prozent) sowie Fleisch und Fleischwaren (plus 0,1 Prozent) zahlten die Verbraucher mehr als im Vormonat. Gegenüber Mai 2013 wurden Nahrungsmittel insgesamt um 0,2 Prozent billiger. Im April lag die Jahresteuerungsrate noch bei 1,0 Prozent, im Durchschnitt des Jahres 2013 bei 4,2 Prozent. Die Teuerung der einzelnen Produktgruppen verlief sehr unterschiedlich. Besonders deutlich sanken binnen Jahresfrist die Preise für Gemüse (minus 11,0 Prozent gegenüber Mai 2013). Ebenfalls billiger wurden Fleisch und Fleischwaren (minus 2,3 Prozent) sowie Speisefette und -öle (minus 0,1 Prozent). Die Preise für Molkereiprodukte und Eier (plus 7,4 Prozent), Fisch (plus 3,5 Prozent), Brot und Getreideerzeugnisse (plus 1,9 Prozent) sowie Obst (plus 0,3 Prozent) stiegen.

Das Preisniveau für alkoholfreie Getränke lag im Mai 2014 um 0,3 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Hier gab es eine geteilte Entwicklung. Während Kaffee, Tee und Kakao deutlich billiger waren (minus 4,3 Prozent gegenüber Mai 2013), stiegen die Preise für Mineralwasser, Limonaden und Säfte um durchschnittlich 1,7 Prozent. Alkoholische Getränke verteuerten sich um 0,6 Prozent, Tabakwaren um 4,5 Prozent.

Die Preise langlebiger Gebrauchsgüter lagen im Mai 2014 um 0,6 Prozent unter dem Niveau von Mai 2013, die Preise von Gebrauchsgütern mit mittlerer Lebensdauer 0,1 Prozent darunter. Billiger wurden insbesondere Produkte der Unterhaltungselektronik (minus 2,6 Prozent), darunter vor allem Laptops (minus 10,1 Prozent) sowie DVD- und Blue-ray-Player (minus 7,0 Prozent). Entgegen dem Trend sinkender Preise in dieser Produktgruppe wurden Tintenstrahldrucker (plus 7,9 Prozent) und Laserdrucker (plus 4,5 Prozent) binnen Jahresfrist teurer. Bei Haushaltsgeräten sank das Preisniveau (minus 1,8 Prozent gegenüber Mai 2013) weiter. Bekleidung wurde teurer (plus 0,2 Prozent), Schuhe billiger (minus 2,2 Prozent).

Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) verteuerten sich im Mai binnen Jahresfrist durchschnittlich um 1,0 Prozent. Höhere Preise zahlten die Verbraucher u. a. für Verbundfahrkarten (plus 3,5 Prozent gegenüber Mai 2013), Friseurleistungen (plus 2,1 Prozent) sowie Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (plus 1,6 Prozent). Die Wohnungsmieten, deren Gewicht im Verbraucherpreisindex gut ein Fünftel beträgt, lagen im Mai 2014 1,6 Prozent über dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats. (red)



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