Startseite


Ihre Werbung hier!

Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 13. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

EHF-Cup: MT schlägt RK Nexe mit 34:26

Gehörte gestern zu den erfolgreichsten Torschützen: Johannes Sellin. Foto: HartungKassel/Melsungen. Mit dem fünften Sieg im sechsten Spiel der Gruppenphase des EHF-Cups unterstrich die MT Melsungen ihre führende Rolle in Gruppe D. Gegen den kroatischen Vertreter RK NEXE Nasice siegten die Nordhessen vor 1.927 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle mit 34:26 (20:14). Nach starken 20 Minuten zu Beginn, in denen die Gäste regelrecht auseinandergespielt wurden, ließen es die Gastgeber dann etwas lässiger angehen. Was Mitte der zweiten Hälfte noch einmal zu Spannung führte, als Nexe auf drei Tore aufschloss. Erst ein energischer Schlussspurt ebnete den Weg zum letztlich auch in dieser Höhe verdienten Sieg. Erfolgreichste Schützen für Melsungen waren Malte Schröder, Momir Rnic und Johannes Sellin mit jeweils fünf Treffern, bei den Gästen waren Marin Sakic und Tomislav Nuic je sechsmal erfolgreich.

Mit ungewohnter Startformation gingen die Nordhessen in die Partie. Auf den Außenbahnen durften Christian Hildebrand und Jeffrey Boomhouwer ran, Nenad Vuckovic als Spielmacher besetzte mit Malte Schröder und Momir Rnic den Rückraum, Felix Danner ging an den Kreis. Dazu bekam Per Sandström Gelegenheit, sein Können zwischen den Pfosten unter Beweis zu stellen. Und dass diese Aufstellung alles andere als eine Zweitbesetzung ist, stellten die Rot-Weißen von Beginn an eindrucksvoll unter Beweis. Sowohl in der Verteidigung, wo Nexe zweimal am Block sowie gleich mehrfach an Sandström scheiterte, als auch im Angriff. Da verstand es vor allem Hildebrand, sich dem Zugriff seines Gegenspielers immer wieder zu entziehen. Um entweder dann selbst abzuschließen oder das Spiel so in die Breite zu ziehen, dass Malte Schröder die nötigen freien Wurfgassen bekam. Das Resultat waren entweder unhaltbare Treffer von Schröder, gleich drei davon in der Anfangsphase, oder aber Traumkombinationen über das gesamte Feld, ausgehend von Boomhouwer über Schröder mit Anspiel hinter dem Rücken auf Hildebrand (8:5, 11.). Dazu kam noch ein Kracher von Vuckovic unter die Latte und eine feine Einzelleistung von Boomhouwer zum 10:5, was Gästetrainer Zdenko Kordi schon nach zwölf Minuten zur Auszeit zwang.

Die jedoch keine Wirkung zeigte. Weil sich die MT inzwischen so richtig in Fahrt gespielt hatte und die Kroaten nicht eine Minute zum Durchschnaufen kommen ließ. Hildebrand, Schröder, Boomhouwer sogar per Rückhandwurf, erneut waren es die drei Aktivposten auf Seiten der Gastgeber, die schnell auf 13:5 erhöhten (14.). Fast wie im Training lief der Ball durch die Reihen, so dass die Gäste mehr als einmal überfordert wirkten. Linksaußen Tomislav Nuic und Kreisläufer Marin Sakic waren die einzigen, die dem etwas entgegenzusetzen wussten und mit ihren Toren dafür sorgten, dass es bis zur Pause nicht zum völligen Debakel kam, das sich beim Stand von 19:10 (Hildebrand, 23.) abzuzeichnen drohte. Erst ein Torhüterwechsel von Perica Lalic, der mit leichtem Fieber in die Partie gegangen war, nur einen einzigen Ball zu fassen bekam und sonst nur hinter sich greifen musste, auf Edi Vesligaj, der zu seinem allerersten Einsatz in der Männermannschaft von RK kam, brachte Entlastung für Nexe. Auch, weil der Junioren-Spieler gleich einen schwach geworfenen Siebenmeter von Michael Allendorf parierte (19:12, 26.). Was bis zu diesem Zeitpunkt seinem Gegenüber Sandström bereits zweimal gegen Eter (5.) und Nuic (24.) gelungen war. Pfosten, Latte und einige leicht unkonzentrierte Aktionen im Vorwärtsgang waren der Grund, dass bis zur Pause nur noch ein MT-Treffer durch Sellin vom Siebenmeterpunkt zu notieren war, während Nexe das Resultat etwas erträglicher gestalten konnte.

Zum zweiten Durchgang durften dann Michael Allendorf und Johannes Sellin ran. Dazu Philipp und Michael Müller auf den Halbpositionen im Rückraum und Mikael Appelgren im Tor. Michael Müller startete sofort mit dem 21:14 durch, Mikael Appelgren parierte gegen den frei durchgebrochenen Marin Vegar. Auch Nexe brachte mit Rechtsaußen Josip Crnic, Linksaußen Karlo Oroz und dem Halblinken Mirko Herceg frische Kräfte. Vor allem der quirlige Crnic wusste zu gefallen und traf zweimal, während auf Melsunger Seite zunehmend Sand ins Getriebe kam. Zwei misslungene Kempa-Anspiele kennzeichneten die fahrige Spielweise nach dem Wechsel, die in komplettem Gegensatz zu dem stand, was an Spielfreude und Spielwitz vor dem Wechsel zu Szenenapplaus geführt hatte. Den Kroaten konnte es recht sein, denn sie verkürzten Tor um Tor bis auf 22:19 (40.).

Nach einer Auszeit durch MT-Trainer Michael Roth brauchte es die unglückliche Unterstützung von Gästetorhüter Vesligaj, der einen Pfostenabpraller nach Sellin-Wurf ins eigene Netz lenkte, um die Nordhessen wieder in die richtige Bahn zu zwingen. Philipp Müller und Felix Danner konnten  sich mit Erfolgen anschließen, weil Appelgren den Boden dafür bereitete. Als Michael Allendorf einen Pass von Johannes Sellin aus der eigenen Hälfte zum 27:20 nutzte, waren die zwischenzeitlich leise aufkommenden Zweifel am klaren Sieg jedoch wieder verflogen (47.). Und es stellte sich sogar wieder Szenenapplaus wie in der ersten Hälfte ein, als eine weitere Co-Produktion der MT-Flügelzange in einem sehenswerten Allendorf-Dreher zum 29:22 mündete (50.). Die verbleibenden Minuten brachten keine einschneidende Änderung mehr im Spielverlauf. Nexe gab sich geschlagen, die MT spulte ihr Programm routiniert und weitgehend ohne Schnörkel ab. Was auch die Fans auf den Rängen wieder versöhnte, die trotz fehlender Spannung durch die deutliche Führung bis in die letzten Sekunden lautstark hinter ihrem Team standen und den fünften Sieg im fünften Europacup-Heimspiel ausgiebig mit Standing Ovations feierten.

Stimmen zum Spiel
Michael Roth: Das war genau das Spiel, was wir erwarten durften. Wir haben uns vor allem in der ersten Hälfte gut präsentiert und genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Nach der Halbzeit hat die Mannschaft den Faden etwas verloren. Aber auch das ist normal in einem Spiel, in dem man hoc führt und in dem es nicht mehr um so viel geht. Es war wichtig, dass wir uns daraus wieder befreit haben und sich keiner unserer Spieler verletzt hat. Jetzt bereiten wir uns gedanklich schon auf das wichtige Spiel am Mittwoch in der Bundesliga gegen Berlin vor.

Zdenko Kordi: Zuerst muss ich unserem Gegner gratulieren. Wir wussten, dass das ein schweres Spiel wird und hatten dem entsprechend viel Respekt. Melsungen hat gut angefangen, was das Spiel auch entschieden hat. Wir haben versucht, ein wenig durchzuwechseln und deshalb auch einige Fehler gemacht. Melsungen dagegen hat kraftvoll und schnell nach vorn gespielt. Dass sie die Favoriten in unserer Gruppe waren, wussten wir von Anfang an. Jetzt wünschen wir ihnen viel Glück im Europacup-Viertelfinale und auch in der Bundesliga.

Nenad Vuckovic (MT): Ich denke, wir haben sehr konzentriert und gut angefangen. In der zweiten Hälfte hatten wir dann eine Phase, in der wir zu unkonzentriert agiert haben. Da wurden wir etwas nervös und hektisch, als Nexe auf drei Tore heran kam. Jetzt gilt unsere Vorbereitung ganz dem Spiel am Mittwoch gegen die Füchse Berlin.

Edi Vesligaj (RK): Das Spiel war sehr gut und ich bin sehr froh, dass ich meine Chance hier bekommen habe. Dafür möchte ich meinem Trainer sehr danken.

Statistik
MT Melsungen: Appelgren (6 P. / 11 G.), Sandström (7 P. / 13 G.); Maric (1), Sellin (5/2), Fahlgren (1), Schröder (5), Hildebrand (4), Danner (3), P. Müller (1), Boomhouwer (2), Rnic (5), Allendorf (4/1), Vuckovic (2), M. Müller (1)

RK Nexe: Lelic (1 P. / 19 G.), Juzbasic (n.e.), Vesligaj (7 P. / 13 G.); Eter, Crnic (2), Mrdenovic (1), Tomas, Kruzic (1), Jurjevic (2), Sokolic (1), Nuic (6/3), Bozic, Sakic (6), Vegar (4), Oroz, Celebi (1), Herceg (2)

Schiedsrichter: Daniel Accoto Martins (Portugal) / Roberto Accoto Martins (Portugal); EHF-Delegierter: Janko Pozeznik (Slowenien)

Zeitstrafen: 2 – 2 (P. Müller 37:27 – Kruzic 51:27)

Strafwürfe: 4/3 – 5/3 (Eter scheitert an Sandström, 4:27 Min., Nuic scheitert an Sandström, 23:26, Allendorf scheitert an Vesligaj, 25:54)

Zuschauer: 1.927 in der Rothenbach-Halle, Kassel.

Die Auslosung der Viertelfinalpaarungen des EHF-Cups werden am Dienstag in Wien vorgenommen. (Bernd Kaiser)



Tags: , , , , ,


Ähnliche Beiträge

Bisher keine Kommentare


Einen Kommentar schreiben

© 2006-2018 SEK-News • Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt MediendesignBeiträge (RSS) und Kommentare (RSS)Impressum + DatenschutzAGB





Facebook Auto Publish Powered By : XYZScripts.com