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Neue Wurzeln geben

Mehr als 130 Teilnehmer bei der Auftaktveranstaltung von Forum-Asyl Schwalmstadt

Foto: nhSchwalmstadt-Treysa. Jede Menge Ideen und Adressen sind das Ergebnis der Auftaktveranstaltung des Forums-Asyl Schwalmstadt, die am vergangenen Donnerstagabend in der Festhalle der Eckard-Vonholdt-Schule in Schwalmstadt-Treysa stattfand. Mehr als 130 Menschen nahmen daran teil. Das Forum-Asyl Schwalmstadt hat sich im November aus sieben Akteuren gegründet, die sich in der Flüchtlingshilfe in und um Schwalmstadt engagieren: Der Arbeitskreis für Toleranz und Menschenwürde in Schwalmstadt, die Stadt Schwalmstadt, die Asyl und Flüchtlingskoordination des Schwalm-Eder-Kreises, die Flüchtlingsberatung des Diakonischen Werkes im Schwalm-Eder-Kreis, der Kirchenkreis Ziegenhain, die Diakonische Gemeinschaft Hephata und die Projektkoordinatorin Asyl der Hephata Diakonie mit Clara Förster.

Ziel des Forums ist es, eine Ehrenamtsstruktur zur Unterstützung und Begleitung von Flüchtlingen aufzubauen und zu koordinieren: Die Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, und die Menschen, die Hilfe von Ehrenamtlichen benötigen, sollen vom Forum unterstützt und miteinander in Kontakt gebracht werden. Die Koordination soll dabei vor allem in der Hand von Clara Förster liegen, die seit  1. Juli als Projektkoordinatorin Asyl für die Hephata Diakonie arbeitet und diese Funktion auch für das Forum-Asyl Schwalmstadt ausübt.

Die Auftaktveranstaltung am Donnerstagabend, 10. Dezember, war nun der erste Knotenpunkt für das geplante Netzwerk. Den Rahmen lieferten die Grußworte des Ersten Stadtrats Schwalmstadts, Detlef Schwierzeck, von Silvia Scheffer, Flüchtlingsberatung Diakonisches Werk im Schwalm-Eder-Kreis, und von Andreas Schnücker, Asyl- und Flüchtlingskoordinator des Schwalm-Eder-Kreises. Schwierzeck: „Flüchtlinge brauchen nicht nur ein Dach über den Kopf, sondern auch Anteilnahme und Lebensperspektiven.“ Hauptamtliche Stellen könnten nicht die volle Unterstützung für die Flüchtlinge leisten, die nötig sei, deswegen seien die Ehrenamtlichen gefragt. „Helfen wir den Menschen, die ihre Wurzeln verloren haben, wieder Fuß zu fassen.“ Silvia Scheffer machte auf das besondere Datum der Veranstaltung aufmerksam: Am 10. Dezember 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von den Vereinten Nationen verbschiedet. „Andreas Schnücker gab einen Überblick über die Zahlen: Mit Stand von Donnertagabend gab es 2047 Flüchtlinge im Schwalm-Eder-Kreis, zirka 80 bis 90 kämen pro Woche hinzu, so Schnücker. In Schwalmstadt lebten zirka 300 Flüchtlinge, 50 Prozent von ihnen stammten aus Syrien, Eritrea, Iran und Irak.  60 Prozent der Flüchtlinge in Schwalmstadt seien Erwachsene, zehn Prozent unter sechs Jahren alt, 13 Prozent zwischen sieben und 18 Jahren alt. Der Moderator des Abends Björn Keding, Geschäftsführer der Diakonischen Gemeinschaft Hephata, empfahl die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Anschluss in Arbeitsgruppen, die sich zu zehn weiteren Knotenpunkten des künftigen Netzwerkes bildeten. Organisation und Verwaltung von Sachspenden, Freizeitangebote, anlassbezogene Begleitung, Patenschaften, Fahrdienste, Hilfestellungen Handwerk, Dolmetscherpool und Sprache – sie waren als Formen der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe bereits im Vorfeld der Auftaktveranstaltung von den Organisatoren gesetzt worden. Als neue Ideen bildeten sich am Donnerstagabend noch zwei weitere Arbeitsgruppen zu einer offenen Fahrradwerkstatt des ADFC und einer interreligiösen Begegnung.

Björn Keding, Geschäftsführer der Diakonischen Gemeinschaft Hephata (am Pult) moderierte die Veranstaltung. Foto: nhDie Arbeitsgruppen wurden von Mitgliedern der sieben Akteure des Forums geleitet. Nach anderthalb Stunden Diskussion und Arbeit standen die ersten Ergebnisse und Ideen fest. Diese wird Clara Förster in den kommenden Tagen und Wochen dokumentieren und auswerten. Die Teilnehmenden der Veranstaltung werden dann ein Protokoll der Veranstaltung zugeschickt bekommen und von Clara Förster auch zu den folgenden Terminen eingeladen. Björn Kedings Schlusswort zur Veranstaltung: „Zusammen schaffen wir das!“ (me)

Wer Interesse hat mitzumachen, kann sich jederzeit noch für eine der Gruppen anmelden oder auch neue Ideen einbringen. Eine Anmeldung ist bei Clara Förster möglich unter (06691) 181113 und E-Mail: clara.foerster@hephata.de sowie www.forum-asyl.schwalm-eder.net.

Erste Ergebnisse und Ideen:

Sachspenden
Auf der Internetseite des Forums (www.forum-asyl.schwalm-eder.net) soll es eine digitale Möbel-Tauschbörse geben. Lagerräume auf dem Gelände der Hephata Diakonie stehen zur Verfügung für Sachspenden. Die ehemaligen Geschäftsräume des Bettenhauses Dötenbier könnten als Lagerräume angemietet werden. Es gibt bereits Kleiderkammern in der Kasseler Straße in Ziegenhain und im evangelischen Gemeindehaus Neukirchen. Auch hier wäre ehrenamtliches Engagement möglich.

Freizeit
Diese Arbeitsgruppe will sich bereits wieder am 14. Januar 2016 ab 18 Uhr im Jugendzentrum Burg treffen. Hier finden sich zahlreiche Vereine wieder, die vom Kochen übers Wandern und Schwimmen bis zum Malen und Fußball viele Angebote unterbreiten wollen. Angebote sollen sowohl im Chinapark als auch in der Gemeinschaftsunterkunft entstehen.

Anlassbezogene Begleitung
Für eine Begleitung beim Gang zum Arzt, zu Behörden, zur Beantragung von Kita-Plätzen und ähnlichem haben sich mehrere Menschen bereit erklärt.

Patenschaften
Neben den Menschen, die Patenschaften übernehmen wollen, gab es in der Gruppe auch zwei Supervisorinnen, die ihre Hilfe für die Ehrenamtlichen angeboten haben.

Fahrdienste
Acht Teilnehmer haben sich bereits erklärt begleitende Fahrdienste per Pkw oder Fahrrad oder auch Begleitung zu Fuß zu übernehmen.

Hilfestellungen Handwerk
Vier Teilnehmer haben sich in die Liste eingetragen, die bereit sind, bei der Renovierung von Wohnungen für Flüchtlinge oder auch Reparaturen behilflich zu sein.

Dolmetscherpool
Es hat sich ein Pool aus Menschen gefunden, die neben Englisch und Französisch auch Arabisch und weitere Sprachen beherrschen und dolmetschen können.

Sprache
Ein ehrenamtlich betriebenes Café als eine interkulturelle Begegnungsstätte in Treysa, eventuell in Räumen der Kirchengemeinde ist denkbar.

Hausaufgabenhilfe, auch von Schülern, anregen.

Fahrradwerkstatt
Sowohl Reinhard Darmstadt als auch Reinhold Tripp reparieren gebrauchte Fahrräder mit und für Flüchtlinge. Dafür werden sowohl Fahrräder als auch Kellerregale gesucht.

Interreligiöse Begegnung
Der gegenseitige Austausch zu Religion und Spiritualität kommt bei Nachfrage zustande. (red)



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