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Saisonauftakt: Melsunger Langstrecken-Asse in Uslar

Startschuss für den Lauf der Asse, mit den vier MT-Läufern links. Foto: nhUslar/Melsungen. Höhepunkt beim Tag der Läufer und Werfer im Solling-Stadion in Uslar war ohne Zweifel der Langstreckenlauf, wo die 3000- und 5000-Meter-Läufer gemeinsam auf die Reise geschickt wurden. Mit Tom Ring, der Physikstudent lief im Vorjahr die 5000 Meter unter 16 Minuten, und Hagos Bisrat Anbassajer, mit Bestzeiten über 3000 Meter (9:33,70), 5000 Meter  (16:16) und 10000 Meter ( 33:44 Minuten), waren zwei Langlauf-Asse vom PSV Grün-Weiß Kassel ebenfalls am Start, die allerdings die 5000 Meter liefen. Das Melsunger Sextett mit Lorenz Funck, Christian Schulz, Moritz und Marvin Knaust, Lynn Olson und dem Schüler Till Steuber wollte eine Woche vor den Landesmeisterschaften auf der 3000-MEter-Strecke mit guten Zeiten aufwarten.

Schon bald nach dem Start bildete sich bei kühlen Temperaturen und leichtem Wind eine Spitzengruppe von sechs Läufern, in der sich vor allem Tom Ring und Lorenz Funck um das Tempo bemühten. Außerdem befanden sich in dieser Gruppe noch Hagos Bisrat Anbassajer, Christian Schulz sowie Marvin und Moritz Knaust.

Foto: nhFür die ersten 1000 Meter wurden 3:10 Minuten notiert. Lorenz Funck, der die erste Zwischenmarke nach 3:05 erreichen sollte, um auf eine Endzeit von 9:15 Minuten zu kommen, lag bereits fünf Sekunden hinter der Marschtabelle zurück. Christian Schulz, der die ersten 1000 Meter in 3:15 Minuten anlaufen sollte, war nur eine Sekunde langsamer. Der 15-jährige Marvin Knaust, der im Vorjahr bei den hessischen Langstreckenmeisterschaften in Eschwege seine 3000m-Bestzeit mit 10:54 Minuten aufstellte, sollte in Uslar um 10:20 Minuten laufen. Wie sein vier Jahre älterer Bruder Moritz startete er sehr rasant und legte wie die Feuerwehr los. Marvin und Moritz liefen die erste Runde in 75 Sekunden an und  waren sieben bzw. neun Sekunden schneller als geplant. Auch nach dem ersten Drittel der Strecke lagen sie mit 3:17 Minuten noch auf einem Kurs von unter zehn Minuten. Das konnte natürlich nicht gutgehen. Deshalb mussten sie auf dem zweiten Teilabschnitt, den sie in 3:33 bzw. 3:36 Minuten zurücklegten, Tribut zollen und ihr Tempo stark reduzieren.

Lorenz Funck, der über Ostern mit dem HLV-Kader für eine Woche im Trainingslager in Bad Blankenburg verbrachte und dort seine Grundlagenausdauer verbessern wollte, fehlte sichtlich die Schnelligkeit und vor allem die Tempohärte, mit der im Vorjahr sehr oft positiv auffiel. Nach der Hälfte der Strecke lag der Jugendliche aus Obermelsungen mit 4:45 Minuten bereits acht Sekunden hinter seinem Fahrplan zurück. Christian Schulz, der die 3000 Meter in 9:45 Minuten zurücklegen sollte, hatte nach 1500 Meter bereits einen Rückstand von zehn Sekunden. Marvin Knaust war zur Halbzeit mit 5:06 Minuten noch eine Sekunde besser als geplant. Sein Bruder Moritz, der seit einiger Zeit mit der MT-Laufgruppe trainiert und sich über zehn Kilometer bereits um über fünf Minuten verbessert hat, lief mit 5:07 Minuten acht Sekunden schneller als er sollte.

Tom Ring vor Lorenz Funck und Hagos Banbassajer. Weiter hinten die Verfolger Christian Schulz sowie Marvin und Moritz Knaust. Foto: nhNach 3:10 benötigte Lorenz Funck für die zweiten tausend Meter 3:11 Minuten, so dass er die 2000m-Zwischenmarke nach 6:21 Minuten passierte. 26 Sekunden später erreichte Christian Schulz diesen Messpunkt und lag 17 Sekunden hinter der angestrebten Zeit zurück. Marvin und Moritz Knaust passierten diese Stelle nach 6:55 Minuten.

Den letzten Kilometer lief Lorenz Funck mit schweren Beinen nur mehr in 3:16 Minuten, so dass er auf eine Endzeit von 9:37,3 Minuten kam und seine Bestzeit aus dem Vorjahr von 9:32,4 Minuten deutlich verfehlte. Auch Christian Schulz konnte mit seiner Zeit von 10:01,3 Minuten nicht überzeugen. Allerdings lief er die letzten 1000 Meter mit 3:14 Minuten zwei Sekunden schneller als Lorenz Funck.

Besser machten es die Brüder Knaust. Während Marvin mit 10:28,8 Minuten fast eine halbe Minute schneller war als im Vorjahr, kam Moritz in seinem ersten 3000m-Lauf auf gute 10:31,8 Minuten. Diese beiden Zeiten lassen nach dem ersten Bahnrennen hoffen.

Bei der weiblichen Jugend beeindruckte Lynn Olson im 3000m-Lauf der U18 mit einer tollen Schlussrunde von 82 Sekunden. Die Schülerin aus Adelshausen vervollständigte ihre Galavorstellung, indem sie die B-Norm für die hessischen Meisterschaften auf dieser Strecke mit 12:18,3 Minuten um fast 30 Sekunden unterbot.

Die 15-Jährige war mit dem Vorsatz in das 3000m-Rennen gegangen, sich für die Landesmeisterschaften zu qualifizieren und persönliche Bestzeit zu laufen. Bereits nach dem ersten Drittel der Strecke war sie sich im Klaren, dass ihre Aussichten dafür gut standen. Lynn Olson  lief die erste Runde in 88 Sekunden an und hatte nach 1000 Meter eine Zeit von 3:56 Minuten vorzuweisen. Als sie die Zwischenzeit erfuhr, nahm sie das Tempo sofort heraus und lief den zweiten Abschnitt nur mehr in 4:20 Minuten. Trotzdem war sie nach fünf Runden immer noch vier Sekunden schneller als vorgesehen. Für den letzten Abschnitt erhöhte sie noch einmal das Tempo und kam nach einer fulminanten Schlussrunde auf starke 12:18,3 Minuten.

Lynn Olson überzeugte mit einer starken Leistung. Foto: nhAlwin J. Wagner zeigte sich von der Ausdauerleistung seines Schützlings sehr angetan. „Lynn blieb bei ihrem ersten Bahnrennen, das Auskunft über ihre Kondition geben sollte, um 17 Sekunden unter ihrer Vorjahresbestleistung, mit der sie hinter Marie Schwarz (Niederelsungen, 11,51,60 Min) bereits auf Rang zwei in Nordhessen zu finden war. Wer sie auf den letzten 200 Metern sah, konnte erkennen, dass noch unverbrauchte Reserven in ihr waren. So gesehen, dürfte ihre Zeit von Uslar noch längst nicht ihr letztes Wort in dieser Saison sein. Aber die 15-Jährige fühlt sich auf der Mittelstrecke wohler und versucht am Wochenende in Erbach anlässlich der hessischen Langstreckenmeisterschaften in einem Rahmenwettbewerb über 600 Meter einen der ältesten Kreisrekorde im Schwalm-Eder-Kreis zu verbessern. Vor mehr als fünfzig Jahren lief Heidrun Lies aus Guxhagen die eineinhalb Stadionrunden beim Pfingstsportfest in Großenritte in 1:55,5 Minuten. „Es ist geplant, dass Lynn diesen Rekord unterbieten soll“, sagte Alwin J. Wagner und hofft auf eine Zeit um 1:52 Minuten.  Dann würde auch der Kreisrekord von Ulrike Parschau (MT Melsungen) in der U20 fallen, denn die damals 18-Jährige lief am 3. Juni 1963 ebenfalls in Großenritte mit 1:53,9 Minuten. Diese Zeit steht seit über einem halben Jahrhundert wie ein Fels in der Brandung.

Bei den Schülern deutete Till Steuber an, dass er in dieser Saison in der Lage sein wird, auf den Strecken von 1000 bis 5000 Meter manchen Spitzenläufer seiner Altersklasse in Nordhessen in Schwierigkeit zu bringen. Im Vorjahr benötigte der 14-Jährige für die 2000 Meter 7:46,8 Minuten und war damit Viertbester im Jahrgang  2002 im Bezirk Kassel. In Uslar lief er die erste Runde in 81 Sekunden an, was eine Endzeit von knapp über zehn Minuten zur Folge gehabt hätte. Für das erste Drittel der Strecke benötigte der Schüler aus Beiseförth 3:39 Minuten und wurde für die Hälfte des Rennens mit 5:38 Minuten notiert. „Mein Plan sind 3:50 für jeden Kilometer, so dass ich am Ende auf 11:30 Minuten komme“ kündigte der 14-Jährige vor dem Rennen selbstbwusst an, nachdem er zwei Tage vorher beim Organisationslauf in Körle einen glänzenden Eindruck hinterlassen hatte. Erst zwei Runden vor Schluss wurde er zusehends müder und konnte die Schlussrunde nur mehr in 1:50 Minuten zurücklegen, was ihm eine Endzeit von 11:37,9 Minuten einbrachte. Dennoch konnte Till Steuber mit seinen drei 1000-Meter-Zeiten von 3:39 und zweimal 3:59 Minuten sehr zufrieden sein.

Und auch Trainer Wagner war mit diesem Auftakt seiner Schützlinge in Uslar zufrieden, denn es war für fast alle ein vielversprechender Beginn in die Leichtathletik-Saison 2016. (ajw)



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