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Harry Geier toppt 25 Jahre alte Bestzeit

Das Melsunger Team bei den Kreismeisterschaften über 800 Meter. Foto: nhMelsungen. Bei den 800-Meter-Kreismeisterschaften, die im Rahmen eines Abendsportfestes der MT 1861 Melsungen bei gutem Wetter im Waldstadion zur Austragung kamen, wurden 18 Titel vergeben. Mit acht Siegen holten sich die Ausdauerläufer der Melsunger Turngemeinde die meisten Siege. Fünf erste Plätze sicherten sich die Leichtathleten des TuSpo Borken und zwei Meisterschaften gingen auf das Konto des TSV Geismar. Je einmal konnten sich die Läufer vom ESV Treysa, TuS Fritzlar und des TSV Malsfeld in die Siegerliste eintragen.

Durch das Abholzen der Bäume rund um das Stadion fegte ständig ein Wind über die Bahn, der auf der Zielgeraden den Läufern entgegen blies und somit vielen guten Vorsätzen einen Strich durch die Rechnung machte. Wenn sich Rückenwind und Gegenwind bei den 800-Meter-Läufen bei einer mathematischen Rechnung vielleicht aufheben mag, so traf das in der Praxis nicht zu. Der starke Gegenwind war ein Nachteil für alle Läufer, die dadurch einige Sekunden liegen lassen mussten und dennoch gute Leistungen erzielten. Und wenn gleich in einigen Altersklassen – vor allem bei den Frauen und der weiblichen Jugend bedenkliche Lücken vorhanden waren, so gab es dennoch gute Leistungen in fast allen Klassen. Nicht zu übersehen sind jedoch die hoffnungsvollen Jungen und Mädchen, die in den Vereinen Melsungen, Borken, Treysa, Fritzlar und Geismar heranreifen.

Dr. Uwe Holzapfel, der unmittelbar vorher aus Stuttgart anreiste und sich nach 2-39,44 Minuten hinter Hans-Joachim Schröder den zweiten Platz holte. Foto: nhIm 800-Meter-Lauf der Männer wurde Yannik Hoos seiner Favoritenrolle gerecht. Der 26-jährige Langsprinter aus Borken, der im Vorjahr die Stadionrunde unter 50 Sekunden zurücklegte und vor einer Woche bei den Landesmeisterschaften mit 50,79 Sekunden den sechsten Platz belegte, lief im Melsunger Waldstadion ein taktisch, kluges Rennen. Es sah zunächst so aus, als ob Christian Schulz dieses Rennen beherrschen würde, denn unmittelbar nach dem Startschuss setzte er sich in flotter Fahrt an die Spitze. Der Jugendliche Er hatte den Mut zum Tempolaufen und passierte nach 59 Sekunden die erste Hälfte. Yannik Hoos lief in seinem Windschatten, aber Schulz störte das wenig. Unbeirrt lief er sein Tempo und bog als Erster auf die Zielgerade ein. Aber er konnte die Schlussattacke des Borkeners nicht parieren und war auf den letzten 50 Metern chancenlos. Yannik Hoos holte sich in 2:00,87 Minuten den Sieg. Christian Schulz kam völlig ausgepumpt nach 2:03,23 Minuten vor Moritz Knaust (2:16,58) und Tobias Stang (2:20,95) als Vizemeister über die Ziellinie.

Bei den Senioren sicherte sich Volker Henkel in der M40 den 800m-Titel in 2:35,36 Minuten. In der M45 lieferten sich Hans-Joachim Schröder (Borken) und Dr. Uwe Holzapfel ein spannendes Duell. Auf der Zielgeraden setzte sich Schröder in 2:37,47 Minuten knapp vor Dr. Holzapfel (2:39,44) durch, der kurz vorher aus Stuttgart anreiste. Knapp dahinter erreichte Helmut Kleinmann (Borken, 2:40,62) als Sieger der M55 die Ziellinie. Für den Paukenschlag sorgte in diesem Lauf Harry Geier, der mitten in der Vorbereitung für die deutschen Seniorenmeisterschaften über 400 Meter steckt. Der fast 81-Jährige mehrfache Welt- und Europameister unterzog sich einem Ausdauertest und legte die erste Runde unter 100 Sekunden zurück. Da er nicht viel langsamer wurde, kam er nach 3:23,57 Minuten nicht nur als Kreismeister der M80 ins Ziel, sondern auch als neuer Rekordhalter des Hessischen Leichtathletik-Verbandes. Waldemar Wenzel (Hanau-Bruchköbel) lief am 23. Juni 1991 in seiner Heimatgemeinde die 800 Meter in 3:26,8 Minuten. Diese großartige Leistung stand ein Vierteljahrhundert wie ein Fels in der Brandung. Dann kam Harry Geier und drückte diese Bestleistung auf 3:23,57 Minuten. Nach seinem hessischen 400-Meter-Rekord hat er nun auch die Bestleistung über 800 Meter in seinem Besitz. Die 1000-Meter-Bestleistung in der M80 ist übrigens auch im Melsunger Besitz: Werner Dittner, Jahrgang 1925, lief bei den Kreismeisterschaften am 20. Juli 2005 diese Strecke in 5:03,1 Minuten und niemand in dieser Alterklasse lief bisher schneller.

Start zum 800-Meter-Lauf der U20 sowie der U18. Foto nhIm 800-Meter-Lauf der MU20 holten sich die Melsunger Lorenz Funck und Aaron Werkmeister einen Doppelsieg vor Philipp Fuhrmann (Geismar, 2:29,06) und Josias Knöppler (Neukirchen, 2:31,06) Minuten. In einem bis auf die Ziellinie spannenden Rennen setzte sich Lorenz Funck (2:11,08) knapp vor dem stärker eingeschätzten Trainingspartner (2:11,85) durch. Der außer Wertung laufende Tom Sälzer (Baunatal) überraschte als Dritter mit 2:11,98 Minuten.

Die wenigen Zuschauer erlebten auch im 800-Meter-Lauf der U18 ein tolles Rennen. Unmittelbar nach dem Startschuss durch den Borkener Waldemar Scholz, ergriff Marvin Knaust sofort die Initiative und legte wie die Feuerwehr los. Chali Tola aus Fritzlar, der bei den nordhessischen Meisterschaften mit 2:04 Minuten den zweiten Platz belegte und dabei Marvin sechs Sekunden abnahm, lag nach der ersten Runde fast zehn Meter zurück. Es war klar, dass der 15-Jährige aus Felsberg diese enorme Fahrt nicht durchstehen konnte. Aber mit 61 Sekunden für die erste Runde und 1:34 Minuten für 600 Meter demonstrierte er sein gewachsenes Selbstbewusstsein. Fünfzig Meter vor dem Ziel lief Tola auf und an Knaust vorbei. Das Talent aus der Domstadt siegte in 2:08,94 vor Marvin Knaust (2:10,78) und Paul-Simon Reiss (Fritzlar, 2:15,97).

In der Schülerklasse der U16 holten sich die Melsunger Yannick Schleider (M15, 2:40,49) und Till Steuber (M14, 2:37,49) den Sieg. Die beste Leistung ging aber auf das Konto von Jan-Lois Kaisinger aus Stadtallendorf, der sich außer Wertung nach 2:29,37 Minuten durchsetzte. In der U14 demonstrierte Matthis Heinz aus Borken sein Talent und sicherte sich in 2:50,36 Minuten den Titel vor Alexander Ludwig (MT, 2:53,48). In der M12 freute sich Leon Ludwig über seinen Sieg (2:55,74 Min.) und gewann an diesem Abend den zweiten Titel für den TSV Geismar.

Es zeigte sich, dass Meisterschaftsläufe starke Kräfte freilegen und alles andere nur ein Vorspiel ist, mag es auch in vielen Fällen ein sehr gutes sein. Dies wurde wieder einmal durch die Fülle der Bestzeiten erhärtet, unter denen einige ganz erstaunlich sind. Bei den Schülerinnen gefiel vor allem Jolina Vaupel vom TSV Geismar, die sich in der W14 mit 2:39,76 Minuten ohne große Anstrengung vor Sarah Henkel (Borken, 2:47,20) und Madita Böttcher (Melsungen, 2:47.77) durchsetzen konnte.

Paula Meyer setzte sich sofort nach dem Startschuss der WU14 an die Spitze und siegte nach 2-46,82 Minuten. Foto: nhIn ihrem ersten 800-Meter-Lauf überraschte die 13-jährige Paula Meyer (MT Melsungen) mit einer tadellosen Vorstellung. Gleich nach dem Start stürmte sie an die Spitze und gab sie bis zum Schluss nicht mehr ab. Nach 80 Sekunden lief sie locker in die zweite Runde und spurtete auch noch auf der Zielgeraden aus Leibeskräften die letzten 50 Meter herunter. Sie erreichte mit einem großen Vorsprung nach 2:46,82 Minuten vor Nele Rothauge (Remsfeld, 2:56,80) und Paula Stuckhardt (Steinatal, 2:59,18) das Ziel. Spannender ging es in der W12 zu, wo Anna Held (2:57,02) und Lotte Fenner (2:59,00) einen Doppelsieg für den ESV Jahn Treysa holten. Als Dritte erreichte die ein Jahr jüngere Pia Gille aus Melsungen nach 3:00,79 Minuten die Ziellinie und durfte sich über ihre Bestzeit freuen.

Dass es auch auf der Mittelstrecke aufwärts geht, demonstrierte Rabea Pöppe im 800m-Lauf der Frauen. Ohne spezielle Vorbereitung lief die nordhessische 400-Meter-Meisterin 2:38,60 Minuten und war damit schneller als Franziska Ebert, die sich in 2:39,72 Minuten den ersten Platz in der U20 holte. Eine gute Vorstellung bot erneut die 15-jährige Lynn Olson. Als Siegerin der U18 mit 2:27,98 Minuten blieb nach ihrem sechsten Platz bei den Landesmeisterschaften zum zweiten Mal unter 2:30 Minuten. Die beste 800-Meter-Leistung ging aber auf das Konto von Mandana Hoffmann. Für die Jugendliche aus Fulda, die sich bei den hessischen Hallenmeisterschaften über 1500 Meter mit 4:46 Minuten die Bronzemedaille gesichert hatte, blieb im Melsunger Waldstadion die elektronische Uhr bei 2:22,50 Minuten stehen. Auch die 48-jährige Andrea Seidel vom PSV Grün-Weiß Kassel hinterließ mit 2:44,84 Minuten einen guten Eindruck und scheint für die deutschen Seniorenmeisterschaften gerüstet. (ajw)



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