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Martina Werner besuchte BI Lebenswertes Felsberg

Erster Vorsitzender der BI lebenswertes Felsberg, Hilmar Löber, Martina Werner und die stellvertr. Vorsitzende der BI lebenswertes Felsberg und Sprecherin des Landesverbandes Hessen der BIs gegen Süedlink Erika Carstensen-Bretheuer (v.l). Foto: Andreas HahnFelsberg. Am Freitagabend fanden sich trotz Wochenende und Urlaubszeit rund 50 Interessierte im Bürgersaal der Stadt Felsberg ein, um mit der nordhessischen Europaabgeordneten Martina Werner (SPD) energiepolitische Fragestellungen zum Stromnetzausbau in Europa und möglichen Alternativen zu erörtern. Unter ihnen  waren viele Vertreter der nord- und osthessischen Bürgerinitiativen und die beiden Sprecherinnen des Bundesverbandes der BIs gegen Suedlink, Maria Quanz aus Burghaun und Veronika Papenhagen aus Bad Emstal.

Martina Werner ist  energie- und industriepolitische Sprecherin der SPD-Europaabgeordneten, Vollmitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie des Europaparlaments (ITRE) sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für internationalen Handel( INTA). Schon vor der Veranstaltung trug sie sich gemeinsam mit den anderen Gästen in das Goldenen Buch der Stadt Felsberg ein. Der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Hilmar Löber, begrüßte die Anwesenden und stellte Werner mit ihren Aufgaben vor.

Auch der Felsberger Bürgermeister Volker Steinmetz begrüßte die Europaabgeordnete und bedankte sich bei der Bürgerinitiative für ihr Engagement. Er führte aus, dass aus seiner Sicht der Bedarf für den Stromtransit mit Höchstspannungsübertragungsleitungen nicht nachgewiesen sei. Allein im Stadtgebiet von Felsberg würden bereits zum jetzigen Zeitpunkt zirka 70 Prozent der benötigten Energie aus regenerativen Quellen im Stadtgebiet produziert, und mit dem geplanten Zubau von Windrädern im Markwald werde diese Bilanz noch verbessert.

Anschließend übernahm die stellvertretende Vorsitzende der Bürgerinitiative und Sprecherin des hessischen Landesverbandes der Bis gegen Suedlink, Erika Carstensen-Bretheuer, die Moderation des Abends.

Zuhörer und Gäste des Abends mit Bürgermeister Volker Steinmetz. Foto: Andreas HahnZunächst bat sie Martina Werner, darzustellen, wie sie die energiepolitischen Interessen Nordhessens mit seiner Vorreiterrolle im zukunftsorientierten Umgang mit Energie in Brüssel vertritt. Die Europaabgeordnete machte deutlich, dass sie die energiepolitische Zielsetzung einer dezentralen Versorgung mit Energie aus erneuerbaren Quellen  teile und dass der Bedarf für Stromtransit in der vorgesehenen Größenordnung nicht nachgewiesen sei. Sie führte aber auch aus, dass diese Vorstellungen von den Vertretern der anderen europäischen Mitgliedsstaaten nicht geteilt würden. Großkraftwerke mit fossilen Brennstoffen, Gas oder Atom seinen dort die erste Wahl. Insbesondere in den osteuropäischen Ländern stünden Versorgungssicherheit und bezahlbarer Strom im Vordergrund. Da es keine Energieunion gäbe, seien die Mitgliedsstaaten souverän in ihrer Energiepolitik.

Im Anschluss an Werners Ausführungen fand ein reger Meinungsaustausch statt, bei dem deutlich wurde, dass  Stromtransit, Stromproduktion und der Stromhandel nicht voneinander zu trennen sind. Die großen Stromproduzenten versuchen, ihre Marktanteile zu halten beziehungsweise auszubauen und die Konkurrenz von dezentralen, bürgernahen Energiegenossenschaften und kleinen privaten Stromerzeugern auszuschalten. Dazu benötigen sie den europaweiten Netzausbau, um auch den Strom aus erneuerbarer Energie profitabel in Großanlagen zu produzieren, zu verkaufen und zu transportieren.

Da unter anderem die Frage nach der Verbindlichkeit des europäischen Netzentwicklungsplans mit seiner Festlegung von Stromtrassen im gemeinsamen europäischen Interesse = projects of common interests (PCI), zu denen auch der sogenannte Suedlink gehört, offen bleib, versprach Martina Werner, dass sie diese in einer weiteren Veranstaltung beantworten werde.

Abschließend bedankte sich Hilmar Löber ihr und den Anwesenden für die angeregte Diskussion. Bürgermeister Steinmetz überreichte ihr als Gastgeschenk Wein vom Böddiger Berg. (Erika Carstensen-Bretheuer)



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