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MT unterliegt erneut Aufsteiger – 25:29 gegen Erlangen

Patrik Fahlgren, bester MT-Torschütze, auf dem Weg zu einem seiner sieben Treffer. Foto: Alibek KäslerNürnberg/Melsungen. Am zweiten Spieltag in der DKB Handball-Bundesliga musste die MT Melsungen erneut eine unerwartete Niederlage gegen eine Aufsteiger hinnehmen. Nach dem verpatzten Auftakt gegen Coburg gab es für die Nordhessen am Samstag auch in Erlangen nichts zu holen. Nach 15:15 Halbzeitstand traten sie mit einer 25:29-Niederlage im Gepäck die Heimreise an. Beste Torschützen vor 3.122 Zuschauern in der Arena Nürnberg waren Ole Rahmel (12/3) für Erlangen und Patrik Fahlgren (7) für die MT.

In der ersten Halbzeit war zwischen dem Aufsteiger und dem letztjährigen Tabellenvierten keinerlei Leistungsunterschied erkennbar. Folgerichtig ging der HC Erlangen und die MT mit einem 15:15 in die Pause. Schon nach 27 Sekunden hatte Neuzugang Stanko Sabljic vom Kreis das 1:0 für die Gastgeber erzielt. Aber auch die MT war von Anfang an im Spiel, im Gegenzug egalisierte Philipp Müller zum 1:1. Kurz darauf unterlief Felix Danner ein Fehlpass, den Isaias Guardiola wiederum zur Führung nutzte. Dass auch MT-Keeper Svetislav Verkic hellwach war, zeigte er mit einer tollen Parade eben gegen den Spanier.

Bei der  Aufstellung wartete MT-Coach Michael Roth mit einer personellen Überraschung auf: Weil Michael Allendorf verletzungsbedingt nur am Warm Up vor dem Spiel teilnehmen konnte, übernahm statt seiner Youngster Johannes Golla die Position des Vorgezogenen in der 5:1-Formation und bekleidete vorne auch den Linksaussen-Posten. Ansonsten stand die gleiche Besetzung auf dem Feld, wie letzte Woche gegen Coburg, also Philipp Müller (RL), Patrik Fahlgren (RM), Michael Müller (RR) und Felix Danner (KM).

In der Folge glich das Spiel einem offenen Schlagabtausch – mal legten die Franken vor und die MT glich aus, mal war es umgekehrt. Wie etwa zwischen der 10. und der 12. Minute, als zunächst Erlangens Rechtsaußen Ole Rahmel per Gegenstoß das 6:5 markierte und daraufhin die MT per Doppelschlag auf 6:7 drehte. Dabei hatte sich Spielmacher Fahlgren zum Kreis durchgetankt, ehe Michael Müller mit einem unwiderstehlichen Eins-gegen-Eins erfolgreich war.

Es sollte das zweite und gleichzeitig letzte Tor des Kapitäns bleiben. Denn ziemlich genau fünf Minuten später zückten die Referees gegen ihn den Roten Karton: Disqualifikation aufgrund eines Fouls an Pavel Horak, für das nach Meinung Aussenstehender auch eine Zeitstrafe ausgereicht hätte.

Entmutigen ließen sich die Nordhessen aber dadurch nicht unbedingt, auch wenn Erlangen zunächst per Strafwurf zum 8:8 ausgleichen konnte (17.). Denn drei Minuten später waren die Rotweissen dank eines Fahlgren-Treffers wieder obenauf (9:10, 20.). Der MT-Regisseur hatte Torwart Huhnstock überwunden. Und weil der HCE-Schlussmann weiterhin keine gute Figur machte, schickte Trainer Andersson mit Michael Haßferter einen neuen Mann zwischen die Pfosten. Der 21-jährige  spielt ansonsten in der Bayernliga und war am Spieltag erst in den Kader gerutscht, nachdem sich am Abend zuvor die Nummer 1, Nikolas Katsigiannis, im Training einen Finger gebrochen hatte. Anderssons Schachzug machte sich schnell positiv bemerkbar, denn Haßferter parierte kurz nach seiner Einwechslung einen Wurf von Johannes Golla von der 6-Meter-Linie.

Auch MT-Trainer Roth nahm noch einen Wechsel vor, brachte drei Minuten vor dem Pausenpfiff Arjan Haenen für Johannes Sellin auf Rechtsaußen. Zwei wichtige Tore indes markierte Momir Rnic, indem er zunächst ausglich (14:14) und danach die MT nach vorne brachte (14:15). Das letzte Tor in der ersten Spielhälfte aber blieb Ole Rahmel vorbehalten. Der Rechtsaußen schraubte mit dem 15:15 sein Konto auf sagenhafte 9 Treffer, davon 3 per Strafwurf.

Im zweiten Durchgang bekam es die MT mit einer 5:1-Abwehr zu tun. Die Erlanger hatten von 6:0-umgestellt. Das schmeckte den Nordhessen zunächst gar nicht. Ebenso hatten die Gastgeber zusehends Probleme mit der nun im 6:0-Verbund agierenden MT. Die Folge war, dass sich das Ringen um Tore wiederum die Waage hielt. Es wollte einfach keinem der beiden Kontrahenten gelingen, sich etwas abzusetzen. Leider – aus MT-Sicht – konnte der für Verkic ins Tor gekommene Villadsen nicht an die Leistung seines Vorgängers anknüpfen. Aber auch der junge Haßferter musste gleich ein aus 11 Metern abgefeuertes Schneider-Geschoss passieren lassen.

Beim Stand von 18:18 (42.) eröffnet sich dann aber eine gute Perspektive für die Gäste. Denn kurz hintereinander kassierten Nikolas Link und Christopher Bissel jeweils eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe. Kurioserweise benötigte die MT gleich mehrere Anläufe, um die doppelte Überzahl zu einem Treffer zu nutzen. Erst vergab Sellin aus ganz spitzem Winkel. Dann hatte Fahlgren Mühe, den Ball unter Kontrolle zu bringen, ehe es dann doch noch über Rechtsaußen klappte. Und das gleich zweimal in Folge. War diese erste Zwei-Tore-Führung  (18:20., 44.) für die MT – herausgeworfen durch Johannes Sellin – der Moment, in dem der Favorit die Partie an sich reissen würde?

Mitnichten, wie sich schnell erweisen sollte. Denn nur drei Minuten später waren die Erlanger beim 21:21 wieder gleichauf. Was war passiert? Nachdem Golla aussichtsreich vom Kreis am immer stärker werdenden Haßfelter gescheitert war, und die MT den Torhüter zugunsten eines weiteren Feldspielers herausgenommen hatte, traf Guardiola ins leere Tor der Nordhessen.

Die wurden angesichts der schwindenden Spielzeit und des knappen Spielstandes nun immer nervöser, leisteten sich !gleich zwei Fehlwürfe in Folge (Sellin, P. Müller). Umgekehrt spürten die Hausherren “Hier geht heute was” und ließen sich von ihren 3.000 Fans frenetisch nach vorne peitschen. Als Guardiola in de 51. Minute erneut ins verwaiste MT-Gehäuse traf, und kurz darauf Theilinger auch noch das 26:22 (52.) gelang , war die Vorentscheidung praktisch gefallen.

In den folgenden fünf Minuten beharkten sich die beiden Mannschaften, ohne jedoch Zählbares zu erwirken. Verkic war wieder für Villadsen zurück gekommen und parierte gleich noch zwei Erlanger Würfe. Seine Teamkameraden indes rannten sich vorne immer wieder fest. Und einer von ihnen durchkam, waren entweder Haßferter, Pfosten oder Latte im Wege. Gute drei Minuten vor dem Ende musste Timm Schneider die Rote Karte hinnehmen, nachdem er Jonas Link ausgebremst hatte.

An der Ergebnisdifferenz änderte dies nichts mehr. Beiden Mannschaften gelangen jeweils noch zwei Tore, sodass Erlangen am Ende mit 29:25 den verdienten ersten Erfolg in der 1. Bundesliga feiern durfte.

Stimmen zum Spiel
MT-Trainer Michael Roth: Jetzt ist der Worst Case eingetreten – das, was wir alle nicht wollten. Es war die Fortsetzung des unkonzentrierten Auftritts gegen Coburg. Die Fahrlässigkeit im ersten Saisonspiel hat uns völlig aus dem Tritt gebracht. Wir hätten beim 18:20 zwar die Chance gehabt, diesen Vorsprung weiter auszubauen, aber dann hat zum einen der Impuls von hinten gefehlt, zum anderen haben wir vorne zu fahrig agiert. Während unser Angriff in der ersten Halbzeit noch ganz gut funktionierte, kam in der zweiten Hälfte einfach zu wenig. Die unberechtigte Hinausstellung von Michael Müller konnten wir dann nicht mehr kompensieren, mussten auf seiner Position ohne Rückraum-Linkshänder auskommen. Wir müssen zur Zeit auf Leistungsträger verzichten und obendrein ist unser Kollektiv zu instabil, ja geradezu von der Rolle. Wir müssen erkennen, dass wir bei Weitem kein Spitzenteam sind. Am Mittwoch gegen die Rhein-Neckar Löwen sind wir natürlich klarer Aussenseiter, ich erwarte in diesem Heimspiel bedingungslosen Einsatz.

MT-Vorstand Axel Geerken: Dieses Ergebnis ist eine enorme Enttäuschung, wir sind dadurch in eine sehr schwierige Situation geraten. Klar fehlen uns wichtige Spieler, aber das war auch in der Vorbereitung auf die Saison schon so. An einem eventuell zu großen Druck kann es auch nicht liegen. Wir sind absolut verunsichert, machen einfach zu viele Fehler im Angriff – ich weiß auch nicht, warum. Wir müssen jetzt sehen, dass wir bis zum Mittwoch den Kopf wieder hochbekommen.

EC Erlangen – MT Melsungen 29 : 25 (15 : 15)
HCE: Huhnstock (1 P.), Haßferter (7 P.) – Theilinger (1), Link J. (2), Guardiola (4), Haaß (1), Bissel (1), Rahmel (12/3), Horák (2), Link N., Thümmler (4), Sabjic (2) – Trainer: Andersson.

MT: Verkic (7 P.), Villadsen (3 P.) –  Sellin (6/1), Golla, Fahlgren (7), Danner (3), P. Müller (1), Boomhouwer (1), Rnic 3, Schneider 2, Vuckovic, M. Müller 2, Haenen, Backs.  – Trainer: Roth.

Schiedsrichter: Lars Geipel/ Marcus Helbig (Leipzig / Landsberg).

Zeitstrafen: 8 – 6 Minuten (Haaß, Bissel, 2x N. Link – Sellin, Danner, Schneider); Disqualifikationen: M. Müller (17. Min., Schneider, 57. Min.)

Strafwürfe: 5/4 – 1/1 (Rahmel trifft nur die Latte, 40. Min.)

Zuschauer: 3.122, Arena Nürnberger Versicherung, Nürnberg

(Bernd Kaiser)



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