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MT kehrt im EHF-Cup in die Erfolgsspur zurück

MT-Kreisläufer Johannes Golla. Foto: Alibek Käsler

MT-Kreisläufer Johannes Golla. Foto: Alibek Käsler

Kassel/Melsungen. Eine Halbzeit brauchte die MT Melsungen im EHF-Cup, um gegen quirlig aufspielende Spanier und die eigene Unsicherheit in Fahrt zu kommen. Dann lief es aber und mündete in ein 28:22 (10:11) gegen Spaniens Vertreter Helvetia Anaitasuna. Nach permanenten Rückständen vor der Halbzeitpause nutzte Melsungen zehn ganz starke Minuten, um Mitte der zweiten Hälfte vorentscheidend auf 20:14 davonzuziehen. Erfolgreichster Schütze war dabei mit Johannes Golla auch der Jüngste im Kader. Er traf sechs Mal, einmal mehr als Helvetias bester Schütze, Carlos Chocarro.

Mit Patrik Fahlgren auf der Spielmacherposition ging die MT dieses wichtige Spiel an und auch Michael Allendorf stand diesmal wieder in der Anfangsformation. Beide waren maßgeblich beteiligt an der frühen 2:0-Führung: Fahlgren als Passgeber, Allendorf als Torschütze. Dennoch zu wenig in einem hektischen Auftakt, weil die Spanier sich vom Melsunger Blitzstart nicht beeindrucken ließen und bei eigenem Ballbesitz sofort ein hohes Tempo gingen. Die Folge: erst drei Tore hintereinander zum 2:3, dann sogar der Ausbau auf 3:5 durch zwei Tempogegenstöße von Alvaro Gaston und Carlos Chocarro (8.).

Was bei den Gastgebern prima funktionierte war das Spiel über den Kreis, wo sich Johannes Golla wiederholt schön durchsetzen konnte. Doch das genügte nicht gegen quirlige Spanier, die unbeeindruckt ihre Linie durchzogen, nicht lange zögerten, sondern sich zielstrebig jeder noch so kleinen Lücke bedienten, die sich im rot-weißen Abwehrblock auftat. Xabier Etxeberria stellte nach einer Auszeit von Michael Roth gar auf 5:8 (18.).

Mit Timm Schneider und Dener Jaanimaa in der Formation lief es für die MT dennoch besser. Die trugen nicht nur durch ihre Tore zur Belebung bei, sondern packten auch hinten kräftig zu. Der Lohn dafür war der 9:9-Ausgleich durch Jaanimaas Doppelschlag nach 23 Minuten. Dass es zu mehr nicht reichte, lag zum einen am Auslassen klarster Chancen als auch am Zaudern vor dem Abschluss. Auch der letzte Angriff vor der Pause lief ins Leere, weil der direkte Zug zum Tor nicht da war und Patrik Fahlgrens abschließender Versuch aus ungünstigem Winkel erfolgen musste.

Timm Schneider und das Spiel über den Kreis hielten Melsungen auch zu Beginn des zweiten Durchgangs über Wasser. Denn in der Nahwurfzone verwertete Johannes Golla beide Zuspiele Schneiders, ehe der dann selbst unter frenetischem Beifall der Fans die 14:13-Führung besorgte (36.). Bezeichnend für das Spiel der Gastgeber dann das 16:14. Momir Rnic scheiterte erst mit einem schwachen Wurf an Anaitasunas ganz starkem Schlussmann Henrik Nordlander, um den Abpraller dann im zweiten Versuch umso kraftvoller in die Maschen zu setzen (40.). Den Willen konnte man den Nordhessen keinesfalls absprechen, aber vieles klappte eben erst verspätet.

Auch der nächste Pluspunkt für Melsungen kam von der Bank. Als Schneider angeschlagen raus musste, übernahm Nenad Vuckovic seinen Part. Seine erste Offensivaktion: ein klasse Pass auf Golla zum 17:14, der zweite ein krachender Schlagwurf an den Innenpfosten und das 18:14, dem Philip Müller umgehend den nächsten Volltreffer folgen ließ. Nach einer dreiviertel Stunde war die MT Melsungen endlich voll im Spiel angekommen.

Natürlich auch dank Johan Sjöstrand. Der hatte vor dem Seitenwechsel schon eine ordentliche Partie abgeliefert, stand aber klar im Schatten seines spanischen Kollegen Nordlander. Aber wie seine Mannschaftskameraden steigerte sich der Schwede. Und auch Arjan Haenen drehte auf, setzte sogar einen Sprungwurf aus dem Rückraum zum 21:15 genau ins Tordreieck. Da wollte dann auch Michael Müller, dem vorher nur wenig gelungen war, nicht nachstehen und verwertete ein Kempa-Anspiel seines Bruders Philipp zum 23:16 (50.).

Die Leichtigkeit im Spiel der MT Melsungen war endgültig zurück und drückte sich in weiteren sehenswerten Aktionen aus. Jeffrey Boomhouwer traf im Tempogegenstoß hinter dem Rücken und am verdutzten Nordlander vorbei, kurz darauf trug sich mit Felix Danner auch der letzte eingesetzte Feldspieler in die Torschützenliste ein. Ehe Youngster Golla seine fabelhafte Leistung erst mit einem raffinierten Dreher von außen bei Unterzahl krönte und anschließend den Schlagwurf von Aguirrezabalaga locker wegblockte. Der Schlusspunkt unter eine tolle zweite Halbzeit, die nicht nur Mut machte für die kommenden Aufgaben, sondern auch Lust auf mehr.

Stimmen zum Spiel
Michael Roth: Ich rede besser nur über die zweite Halbzeit. Gründe zu suchen für die erste würde zu lange dauern. Der Mannschaft fehlt die Selbstsicherheit und wir tun uns ganz schwer, unsere Chancen zu verwerten. Einige Spieler laufen ihrer Form hinterher, andere sind angeschlagen und stellen sich nur in den Dienst der Mannschaft. Die Köpfe sind im Moment einfach leer, wir brauchen die Pause. In der zweiten Hälfte haben wir aber endlich gespielt was wir können. Haben uns über die Moral und den Kampf dagegen gestemmt. Gut gespielt hat auch Johannes Golla, der uns viel Freude macht. Außerdem auch danke an die Fans, die uns ohne Murren und Pfiffe haben spielen lassen. Das war klasse.

Juan Apecetxea: Gratulation an Melsungen, sie waren in der zweiten Halbzeit einfach besser als wir. Wir haben in der ersten Halbzeit viel besser abgewehrt und konnten damit auch schneller spielen. Nach dem Wechsel war die Abwehr nicht mehr so gut. Wir haben viele Fehler vorn wie hinten gemacht und bekamen deshalb keine so guten Würfe mehr. Das hat Melsungens Torwart ins Spiel gebracht. Die MT hat eben viel mehr Erfahrung als wir. Wir haben dann nochmal die Abwehr umgestellt um den Gegner aus dem Rhythmus zu bringen, aber das hat leider nicht geklappt. Auch unsere Überzahlsituationen haben wir nicht gut gespielt.

Johannes Golla: Die zweite Halbzeit war das, worauf wir in letzter Zeit hingearbeitet haben. Im Angriff lief es endlich so, wie wir uns das vorgestellt haben. Jetzt werden wir mal ein paar Tage etwas anderes sehen können und gehen dann mit Positiven aus diesem Spiel in unsere nächsten Aufgaben.

Henrik Nordlander: In der zweiten Hälfte war die MT klar besser als wir und auch der Torhüter stärker. Dennoch macht es mir trotz der Niederlage generell viel Spaß, europäisch und auch hier in Deutschland zu spielen.

Statistik
MT Melsungen: Sjöstrand (16 Paraden / 20 Gegentore), Villadsen (bei zwei Siebenmetern, 0 P. / 1 G.); Golla 6, Fahlgren 1, Danner 1, P. Müller 2, Boomhouwer 2, Rnic 4/1, Schneider 2, Allendorf 1, Vuckovic 1, Jaanimaa 2, M. Müller 3, Haenen 3.

Helvetia Anaitasuna: Nordlander (19 P. / 28 G.), Hernandez (n. e.); Gaston 3, Bazan, Garza 1, Etxeberria 2, Mota 3/1, Nadoveza, Kisselev, Chocarro 5/1, Ceretta 3, Goni, Aguirrezabalaga 1, Balenciaga, Ugarte 1, dos Santos 3.

Schiedsrichter: Lukas Frieser / Radoslav Kavulic (Tschechien); EHF-Delegierter: Jan Rudinsky (Slowakei)

Zeitstrafen: 8 – 0 Minuten (Schneider 25:54 Min.; Jaanimaa 41:39 Min.; Boomhouwer 55:29 Min.; Golla 59:17 Min.)

Strafwürfe: 2/1 – 4/3 (Chocarro an den Pfosten 11:36, Rnic scheitert an Nordlander 39:04)

Zuschauer: 2.536 in der Rothenbach-Halle, Kassel

Die nächsten Spiele:

Mi., 22.03.17, 19:00 Uhr, VfL Gummersbach – MT Melsungen, Schwalbe Arena Gummersbach
Sa., 25.03.17, 16:00 Uhr, S.L. Benfica – MT Melsungen, Pavilhao EDP Benfica Lisboa (EHF-Cup)
Mi., 29.03.17, 19:00 Uhr, MT Melsungen – TSV hannover-Burgdorf, Rothenbach-Halle Kassel

(Bernd Kaiser)



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