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Hephata mit 24 Sportlern bei den Special Olympics

Anna Balogh (Betreuerin), Kristin Keller, Julia Voggenreiter (Betreuerin), Handball-Botschafter von Special Olympics Handball-Nationalspieler Jannik Kohlbacher, Laura Meder, Melanie Well und Franziska Höres (von links). Die Sportlerinnen sind Leichtathletinnen des WfbM-Teams Hephatas. Foto: Hephata

Anna Balogh (Betreuerin), Kristin Keller, Julia Voggenreiter (Betreuerin), Handball-Botschafter von Special Olympics Handball-Nationalspieler Jannik Kohlbacher, Laura Meder, Melanie Well und Franziska Höres (von links). Die Sportlerinnen sind Leichtathletinnen des WfbM-Teams Hephatas. Foto: Hephata

Marburg/Schwalmstadt. „Ich gewinn, egal ob ich Letzter, Zweiter oder Erster bin!“ Die Hymne von Special Olympics schallt am Montagmorgen durch das Georg-Gaßmann-Stadion in Marburg. 1500 Menschen erheben sich von den Sitzen, darunter 600 Sportlerinnen und Sportler, 200 Trainer und Betreuer sowie 350 freiwillige Helfer. Die Fahne wird gehisst, wenig später das Feuer entzündet, die Hessischen Landesspiele vom 12. bis 14. September sind eröffnet. Am ersten Tag finden die Klassifizierungswettkämpfe statt – Hephata ist mit 24 Sportlern dabei.

„Ich bin immer wieder bewegt, von der Stimmung, der Atmosphäre. Wenn Du den Sportlerinnen und Sportlern ins Gesicht siehst, weißt Du, dass das einfach wichtig ist“, sagt Patricia Odriozola. Die Sportkoordinatorin der Hephata-Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM) ist mit elf Sportlern mit Behinderungen dabei. Hinzu kommen für die Unified-Wettkämpfe, in denen Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen antreten, ein Schüler der Hermann-Schuchard-Schule Hephatas, ein Klient der Sozialen Rehabilitation Hephatas, zwei Fünftklässlerinnen sowie zwei ehemalige Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahres bei Hephata. Außerdem auch sechs Betreuer, vier davon ehrenamtlich. Das Team der WfbM tritt in den Sportarten Leichtathletik, Kanu und Schwimmen an.

Jördis Grunwald und Carina Jäger (Betreuerinnen), Nicole Gieß und Johanna Stumpf aus dem WfbM-Team Hephatas. Foto: Hephata

Jördis Grunwald und Carina Jäger (Betreuerinnen), Nicole Gieß und Johanna Stumpf aus dem WfbM-Team Hephatas. Foto: Hephata

Beim Schwimmen ebenfalls dabei ist auch ein Team der Hermann-Schuchard-Schule Hephatas (HSS). Sieben Schwimmer im Alter von zwölf bis 17 Jahren, die einmal in der Woche in der Schwimm-AG der Förderschule trainieren, gehen in Marburg an den Start. Erstmals kommen zwei Achtklässler der Melanchthon-Schule-Steinatal zum Schwimm-Team der HSS noch dazu. Sie schwimmen mit zwei Schülern der Förderschule in der Unified-Staffel. Betreut werden die Schwimmer der Hermannn-Schuchard-Schule von den Lehrkräften Martin Lohmann, Thomas Hüsken und Anna Schwarzbach, von der Melanchthon-Schule ist Lehrerein Julia Paulis mitgekommen.

„Wann sind wir dran?“ Melanie Well (32), wird als Leichtathletin auf der 400-Meter- und der 1500-Meter-Distanz sowie mit der Unified-Staffel laufen. Vor zwei Jahren, bei den ersten Hessischen Landesspielen von Special Olympics in Marburg, war sie noch als Zuschauerin dabei. „Mich hat das so fasziniert, dass ich danach mit dem Laufen angefangen habe“, sagt die 32-Jährige. Sie besucht die WfbM-Laufgruppe, trainiert zweimal in der Woche. „Ich bin ehrgeizig, ich will heute alles geben, was ich geben kann.“

Melanie Well, Patricia Odriozola (WfbM-Sportkoordinatorin), Laura Meder, Julia Voggenreiter (Betreuerin), Kristin Keller, Franziska Höres und Anna Balogh (Betreuerin, von links). Die Leichtathletinnen des WfbM-Teams Hephaats vor dem Olympischen Feuer. Foto: Hephata

Melanie Well, Patricia Odriozola (WfbM-Sportkoordinatorin), Laura Meder, Julia Voggenreiter (Betreuerin), Kristin Keller, Franziska Höres und Anna Balogh (Betreuerin, von links). Die Leichtathletinnen des WfbM-Teams Hephaats vor dem Olympischen Feuer. Foto: Hephata

Das haben sich auch Laura Meder und Kristin Keller (beide 10) vorgenommen. Die beiden Fünftklässlerinnen sind die Unified-Partnerinnen bei der viermal 400-Meter-Staffel. Kristins Mutter ist Hephata-Mitarbeiterin und erfuhr von der geplanten Unified-Staffel, so kamen Kristin und ihre Freundin Laura zur Laufgruppe der WfbM dazu. „Ich war noch nie bei einem so großen Wettkampf“, sagt Kristin. Was hat sie sich vorgenommen: „Ich hoffe, dass wir die Qualifikation für Kiel im nächsten Jahr schaffen.“ Denn in Kiel finden die Deutschen Meisterschaften von Special Olympics statt.

Patrick Lerch (15), Schüler der Herman-Schuchard-Schule Hephatas, hat sich ebenfalls hohe Ziele gesetzt. „Ich will besser schwimmen als beim letzten Schwimmturnier.“ Das war in Rüdesheim und für den 15-Jährigen mit mehreren Medaillen schon sehr erfolgreich. Seit zwei Jahren schwimmt er in der freiwilligen Schwimm-AG der HSS: Er wird auf der 25-Meter- und der 50-Meter-Distanz im Kraulen starte sowie in der Unified-Staffel. „Ich werde mein Bestes für die Mannschaft geben.“

Das wollen auch Kira-Leonie Ochs und David Scharf (beide 13). Sie sind die Unified-Partner von Patrick und Schüler der Melanchthon-Schule-Steinatal. „Ich habe mich richtig auf heute gefreut“, sagt David. Seine Lehrerin Julia Pauli ergänzt: „Wir haben eine Kooperation mit der HSS. In der sechsten Klasse finden Begegnungstage statt. Wir sehen die Teilnahme bei Special Olympics als Fortführung dieser Begegnungstage.“ Die Staffel wird erst am Donnerstag im AquaMar stattfinden, vorher unterstützen Pauli und ihre beiden Schüler die Schwimmer der HSS: „Wir sind auch zum Anfeuern dabei.“

Unterstützung können auch die Kanuten der WfbM gut gebrauchen. Sie tragen ihre Wettkämpfe auf der Lahn aus, am Mittwoch bei Regen und starkem Wind. „Es wäre auf jeden Fall gut, wenn wir nicht kentern würden“ sagt Kolja Zwadlo (12). „Regen und Wind sind schon blöd, aber ich hoffe, wir erden trotzdem fahren.“ Kolja ist der Unified-Partner von Jürgen Bargon im Zweier-Kanu. Diese Kooperation kam über den „TTC Schwalmstadt 1972“ zustande, der eine Kanu-Abteilung unterhält. Von Januar bis Ostern trainierten die vier Kanuten im Bewegungsbad der Hephata-Klinik, danach auf dem Neuenhainer See. Kolja hatte als einziger Paddelerfahrung. „Ich bin schon mehrmals gekentert“, sagt Jürgen Bargon. „Aber das macht nichts, mir gefällt es auf dem Wasser, dass man dafür Kondition braucht, Kraft und Mut.“

Mut, Identifikation und Freude – das sind die Stichworte, die Patricia Odriozola zu Special Olympics einfallen. „Das Gefühl, angenommen und wichtig zu sein, ist für jeden Menschen gut. Menschen mit Behinderungen erleben das leider nicht immer. Deswegen sind Veranstaltungen wie diese so fantastisch.“ (me)



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