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Gelebte Integration: Feda Hussain Kazemi startet durch

Abteilungsleiter Alexej Grewe, Hombergs Bürgermeister Nico Ritz, Geschäftsführer Ralf Ehring und Feda Kazemi (v.l.) in der Produktionshalle der Ehring GmbH. Foto: Pfeil

Abteilungsleiter Alexej Grewe, Hombergs Bürgermeister Nico Ritz, Geschäftsführer Ralf Ehring und Feda Kazemi (v.l.) in der Produktionshalle der Ehring GmbH. Foto: Pfeil

Homberg. Der 32-jährige Afghane Feda Hussain Kazemi kam vor knapp zwei Jahren als Flüchtling nach Deutschland. Innerhalb dieser kurzen Zeit ist er schon weiter gekommen, als er es zunächst gehofft hat. Dabei ist er erst am Anfang seines Weges. Zwei Monate dauerte seine Odyssee über den Iran, die Türkei, Griechenland und Mazedonien. Tausende Kilometer, die er zu Fuß, auf einem LKW und in einem Boot zurücklegte. Als er im beschaulichen Homberg ankam, sprach er kein Wort Deutsch und hatte nur wenige Referenzen vorzuweisen. Er verfügte über die in Afghanistan übliche siebenjährige Schulbildung und jahrelange Berufserfahrung als Schneider. Zeugnisse hatte er nicht dabei. Es gab Wichtigeres, um es auf der Flucht mitzunehmen.

Für Feda bedeutet die Sprache den Schlüssel zum Erfolg. Im September 2016 besuchte er den Deutschkurs „Deutsch4U“. Er absolvierte seine 300 Stunden mit sehr gutem Erfolg. Es sollte sein einziger Deutschkurs bleiben. Doch sein Wille, die Sprache zu lernen, war damit nicht befriedigt. Also kaufte er sich selbst Bücher und vertiefte seine Sprachkenntnisse im Selbststudium. „Ich möchte mich mit den Menschen in Deutschland verständigen können. Ich möchte kommunizieren“, erklärt Feda Kazemi.

„Herr Kazemi ist ein wunderbares Beispiel zum Thema ‚Gelebte Integration‘“, so Hombergs Bürgermeister Nico Ritz. Die beiden sind sich bereits bei einigen Gelegenheiten begegnet. Das jüngste Treffen fand in den Produktionshallen des Kindermöbelproduzenten Ehring GmbH statt. Dort bekam Feda eine große berufliche Chance geboten und griff sofort zu.

Das nordhessische Traditionsunternehmen hat bereits in der Vergangenheit die berufliche Bildung von Flüchtlingen unterstützt. Mit Feda Kazemi möchte es sein Engagement weiter ausbauen. Ursprünglich wurde er für ein sechswöchiges Praktikum eingestellt. Doch schon in dieser kurzen Zeit hat er bewiesen, wie sehr ihm dieser Beruf liegt. „Feda ist wirklich sehr engagiert und er hat den Willen, etwas zu erreichen“, bestätigt Abteilungsleiter Alexej Grewe. Aus diesem Grund wurde Feda jetzt ein zehnmonatiges Vorpraktikum angeboten. Während dieser Zeit wird er drei Tage die Woche im Betrieb arbeiten. Um neben der Alltagssprache auch die Fachsprache zu lernen, besucht er die restlichen zwei Tage die erste Berufsschulklasse. Nach Ablauf seines Praktikums hat er die Chance, in ein Ausbildungsverhältnis übernommen zu werden.

„Feda ist äußerst engagiert und talentiert und wir freuen uns, dass er ein Teil unserer Arbeitsfamilie geworden ist“, erklärt Ralf Ehring. „Dabei ist es besonders erstaunlich, wie schnell seine Sprachkenntnisse voranschreiten“, so der Geschäftsführer der Ehring GmbH.

„Sprache und Arbeit sind für mich wichtig, um in einem Land leben zu können. Ich möchte nicht von Sozialgeld leben. Ich möchte mein eigenes Geld verdienen“, betont Feda Kazemi. Auf diese Weise hofft er, sein großes Ziel zu erreichen: Ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben in einem friedlichen Land zu führen und sich in eine funktionierende Gesellschaft integrieren zu können. (red)



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