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Robert Sturmhoevel: hinterm horizont

Ausstellung des 45. Stipendiaten des Arbeitsstipendiums in der Künstlerkolonie Willingshausen

"Zuflucht" heißt dieses Werk von Robert Sturmhoevel. Quelle: Künstlerkolonie Willingshausen

„Zuflucht“ heißt dieses Werk von Robert Sturmhoevel. Quelle: Künstlerkolonie Willingshausen

Willingshausen. Bei allem Verständnis, das die Willingshäuser im über zwanzigjährigen Lauf des Stipendiums inzwischen gewonnen haben, ihrer großen Toleranz und Neugier gegenüber Medien wie Zeichnung, Fotografie oder Video, sie sind doch glücklich, wenn sie mal wieder einen „richtigen Maler“ bei sich zu Gast haben. Robert Sturmhoevel ist ein solcher Künstler, wohnt seit drei Monaten mit Frau und Kind, wie „die alten Meister“ damals, in seinem „Hirtenhäuschen“ und malt.

Robert Sturmhoevel, 34 Jahre alt, in Berlin aufgewachsen, ist fasziniert vom Leben hier auf dem Land und der Schwälmer Landschaft, aber er vergisst nicht, wo er herkommt, weder was die besondere Methode seiner Malerei angeht noch was seine Themen sind. Über Willingshausen hinaus, „hinterm horizont“ lauert das, was man nicht sehen kann. Es muss erzählt werden. Und die Malerei ist nicht die Illusion auf der Fläche, die sie vorgibt zu sein.

Robert Sturmhoevel hat eine feste Palette von Bonbon-artigen Farben, die alles, was er erzählt in ein eigenwilliges Licht, in eine seltsam künstliche Stimmung taucht. Seine Protagonisten sind Kinder, die an ausgesuchten Orten – für seine aktuellen Bilder auch in Willingshausen gefunden – sich präsentieren oder ihr Spiel treiben. Akribisch gemalt scheinen sie auf den ersten Blick schlüssig und verständlich. Der zweite – und dritte, vierte Blick aber offenbart Ungereimtheiten und Widersprüche. Orte, Gegenstände, Personen scheinen wie auf Folien übereinander gelegt zu sein. Jede Folie scheint ihr eigenes Thema zu haben, ein eigenes Bild zu sein. Nicht zuletzt mischt sich die Malerei mit ihren Möglichkeiten ein, alles zu erfinden. Mal gibt es Schatten, mal nicht, mal sind Umrisse flächenhaft ausgemalt, mal (foto-)realistisch zum Gegenstand gefüllt. Mal herrscht faszinierende Illusion, mal zeigt die Farbe sich „nur“ als Material. Aber gerade diese Art zu malen, verbindet das nicht Schlüssige zu einer surrealen Einheit.

Was also macht der Betrachter z.B. mit einem „leeren“ Gesicht im Bild? Er füllt es mit den Erzählungen aus dem Bild – und wird selbst „bildmächtig“. Genau das interessiert Robert Sturmhoevel: Betrachter, die seine Malereien mit ihren Augen ausmalen, weiter malen.

Robert Sturmhoevels Werke sind in der Ausstellung „hinterm horizont“ in der Künstlerkolonie Willingshausen zu sehen. Eröffnet wird die Ausstellung am 24. November 2017 um 19 Uhr. bis zum 22. Dezember 2017 sind Sturmhoevels Werke hier dann zu bewundern.

Zum KünstlerInnen Stipendium in der Künstlerkolonie Willingshausen:
Das Arbeitsstipendium für junge Künstler in der Künstlerkolonie Willingshausen wird getragen von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, dem Kulturförderprogramm der SV Sparkassenversicherung, der Kreissparkasse Schwalm-Eder, der Gemeinde Willingshausen und dem Schwalm-Eder-Kreis. (red)



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