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Der Migrationshintergrund spielt keine Rolle

Omar Lafta (li.) wurde von „BLEIB in Hessen II“ beraten und ist jetzt Azubi beim Unternehmer Sprenger. Jens Sprenger (re.) ist froh, ihn im Team zu haben. Foto: Aksana Wagner

Omar Lafta (li.) wurde von „BLEIB in Hessen II“ beraten und ist jetzt Azubi beim Unternehmer Sprenger. Jens Sprenger (re.) ist froh, ihn im Team zu haben. Foto: Aksana Wagner

Gilserberg. „BLEIB in Hessen II“ und „Servicestelle Vielfalt im Betrieb“ des Förderprogramms IQ unterstützen Geflüchtete und begleiten Unternehmen im Einstellungsprozess. Jens Sprenger ist Stuckateurmeister und Restaurator im Maler- und Lackiererhandwerk in Gilserberg. Der kleine Handwerksbetrieb in dritter Generation ist seit fast 70 Jahren im Raum Schwalmstadt aktiv. Seit August 2017 arbeitet Omar Lafta aus dem Irak mit im Team. Sprenger stellte den jungen Iraker im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung (EQ) als Maler und Lackierer ein.

Omar wurde von „BLEIB in Hessen II“ beraten und begleitet. Unterstützung bei der Mitarbeitersuche und Einstellung von Omar bekam Jens Sprenger von der „IQ-Servicestelle Vielfalt im Betrieb“. Beide Unterstützungsangebote werden in der Schwalm von Arbeit und Bildung e.V. durchgeführt.

Wie kamen Sie dazu, einen Flüchtling im Unternehmen einzustellen?
Jens Sprenger: Es gab einfach keine Bewerber mehr. Da schon mein Vater Mitarbeiter aus Polen, Russland, Thailand, Kasachstan und dem früheren Jugoslawien beschäftigte, war die Überlegung, einen Flüchtling einzustellen, nicht weit. Auch wenn Omar noch nicht so gut deutsch sprechen konnte, hat er uns doch von seinen handwerklichen Fähigkeiten im Praktikum überzeugt. Der Migrationshintergrund spielt bei uns keine Rolle – wichtig ist, wie der Mensch ist und dass die Art und Weise gut zu unserem Betrieb passt.

Was war im Vorfeld der Einstellung wichtig?
Jens Sprenger: Als lokal verwurzelter Handwerksbetrieb bekommen wir unsere Aufträge hauptsächlich über Empfehlungen unserer Kundinnen und Kunden. Damit diese auch weiterhin zufrieden sind, ist ein gut funktionierendes, freundliches und verlässliches Team unerlässlich. Dementsprechend wichtig ist im Vorfeld die Auswahl eines neuen Mitarbeitenden. Bis Omar zu uns kam, hat uns die „IQ-Servicestelle Vielfalt im Betrieb“, die eng mit „BLEIB in Hessen II“ zusammenarbeitet, geholfen. Es wurde abgefragt, welche Voraussetzungen der neue Mitarbeitende mitbringen soll. Dann kam die Vorauswahl und das Bewerbungsgespräch mit Omar. Entscheidend war letztlich das folgende vierwöchige Praktikum, in dem wir ihn kennenlernen konnten und gesehen haben, was er kann. Bevor Omar zu uns kam, wurde er von „BLEIB in Hessen II“ beraten, bekam Deutschunterricht und konnte sich in verschiedenen handwerklichen Arbeiten ausprobieren. Die Vorauswahl hat uns die Einstellungsehr erleichtert.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Jens Sprenger: Trotz der noch eingeschränkten Sprachkenntnisse hat Omar sehr gut mitgearbeitet. Die Kollegen und ich sehen, dass er Arbeitswillen und viel Motivation mitbringt, die gezeigten Tätigkeiten gut umzusetzen. Wir sind zufrieden mit Omar und freuen uns, dass wir ihn im Team haben.

Was würden Sie anderen Handwerksbetrieben empfehlen?
Jens Sprenger: Wichtig ist, dass man sich bei Fragen zur Einstellung von Geflüchteten Unterstützung holt. Auch die Ansprechpartner bei der Arbeitsagentur, dem Jobcenter oder der Kreishandwerkerschaft sind hier sehr hilfsbereit. Für uns war letztendlich die Zusammenarbeit mit „BLEIB in Hessen II“ und der „IQ-Servicestelle Vielfalt im Betrieb“ als unterstützende Partner optimal.

Herr Lafta, wie sehen Sie Ihre Arbeit bei Sprenger?
Omar Lafta (in gebrochenem Deutsch): Die Arbeit gefällt mir sehr gut, die Kollegen sind nett, der Chef auch. Berufsschule ist schwierig, aber ich lerne viel. Ich will deutsch sprechen, deshalb ist es gut, dass ich in der Schule und bei der Arbeit auch deutsch spreche. So wird es immer besser.

Hintergrund:
„BLEIB in Hessen II“ berät seit 2008 Geflüchtete und vermittelt in Weiterbildung, Arbeit, Schule und Ausbildung. Die BLEIB-Berater sind in sieben Landkreise Hessens aktiv (Schwalm-Eder, Gießen, Marburg-Biedenkopf, Kassel, Rhein-Main, Main-Kinzig und Offenbach). Die Koordination von „BLEIB in Hessen II“ hat der Mittelhessische Bildungsverband e.V. in Marburg.

Die „Servicestelle Vielfalt im Betrieb“ des Förderprogramms Integration durch Qualifizierung (IQ) begleitet Unternehmen beim Einstellungsprozess und arbeitet eng mit „BLEIB in Hessen II“ zusammen. Beide Projekte werden gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Europäischen Sozialfonds.

Weitere Infos unter www.bleibin.de/unternehmen-2/. (red)



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