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MT erweitert Trainerstab – Heiko Grimm wird neuer Co

Michael Roth mit Heiko Grimm (v.l.). Foto: Heinz Hartung

Michael Roth mit Heiko Grimm (v.l.). Foto: Heinz Hartung

Melsungen. Handball-Bundesligist MT Melsungen erweitert seinen Trainerstab. Ab Januar 2018 wird Heiko Grimm (40) Co-Trainer von Michael Roth (55). Der bisher mit dieser Funktion betraute Mile Malesevic (61) konzentriert sich dann ausschließlich auf die Aufgaben als Torwarttrainer. Heiko Grimm, der seit 2013 hauptverantwortlicher Coach beim Schweizer Erstligisten HC Kriens-Luzern ist, beendet dort sein Engagement zum Jahresende und erhält bei der MT einen Vertrag bis Juni 2021.

Heiko Grimm kommt zurück zur MT – diesmal aber nicht als reaktivierter Spieler für einen kurzfristigen Noteinsatz, sondern als Co-Trainer mit Perspektive. Der frühere Großwallstädter Nationalspieler half im Mai 2015 bei den Nordhessen aus, als diese verletzungsbedingte Personalproblem hatten. Damals war Patrik Fahlgren ausgefallen und für Nenad Vuckovic wurde ein Backup gebraucht.

Die nun anstehende Aufgabe von Heiko Grimm ist indes eine ganz andere: Der ehemalige Großwallstädter Nationalspieler (48 DHB-Einsätze), Europameister und Vize-Weltmeister, nimmt beim nordhessischen Erstligisten an der Seite von Chefcoach Michael Roth die Position des Co-Trainers ein. Er soll dazu beitragen, die positive Entwicklung der Mannschaft der letzten Jahre weiter voran zu bringen. Dazu hat er zunächst ein Vertrag bis Juni 2021 unterschrieben.

Eigentlich war Grimms Einstieg bei den Rotweissen erst zur neuen Saison geplant. Doch weil sich kurzfristig ergeben hat, dass er schon zum Januar wechseln kann, wollen beide Seiten den Schritt vorziehen.

“Auch uns passt dieser Zeitpunkt für Heiko Grimms Einstieg sehr gut. Nach den letzten Bundesligaspielen im Dezember wird die Bundesligasaison ja durch die Europameisterschaft für einige Wochen unterbrochen. Und so kann er im Januar zusammen mit Michael Roth in Ruhe die Trainingsinhalte für die Rückrunde abstimmen”, erklärt Axel Geerken.

“Grundsätzlich”, so der MT-Vorstand weiter, “möchten wir uns mit der MT auf allen Ebenen stetig weiter entwickeln. Dazu gehört natürlich auch der sportliche Bereich inklusive der Trainingsarbeit. Von Heiko Grimm erwarten wir uns zusätzliche Impulse eines deutschen Trainers, der eine mehrjährige Erfahrung aus dem Ausland mitbringt. Zudem wollen wir das Torhütertraining nicht nur in der Bundesligamannschaft, sondern auch im Unterbau weiter intensivieren. Das geht nur, wenn sich dem jemand ausschließlich widmet. Mit Mile Malesevic haben wir einen ausgewiesenen Fachmann in den eigenen Reihen. Dieses Potential wollen wir gezielt dafür nutzen”.

Mit großer Vorfreude blickt MT-Trainer Michael Roth auf seinen neuen Kollegen: “Ich kannte Heiko schon als jungen Handballer, habe ihn später auch beim TV Großwallstadt trainiert. Er ist ein feiner Mensch der vom Charakter und seinen Einstellungen sehr gut zu uns passt. Der Handballsport hat in den letzten Jahren eine enorme Entwicklung genommen, die immer komplexere Anforderungen an die Trainingsarbeit stellt. Man darf auch als erfahrender Trainer nie der Meinung sein, alles zu wissen, geschweige denn alles richtig zu machen. Insofern holen wir uns mit Heiko, der neue Akzente und Trainingsreize einbringen wird, zusätzlichen fachlich kompetenten Input ins Haus. Ein eigener Schwerpunkt wird die Arbeit mit den Torhütern bilden. Die machen inzwischen bis zu 80 Prozent einer erfolgreichen Defensivleistung aus. Schon deshalb ist es konsequent, dass wir mit Mile Malesevic einen absoluten Experten dazu einsetzen”.

Derweil organisiert Heiko Grimm seinen Umzug aus der Schweiz nach Nordhessen, der im Januar ansteht. Neben seiner Tätigkeit beim HC Kriens-Luzern hat er dort mit dem süddeutschen Sportartikelanbieter Maxi-Sport einen Filialvertrieb aufgebaut. Dem wird er sich künftig nicht mehr in gewohntem Umfang widmen, schließlich will sich der 40-jährige bei der MT voll und ganz auf den Trainerjob konzentrieren.

“Zunächst einmal bin ich meinem derzeitigen Verein HC Kriens-Luzern dankbar, dass er mir das Amt des Trainers und sportlicher Leiters anvertraut hat. Ich denke, wir haben in den fast fünf Jahren dort gemeinsam viele Dinge positiv entwickeln können. Ich selber habe dabei sehr viel gelernt und ich habe mich dort auch immer rundherum wohl gefühlt. Wenn die Anfrage von der MT nicht gekommen wäre, hätte es für mich auch keinen Grund gegeben, dies aufzugeben. Für einen anderen Club wäre ich nicht nach Deutschland zurück gekommen. Die MT Melsungen erscheint mir als der interessanteste Verein der Bundesliga. Diese Kontinuität im sportlichen und im Managementbereich, die stetige Entwicklung insgesamt und vor allem die Ziele und Perspektiven, die mit Mannschaft verknüpft sind, diese Konstellation gibt es nach meiner Beobachtung nicht unbedingt ein weiteres Mal in der höchsten deutschen Spielklasse. Zudem kenne ich Michael Roth und Axel Geerken schon sehr lange, sodass jeder weiß, was er vom anderen erwarten kann”, sagt Heiko Grimm.

Bei der Antwort auf die Frage, ob es für ihn nicht eine enorme Umstellung bedeuten wird, vom alleinverantwortlichen Chefcoach auf Co-Trainer “umzuschalten”, zögert Grimm keine Sekunde: “Die Funktionsbezeichnung spielt für mich keine Rolle. Ich sehe meine Aufgabe darin, die Erwartungen, die an mich gestellt werden, zu erfüllen. Das heißt, ich werde versuchen, meine Erfahrungen mit einzubringen, durchaus auch wissenschaftliche Ansätze aus der aktuellen Trainingsmethodik, um so für neue, idealerweise innovative Impulse zu sorgen. Dabei bin ich keinesfalls ein Laptop-Trainer, sondern einer, der sich immer am praktisch Machbaren orientiert”.

Heiko Grimm ist seit 2009 in der Schweiz tätig, zunächst als Spielertrainer bei Amicitia Zürich und Pfadi Winterthur, seit 2013 als Sportlicher Leiter und Chefcoach beim Erstligisten HC Kriens-Luzern. Den Zentralschweizer Club führte er jeweils in die Finalrunde nationalem Meisterschaft und in dieser Saison zum zweiten Mal seit 2014/15 in den EHF Cup. Er besitzt die schweizerische Trainer-A-Lizenz, die in Deutschland anerkannt ist und strebt im nächsten Jahr die Ausbildung zum Mastercoach an. Sein erlernter Beruf ist Steuerfachgehilfe. Neben seiner sportlichen Karriere hat Grimm noch ein Studium der Betriebswirtschaftlehre verfolgt.

Sein derzeitiger Verein macht keinen Hehl daraus, dass er ihn gerne behalten hätte: “Grimms hervorragende Trainertätigkeit, sein Umgang mit den Spielern und sein feines Gespür für die Entwicklung eines Teams haben sich offenbar bis nach Deutschland herumgesprochen”, sagte Nick Christen, Geschäftsführer des HC Kriens-Luzern, als sein Abschied feststand. Deshalb wolle man ihm auch keine Steine in den Weg legen, wenn er in seiner Entwicklung als Trainer in Deutschland den nächsten Schritt machen könne. Gerne hätten die Zentralschweizer den Trainer für die nächsten Jahre mit einem Vertrag ausgestattet, doch die Bundesliga ist für jeden Handballtrainer ein Wunschziel und dagegen konnten wir nichts ausrichten. “Wir sind Heiko Grimm zu grossem Dank verpflichtet. Er hat den Zentralschweizer Handball in einer wichtigen Etappe begleitet und geprägt, so Christen.

Kurzsteckbrief Heiko Grimm
Geb.-Datum / -ort: 18.11.1977 / Miltenberg (bei Aschaffenburg)
Familienstand: verheiratet mit Carolin
Als Spieler: TV Kirchzell (bis 1997), TV Großwallstadt (1997-2004); SG Wallau/Massenheim (2004-2005), TV Großwallstadt (2005-2008), HSV Hamburg (2008-2009), ZMC Amicitia Zürich (SUI; 2009-2010), Pfadi Winterthur (SUI; 2010-2013), MT Melsungen (Mai/Juni 2015); fast 350 Bundesligaspiele.
Als Trainer: HC Kriens-Luzern (SUI, 2013-2017).
International: 48 Länderspiele / 66 Tore. Vizeweltmeister 2003, Europameister 2004

(Bernd Kaiser)



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