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Lynn Olson verbessert 600-Meter-Methusalem-Rekord

Das MT-Team beim Sprintzweikampf in Baunatal. Foto: nh

Das MT-Team beim Sprintzweikampf in Baunatal. Foto: nh

Baunatal/Melsungen. Die Melsunger Leichtathleten setzten bei sommerlichen Temperaturen und hervorragenden äußeren Bedingungen ihren Leistungsaufschwung auch beim Sprintzweikampf im Baunataler Parkstadion mit beeindruckenden Leistungen auf den „ungeraden Strecken“ fort. Nur eine Woche nach den vielen 100-Meter-Bestzeiten in Eschwege imponierten Vivian Groppe, Sophia Hog, Franziska Ebert, Marianne Goujard und Niclas Dittmar als leuchtendes Quintett auch über 80 und 150 bzw. 300 Meter.

Allerdings ragten mit Holly Okuku (Baunatal) und Vivian Groppe (Melsungen) zwei Teilnehmerinnen bei der mit 110 Athleten aus 15 Vereinen gut besuchten Veranstaltung mit ihren Leistungen über alle anderen hinaus und sorgten mit ihren großartigen Sprints über 80 und 150 Meter für die Höhepunkte bei diesem Meeting.

Holly  Okuku (Baunatal) und Vivian Groppe (Melsungen) sorgten für die Höhepunkte beim Baunataler Sprint-Zweikampf. Foto: nh

Holly Okuku (Baunatal) und Vivian Groppe (Melsungen) sorgten für die Höhepunkte beim Baunataler Sprint-Zweikampf. Foto: nh

Holly Okuku, Jahrgang 2005, ist die Tochter der Olympionikin Florence Ekpo-Umoh, die mit einer Bestzeit von 51,13 Sekunden eine der schnellsten 400m-Läuferinnen in Deutschland war und WM-Silber mit der Staffel 2001 in Edmonton und ein Jahr später bei der EM in München sogar die Goldmedaille gewinnen konnte. Die 13-Jährige scheint in die großen Fußstapfen ihrer Mutter zu treten und siegte über 80 Meter mit 10,35 Sekunden. Vivian Groppe, das im vergangenen Winter komentenhaft nach vorn gekommene Sprinttalent der MT Melsungen, verbesserte sich auf 10,51 Sekunden. Diese Zeit, die sie im Vorjahr über 75 Meter nur einmal unterbot, deutet erneut auf eine 100m-Leistung unter 13 Sekunden hin. Mit Beifall der wenigen Zuschauer wurde auch der 150m-Lauf dieser beiden Talente bedacht. Die leichtfüßig laufende Okuku sicherte sich mit brillanten 18,78 Sekunden die Tagesbestzeit aller Teilnehmerinnen. Aber auch Vivian demonstrierte mit 19,64 ihr großes Talent und blieb deutlich unter den anvisierten 20 Sekunden. Wenn sie sich so weiter entwickelt, kann sie bereits im nächsten Jahr den Kreisrekord der U18 auf dieser Strecke, den Xenia Achkinadze (Treysa) 13 Jahre vorher in Baunatal mit 19,35 Sekunden aufgestellt hatte, verbessern.

Ella Gleim überraschte mit guten Zeiten über 80 und 150 Meter. Foto: nh

Ella Gleim überraschte mit guten Zeiten über 80 und 150 Meter. Foto: nh

Ihre Trainingspartnerin Sophia Hog blieb als Siegerin der WU20 mit 19,68 ebenfalls unter 20-Sekunden und hofft, dass nach ihrem ersten diesjährigen 200m-Lauf eine 26 vor dem Komma steht. Mit Franziska Ebert (20,38) und der immer schneller werdenden U16-Sprinterin Ella Gleim (20,47) sowie der U18-Läuferin Marianne Goujard (20,61) überzeugten drei weitere MT-Sprinterinnen im Parkstadion, so dass Trainer Wagner bei der Nominierung seiner 4x100m-Staffel für die Landesmeisterschaften die Qual der Wahl hat.

Über 300 Meter muss man Franziska Ebert eine reife Leistung bescheinigen. Die 18-Jährige zeigte den Willen und die Energie aus vergangenen Tagen und scheint mit ihrer Kampfkraft für die nächsten 400m-Aufgaben gerüstet zu sein. Mit 43,24 Sekunden blieb sie als Tagesschnellste deutlich vor Sophia Hog (45,83) und Lynn Olson (45,88) und stellte damit einen persönlichen Rekord auf.

Auch bei Yannick Schleider hält der Aufwärtstrend nach dem Ostertrainingslager in Italien weiter an. Nachdem der 16-Jährige am vergangenen Wochenende in Eschwege seine Weitsprungbestleistung um fast einen halben Meter steigern konnte, unterbot er in Baunatal mit seinem famousen Laufstil im 300m-Lauf seine vor zwei Jahren in Felsberg aufgestellte Bestzeit von 46,21 um fast sieben Sekunden und blieb mit 39,54 Sekunden deutlich vor Lucas Natusch (TSV Wabern, 41,94).

Der 12-jährige Niclas Dittmar machte vor allem über 150 Meter mit 20,01 Sekunden auf sich aufmerksam. Foto: nh

Der 12-jährige Niclas Dittmar machte vor allem über 150 Meter mit 20,01 Sekunden auf sich aufmerksam. Foto: nh

Für zwei sehr gute Sprintleistungen bei den Schülern sorgte der noch 12-jährige Niclas Dittmar. Bereits beim 80m-Sprint machte er mit guten 10,87 Sekunden auf sich aufmerksam. Aber es kam noch besser: Beim 150m-Lauf, schaltete er nach der Hälfte der Strecke noch einen Schnellgang ein und stürmte mit Rasanz dem Ziel entgegen. Mit großartigen 20,01 Sekunden verdiente sich der hoffnungsvolle Mt-Nachwuchssprinter, der auch der Talentfördergruppe der Melsunger Gesamtschule angehört, ein Sonderkompliment. „Wenn Niclas dabei bleibt, wird er in zwei Jahren die 300 Meter klar unter 40 Sekunden laufen und bei den Landesmeisterschaften ein Anwärter für das Finale sein “, sagte Alwin J. Wagner.

Bei Yannick Schleider hät der Aufwärtstrend nach dem Ostertrainingslager in Italien weiter an. Foto: nh

Bei Yannick Schleider hät der Aufwärtstrend nach dem Ostertrainingslager in Italien weiter an. Foto: nh

Ein abschließendes High-Light für die Melsunger gab es im letzten Lauf der Veranstaltung, als Lynn Olson als einzige Teilnehmerin mit den Männern die 600 Meter laufen musste. Knapp eine Stunde vorher hatte die 17-Jährige im Rahmen ihres Zweikampfes einen 300m-Langsprint absolviert und mit 45,88 Sekunden zu gefallen gewusst. Sie hatte an diesem Nachmittag nur ein Ziel: Sie wollte einen der ältesten Kreisrekorde für den Schwalm-Eder-Kreis brechen. Am 3. Juni 1963 lief die damals 18-jährige Ulrike Parschau beim Pfingstsportfest in Großenritte die 600 Meter in 1:53,9 Minuten. Natürlich wird die Strecke nicht all zu oft im Wettkampf angeboten, aber 55 Jahre in den Rekordbüchern zu stehen, bedeutet schon etwas. Lynn Olson, die vom 300m-Lauf noch schwere Beinen hatte, sollte die drei 200m-Abschnitte in jeweils 36 Sekunden laufen und somit auf eine Endzeit von 1:48 Minuten kommen. Die Jugendliche aus Adelshausen, die den Beruf der Physiotherapeutin erlernt, lief exakt wie ein Uhrwerk und passierte die erste Zwischenmarke nach 35 Sekunden. Nach 400 Meter wurde ihre Zwischenzeit mit 72 Sekunden notiert, und im Ziel blieb die elektronische Uhr für sie bei 1:47,56 Minuten stehen. Nach Passieren der Ziellinie reckte sie zur Freude beide Arme in die Luft, denn sie hatte ihr Ziel erreicht und den 55 Jahre alten Kreisrekord um über sechs Sekunden weiter nach unten gedrückt. (ajw)



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