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Sterneköche im Kuhstall

Zu sehen und zu schmecken, wo es herkommt, war für die teilnehmenden Hobbyköche eine besondere Erfahrung, wie auch das ein oder andere Selfie im Kuhstall als Erinnerung an eine besondere kulinarische Reise. Foto: nh

Zu sehen und zu schmecken, wo es herkommt, war für die teilnehmenden Hobbyköche eine besondere Erfahrung, wie auch das ein oder andere Selfie im Kuhstall als Erinnerung an eine besondere kulinarische Reise. Foto: nh

Richerode. Sehen und schmecken, wo es herkommt: Das konnten rund 50 Hobbyköche, allesamt Mitglieder des Sterne-Kochclub-Deutschland, bei einem „Kulinarischen Hofrundgang“ auf dem Hephata-Bio-Hofgut Richerode bei Jesberg. Wie man ein perfektes Schnitzel zubereitet oder leckeres Brot selbst backt, das lernen die Mitglieder des Sterne-Kochclub-Deutschland bei Sternekoch Claus Fischer in der Küche. Woher die Grundprodukte für tolle Gerichte stammen können, das erfuhren sie am Wochenende mit eigenen Sinnen hautnah.

Hochwertige Produkte aus sozialer Verantwortung

Auf dem Bio-Hofgut Richerode ertasteten die Gäste Korn, streichelten Kühe, schnupperten Heuduft und hatten die Möglichkeit, viele Fragen an die Mitarbeiter zu stellen. Das Hofgut ist nach den strengen Richtlinien von Bioland zertifiziert. Es gehört zum Geschäftsbereich Soziale Rehabilitation der Hephata Diakonie und ist dort eine von vier landwirtschaftlichen Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigungen (WfbM).

Sternekoch Claus Fischer aus Offenbach hatte die Produkte und den WfbM-Leiter des Bio-Hofguts Richerode, Frank Radu, Anfang dieses Jahres bei der Messe „Land und Genuss“ in Frankfurt kennengelernt und war begeistert: „Mir liegt gesunde und wertige Ernährung sehr am Herzen. Auf dem Hofgut entstehen hochwertige Produkte in Verbindung mit gesellschaftlicher und sozialer Verantwortung. Das hat mich überzeugt.“ Mit seinem Küchenchef Dirk Schneck hatte er deswegen eine Fahrt für die Mitglieder des gemeinsamen Kochclubs geplant, um sich die Arbeit vor Ort genauer ansehen zu können.

Das Team der Sozialen Rehabilitation legte sich angesichts des hochkarätigen Besuchs mächtig ins Zeug: „Für uns ist das hier eine absolute Premiere“, gestand Frank Radu und betonte: „Die Veranstaltung wäre in dieser Form nicht ohne die tolle Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen der anderen Betriebe der Sozialen Rehabilitation machbar gewesen. Wir sind froh, dass es unseren Gästen so gut gefällt.“

Prinzipien der ökologischen Landwirtschaft

Vor allem der Hofrundgang, vorbei am Schälbetrieb sowie dem Bullen- und Hühnerstall, und die Planwagenfahrt über die angrenzenden Getreide- und Kartoffelfelder überzeugten. Die dort produzierten Lebensmittel konnten an den verschiedenen Stationen auch direkt in Form von kleinen Häppchen probiert werden: So wurden unter anderem Produkte aus der Hephata-Biometzgerei, Gemüsesticks, gefüllte Eier, Dinkelbrot und Pellkartoffeln gereicht.

Radu erklärte dabei die grundlegenden Prinzipien der ökologischen Landwirtschaft, wie den Verzicht auf Düngemittel und die Beachtung der Fruchtfolge auf den Feldern. Ein Erfolgskonzept: „Inzwischen arbeitet die Hephata-Diakonie auch mit größeren Lebensmittelketten wie Rewe und Tegut auf regionaler Ebene zusammen. Die Getreideprodukte werden sogar im Rhein-Main-Gebiet von der BioBäckerei Kaisers vertrieben.“

Besonderes Interesse erzeugten die Rinder-und Schweinezucht und die Herstellung der Bio-Wurstwaren bei den Gästen. Jonas Schaake, Mitarbeiter der Hephata- Bio-Metzgerei „Alsfelder BioFleisch“, erklärte die Vorzüge der ökologischen Schweinehaltung und der Verarbeitung nach Bioland-Standard.

So lecker schmeckt Gemeinwohl

Zum Mittagessen kehrten die Gäste aus dem Rhein-Main-Gebiet anschließend in der liebevoll dekorierten Scheune auf dem Hofgut Richerode ein. Dort hatten Mitarbeitende und Klienten der Sozialen Rehabilitation ein kalt-warmes, rustikales Buffet vorbereitet. „Fast alle dazu verwendeten Zutaten stammen aus eigener ökologischer Erzeugung,“ betonte Frank Radu, „fehlende Komponenten wie Säfte oder Käse haben wir von anderen Behinderten-Werkstätten, die ebenfalls nach Bio-Richtlinien arbeiten, hinzugekauft.“ Die allseits leeren Teller und zufriedenen Gesichter am Ende des Tages machten deutlich, worin sich alle einig waren: „So lecker schmeckt Gemeinwohl!“

Das Angebot überzeugte auch den Sternekoch: „Das ist mehr als ich erwartet habe. Auch unsere Teilnehmer sind sehr begeistert. Es muss nicht immer das Fünf-Gänge-Menü sein. Hauptsache die Qualität stimmt, und da sind wir hier genau richtig.“

Eckdaten Hofladen

Der Hofladen auf dem Hephata-Bio-Hofgut Richerode ist Montag bis Donnerstag von 8-12 Uhr und 13-16 Uhr sowie freitags von 8-12 Uhr und 13–15:00 Uhr geöffnet. Adresse: Hofgut Richerode, 34632 Jesberg-Richerode. (red)



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