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Sommerhitze fordert Sportler-Tribut

Vivian Groppe erreicht bei den süddeutschen Meisterschaften den Zwischenlauf. Foto: nh

Vivian Groppe erreicht bei den süddeutschen Meisterschaften den Zwischenlauf. Foto: nh

Schwalm-Eder / Walldorf. Zwei Tage vor den Europameisterschaften in Berlin trafen sich die besten Nachwuchs-Leichtathleten Süddeutschlands im badischen Walldorf, um ihre süddeutschen Meister in den einzelnen Wettkampfklassen zu ermitteln. Über 1.200 Junioren und Jugendliche der U16 hatten für diese Titelkämpfe ihre Meldungen abgegeben.

Hitzetoleranz erhöht

Für die Melsunger Turngemeinde starteten in diesem Jahr mit Lorenz Funck und Vivian Groppe nur zwei Athleten. Für Lorenz Funck war das Rennen über zwölfeinhalb Runden bei mehr als 30 Grad ein absoluter Hitze-Härtetest. Nur wenige der sieben Ausdauerspezialisten, von denen sechs Läufer aus Hessen kamen, hatten nicht nur ihre Sauerstoff-Aufnahmekapazität trainiert, sondern auch ihre Hitzetoleranz erhöht. Allen voran der Jugendliche Dominik Müller (LG Langgöns), der mit einer persönlichen Bestzeit von 15:29 Minuten angereist war und von Beginn an den Rennverlauf bestimmte.

Lorenz Funck (MT). Foto: Lothar Schattner | nh

Lorenz Funck (MT). Foto: Lothar Schattner | nh

Weit hinter Bestzeiten zurück

Schon bald setzte sich der 19-Jährige von der Konkurrenz ab und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Als der neue Süddeutsche Meister nach 15:10,00 Minuten über die Ziellinie lief, hatte er vor Dustin Uhlig (Heuchelberg, 15:21,20) über zehn Sekunden Vorsprung. Als Dritter blieb Mohamed Bassou (Wiesbaden) mit 15:47,28 Minuten fast 22 Sekunden hinter seiner Jahresbestzeit zurück. Auch Rezene Teklay aus Eritrea, der für den LC Mengerskirchen startet, war als Vierter mit 15:53,41 Minuten über 20 Sekunden langsamer als seine Meldezeit.

Ein starkes Rennen lief Philipp Herzog, der als Fünfter seinen Hausrekord mit 15:55,89 Minuten nur um knapp zwei Sekunden verfehlte. Der Wiesbadener verdrängte dabei Salvatore Sposato (Hanau-Rodenbach) auf Rang sechs, wobei der Italiener fast 30 Sekunden hinter seiner Meldezeit von 15:49 Minuten blieb.

„Es lief nichts mehr, außer Schweiß“

Noch weiter von seinem Hausrekord entfernt war Lorenz Funck, der die erste Runde in 77 Sekunden anlief und nach zwei Stadionrunden das Tempo der Konkurrenz nicht mehr mithalten konnte. Damit stand er nach seiner 1000m-Zwischenzeit von 3:08 Minuten als Erster auf der „Abschussliste“ des Führenden Dominik Müller. Nach 6:26 bzw. 9:54 Minuten sah es noch so aus, als könnte der Melsunger eine Zeit unter 16:20 Minuten laufen. Aber die Hitze machte ihm so zu schaffen, dass er auf den letzten beiden Runden völlig einbrach und sich nur noch im „roten Bereich“ fortbewegen konnte. Völlig erschöpft kam er nach 16:52,00 Minuten ins Ziel und schien am meisten unter den extremen Bedingungen und den Nachwirkungen des Vorbereitungstrainings gelitten zu haben. „Zum Schluss lief bei mir nichts mehr, außer Schweiß“, sagte der 21-Jährige, der sich vorgenommen hatte, die 5000 Meter um 16 Minuten zu laufen.

Nach der Hälfte des Rennens lag die Melsunger Sprinterin noch in Führung. Foto: nh

Nach der Hälfte des Rennens lag die Melsunger Sprinterin noch in Führung. Foto: nh

Erholung lässt die Leistung schwinden

Dass Erholung in den Sommerferien für ambitionierte Leichtathleten nicht dienlich ist, musste Vivian Groppe (MT Melsungen) bei diesen Meisterschaften im 100m-Lauf der weiblichen Jugend U16 erfahren. Die 14-Jährige war zunächst drei Wochen in Südafrika und verbrachte anschließend zwei Wochen auf einem Reiterhof. Ausgeruht und erholt vom Sprinttraining in den Vorwochen gehörte sie zu den 68 Starterinnen, die in zehn 100m-Vorläufen die schnellste 14-Jährige Sprinterin Süddeutschlands ermitteln wollten. Vivian Groppe hatte bei den Landesmeisterschaften der W14 in Darmstadt mit 12,72 Sekunden den zweiten Platz belegt. Drei Tage vor den Meisterschaften in Walldorf testete sie ihr aktuelles Leistungsvermögen im heimischen Waldstadion. Aber ihre 100m-Zeit von 13,22 Sekunden ließ nichts Gutes für die „Süddeutschen“ erwarten. So war selbst die Hoffnung auf das Erreichen des Zwischenlaufes sehr gering. Aber dieses Ziel wollte sie unbedingt erreichen.

Nordhessenmeisterin mit Enttäuschung in den Zwischenlauf

Im neunten von zehn Vorläufen kam Vivian Groppe gut aus den Startblöcken und lag nach der Hälfte der Strecke in Führung. Auf dem zweiten Teil fehlte ihr aber das Stehvermögen und die erforderliche Kraft. Somit büßte sie ihren Vorsprung ein und musste sich Laura Frey geschlagen geben, die sich nach einem starken Finish mit 13,03 Sekunden den Sieg vor Vivian Groppe (13,22) holte. Als wenige Sekunden nach dem Zieleinlauf ihre Zeit auf der elektronischen Anzeigetafel aufleuchtete, war die Nordhessenmeisterin zunächst enttäuscht. Aber nach dem letzten Vorlauf stand fest, dass 13,43 Sekunden für die Teilnahme an einem der vier Zwischenläufe ausreichten. Die Melsunger Gesamtschülerin konnte damit ihr Vorhaben realisieren und sich zuversichtlich für den Zwischenlauf vorbereiten konnte.

Beschleunigungstempo nicht gehalten

Auch in diesem Lauf erwischte die Schülerin aus Beiseförth einen guten Start und lag nach der Hälfte der Strecke nur knapp hinter den beiden Württembergerinnen Carla Sophie Wagner und Seraphia Schaber auf Rang drei. Aber wie im Vorlauf konnte sie ihr Tempo aus der Beschleunigungsphase nicht halten und fiel auf dem zweiten Teil der Strecke deutlich sichtbar zurück, weil auch ihre Kraft nachließ. Mit 13,46 Sekunden blieb für sie in diesem Zwischenlauf nur der siebte Platz noch hinter Rebecca Betz (Gelnhausen, 13,44), die sie bei den Landesmeisterschaften in Darmstadt im Zwischenlauf mit 12,91 zu 13,26 Sekunden noch klar bezwingen konnte.

Souveräne Württembergerinnen

Das 100m-Finale wurde souverän von den Sprinterinnen aus Württemberg beherrscht. Laura Müller (Unterländer LG) setzte sich mit 12,31 vor Sophie Wagner (Leinfelden, 12,57) durch. Den dritten Platz belegte Maja Schorr (Neunkirchen, 12,63) vor Silja Endrich (Neckargmünd, 12,67) und Enisa Ibraimi (Ludwigsburg, 12,71). Mit 12,86 liefen Hannah Wörlein (Ochenbruck) auf Rang sechs und die Siebte Nina Ndubusisi (Schorndorf, 12,90) Zeiten, die Vivian Groppe vor ihrem Urlaub stets abrufen konnte.

(ajw)



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