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„Alles ist außer Kontrolle“

Dem gut gelaunten Ensemble gelang ein amüsantes Fegefeuer der Peinlichkeiten. Foto: nh
Dem gut gelaunten Ensemble gelang ein amüsantes Fegefeuer der Peinlichkeiten. Foto: nh

Homberg. Über 400 Zuschauer sahen vergangenen Donnerstag in der Stadthalle die Komödie „Bella Figura” von Yasmina Reza. Dabei wurde die Beziehungskomödie von Doris Kunstmann (Mutter Yvonne), Julia Hansen (Andrea), Heio von Stetten (Boris), Nina Damaschke (Francoise) und Boris Jacoby (Eric) fabelhaft in Szene gesetzt.

Ein Schäferstündchen geht schief

Auf der Bühne entwickelte sich vor den Augen des Publikums eine Beziehungskomödie voller inszenierter Peinlichkeiten. Je länger das Stück lief, um so tiefer geriet Boris in menschliche Abgründe.

Eigentlich will der nicht nur von Liebes-, sondern auch von Firmen-Insolvenz bedrohte Mittvierziger Boris nur mit seiner ohnehin von ihm genervten Geliebten Andrea („immer noch nicht kapiert, mein Glück liegt nicht in deinen Händen“) vor dem geplanten Schäferstündchen Essen gehen. Dummerweise erzählt er ihr aber, dass seine Ehefrau ihm das angesteuerte Restaurant empfohlen habe. Ein Fauxpas, den der langjährige Fremdgeher auszubügeln versucht.

Fegefeuer der Peinlichkeiten

Doch heute Abend hat er Pech. Beim Verlassen des Parkplatzes fährt er die zukünftige Schwiegermutter von Françoise an, der besten Freundin seiner Frau. Der alten Dame Yvonne (Doris Kunstmann), deren Geburtstag heute gefeiert werden soll, ist zwar nichts passiert, doch plötzlich stehen Andrea und Boris vor Françoise, ihrem Freund Eric und dessen Mutter Yvonne und fühlen sich genötigt „bella figura” zu machen.

Es kommt, wie es kommen muss: Der Rest des Abends war das reinste Fegefeuer der Peinlichkeiten und Fettnäpfchen. Alles geriet außer Kontrolle, das Publikum jedoch fand viele Gelegenheiten zum Lachen.

Benimm-Fassade bröckelt ab

In Stücken von Yasmina Reza wie z.B. »KUNST« sind es oft Nichtigkeiten, die die kultivierte Fassade der oberen Mittelschicht zum Einsturz bringen und jämmerliche, unglückliche Geschöpfe entblößen.

Yasmina Rezas bitter-unterhaltsame Szenen aus der Paar- und Gesellschafts-Hölle zeigen aufs Schönste, wie die mühsam aufrecht erhaltene Fassade des guten Benehmens zu bröckeln beginnt. Und so entfaltete sich in der Stadthalle – zum Amüsement der Zuschauer – eine perfekt gebaute, eskalierende Horror-Komödie, die nur mit Tabletten- und Alkoholmissbrauch (der Figuren Andrea und Mutter Yvonne) zu ertragen war.

(di | red)

Verbeugung und Schlussapplaus für einen gelungenen Theaterabend. Foto: nh
Verbeugung und Schlussapplaus für einen gelungenen Theaterabend. Foto: nh


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