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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 13. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Nachfolge wird zum Problem

Uta Wudonig und Carsten Heustock. Foto: Beller/IHK
Uta Wudonig und Carsten Heustock. Foto: Beller/IHK

Region. Die Unternehmensnachfolge bereitet dem Mittelstand immer größere Sorgen. Bei den Veranstaltungen in den Industrie- und Handelskammern (IHKs) zum Thema herrscht Hochbetrieb.

Angebot und Nachfrage nicht im Einklang

Insgesamt 6.674 Senior-Unternehmer suchten bundesweit zuletzt Rat bei ihrer IHK, so viele wie nie zuvor (www.dihk.de/nachfolgereport). Im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg nutzten 109 Verkaufsinteressierte die kostenfreien Angebote.

Die Zahl der an einer Betriebsübernahme Interessierten liegt deutschlandweit bei 4.321. In Nordhessen und dem Altkreis Marburg waren es 58. „Angebot und Nachfrage sind nicht leicht in Einklang zu bringen“, ordnen die IHK-Nachfolgeexperte Carsten Heustock und Uta Wudonig ein. „Denn ein Unternehmen zu übertragen, birgt große Herausforderungen.“

Senioren können nicht loslassen

Wie bei kaum einer anderen unternehmerischen Herausforderung spielen Emotionen eine Rolle. Mehr als jeder dritte Senior-Unternehmer hat den IHKs zufolge Schwierigkeiten, das Lebenswerk loszulassen. 42 Prozent fordern einen überhöhten Kaufpreis. „Oft rechnen sie die über lange Jahre geleisteten auch persönlichen Mühen mit ein“, erläutert Heustock. 76 Prozent kümmern sich zu spät um die Nachfolge: „Das komplexe Thema landet gerade bei guter Auftragslage und dichtem Tagesgeschäft viel zu oft auf der langen Bank.“

Zum Zeitpunkt der Beratung in der IHK hatte fast die Hälfte der Senior-Unternehmer noch keinen passenden Nachfolger in Sicht. „Auch das ist ein Rekordwert“, sagt Wudonig. „Qualifizierte Personen, die für eine Nachfolge infrage kommen, haben zunehmend attraktive Alternativen in gut dotierten Beschäftigungsverhältnissen.“ Hauptgrund für die zunehmenden Engpässe ist die Demografie: Immer mehr Unternehmer erreichen des Ruhestandsalter. Gleichzeitig erschwert zunehmender Fachkräftemangel die Suche nach einem Nachfolger.

Verwaltungsvorschriften noch in Arbeit

IHK-Präsident Jörg Ludwig Jordan. Foto: ihk
IHK-Präsident Jörg Ludwig Jordan. Foto: ihk

Darüber hinaus sorgt die Politik für Verunsicherung. So berichten 25 Prozent der potenziellen Nachfolger in der IHK-Beratung, dass die andauernden Unklarheiten bei der Anwendung des neuen Erbschaftsteuerrechts die familieninterne Nachfolge erschwere. Das Gesetz wurde zwar bereits vor zwei Jahren beschlossen, doch die Umsetzung mittels entsprechender Verwaltungsvorschriften ist noch immer in Arbeit. Die IHKs haben hierzu über ihren Dachverband, den Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), gemeinsam mit anderen Spitzenverbänden der gewerblichen Wirtschaft Vorschläge vorgelegt. „Die Politik sollte dringend dafür sorgen, dass das Gesetz einfach und mittelstandsfreundlich umgesetzt wird“, appelliert IHK-Präsident Jörg Ludwig Jordan.

Nachwuchs wird oft ausgebremst

Hürden für eine Betriebsübernahme entstehen aus ganz unterschiedlichen Gründen. Fest steht: Das Unternehmertum hat derzeit in Deutschland keinen leichten Stand. 18 Prozent der von den IHKs beratenen älteren Unternehmer geben an, dass sie sich heutzutage nicht mehr selbstständig machen würden. Vor allem der Fachkräftemangel und die zunehmende Bürokratie führen laut IHK-Experten zu dieser negativen Stimmung. „Der engagierte Nachwuchs wird häufig durch bürokratische Vorschriften ausgebremst“, sagt Jordan. „Bürokratie belastet also nicht nur die laufenden Geschäfte vieler Mittelständler, sondern behindert auch die Bereitschaft in der jungen Generation, eine Firma zu übernehmen.“

Liste von Verbesserungen

„Politik und Behörden müssen beim ohnehin schwierigen Thema Unternehmensnachfolge für Rückenwind sorgen, statt weitere Hindernisse aufzubauen“, fasst der IHK-Präsident zusammen. Die Wirtschaft setze auf das angekündigte dritte Bürokratieentlastungsgesetz. Die IHKs haben hierfür bereits eine Liste mit 35 konkreten Verbesserungsmaßnahmen vorgelegt.

Das kostenfreie Beratungsangebot der IHK Kassel-Marburg können sowohl interessierte Verkäufer als auch Käufer nutzen: Uta Wudonig, Tel. 0561 7891-276, E-Mail: wudonig@kassel.ihk.de

(red)



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