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Verletzungen der Seele heilen

Psychotherapeutenverfahren: So nennt sich das therapeutische Angebot, das von Rüdiger Zimmer (psychologischer Psychotherapeut) an der Hephata-Klinik in Schwalmstadt-Treysa angeboten wird.  Foto: Hephata
Psychotherapeutenverfahren: So nennt sich das therapeutische Angebot, das von Rüdiger Zimmer (psychologischer Psychotherapeut) an der Hephata-Klinik in Schwalmstadt-Treysa angeboten wird. Foto: Hephata

Treysa. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung bietet an der Hephata-Klinik neuerdings ambulante Psychotherapieverfahren in Zusammenarbeit mit dem Therapeuten Rüdiger Zimmer an an.

Traumatische Erfahrungen

„Zu mir kommt der Dachdecker, der vom Dach gefallen ist, die Angestellte, die auf dem Parkplatz überfallen wurde, oder die Krankenschwester, die von einem Patienten geschlagen wurde“, sagt Rüdiger Zimmer (46). Er ist psychologischer Psychotherapeut an der Hephata-Klinik in Schwalmstadt-Treysa. Zu ihm kommen sie, um am »Psychotherapeutenverfahren« teilzunehmen.

Das Verfahren ist für Menschen gedacht, die im Zusammenhang mit dem Arbeitsleben traumatische Situationen erfahren haben und bei denen seelische Verletzungen zu Gesundheits- oder Leistungseinschränkungen führten. Für die Betroffenen ist die Therapie kostenlos. Im Schwalm-Eder-Kreis ist Rüdiger Zimmer der einzige Therapeut dieser Art, in Marburg sind es fünf Ärzte. Zimmer musste dafür besondere Fortbildungen und Erfahrungen in der Traumatherapie nachweisen.

Nur auf Überweisung

Zu dem 46-Jährigen kommen Menschen, die Arbeitsunfälle oder -überfälle selbst erlebt haben oder Zeuge davon geworden sind. In der Regel überweist sie ein Betriebs- oder Durchgangsarzt zu Rüdiger Zimmer. Innerhalb von fünf Tagen nach dem Besuch beim Betriebs- oder D-Arzt muss er ein Erstgespräch anbieten können. Danach entscheidet sich, ob eine weitere Therapie nötig ist.

„Man kann davon ausgehen, dass 80 bis 90 Prozent aller Menschen im Laufe ihres Lebens ein potenziell traumatisierendes Erlebnis haben oder Zeuge eines solchen werden. Nur zehn bis zwölf Prozent davon entwickeln aber eine Störung, die behandelt werden muss“, sagt Zimmer. Bei den meisten Betroffenen verschwinde die akute seelische Belastung in den ersten vier Wochen wieder.

Von shit happens bis Todesangst

So war es bei Elisabeth Martin (52). Die Krankenschwester und Fachschwester Psychiatrie in der Hephata-Klinik wurde vor mehr als zehn Jahren von einem Patienten geschlagen. Und zwar so stark, dass ihre Nase brach. „Damals gab es das Angebot von Berufsgenossenschaften und Hephata-Klinik noch nicht, sonst hätte ich es sicher in Anspruch genommen.“ Die 52-Jährige konnte das Erlebnis mit Freunden und Familie verarbeiten. Rüdiger Zimmer: „Das, was Elisabeth Martin erlebt hat, hätte traumatisierend sein können, wenn es mit dem Gefühl von Todesangst oder Ohnmacht verbunden gewesen wäre. Es konnte aber auch nur traurig sein, nach dem Motto: shit happens.“

Sich Hilfe holen, ohne Scham

Zimmer selbst hatte mit 19 Jahren einen Motorradunfall und ist seitdem blind. „Es hängt vom persönlichen Erleben der Situation ab, von Vorerfahrungen, Lebensumständen und Ressourcen des Einzelnen, ob ein potenziell traumatisierendes Ereignis psychische Probleme wie eine Angststörung, Depression oder posttraumatische Belastungsstörung verursacht oder nicht.“ Er ergänzt: „Wichtig ist, sich ohne Scham Hilfe zu holen, wenn man merkt, dass man das Problem nicht alleine lösen kann.“

Weitere Auskünfte: Hephata-Klinik, Rüdiger Zimmer, Telefon: 06691 18-2066 oder 18-2157, E-Mail: ruediger.zimmer@hephata.de

(red)



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