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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 13. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Über 2.250 Betriebe suchen Nachfolger

Uta Wudonig und Carsten Heustock. Foto: Beller/IHK
Uta Wudonig und Carsten Heustock. Foto: Beller/IHK

Region. In Nordhessen und dem Altkreis Marburg befinden sich immer mehr Senior-Unternehmer vor ihrem Ruhestand. In den nächsten Jahren stehen über 2.250 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zur Übergabe an, teilt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg mit.

Anstehende Betriebsübergaben in Zahlen

Werra-Meißner: ca. 220 / Hersfeld-Rotenburg: ca. 200 / Schwalm-Eder: ca. 330 / Waldeck-Frankenberg: ca. 350 / Altkreis Marburg: ca. 270 / Stadt und Landkreis Kassel: ca. 880. Der Löwenanteil entfällt auf die Branchen Groß- und Einzelhandel, gefolgt vom Maschinenbau sowie den Produzenten von Metallerzeugnissen.

IHK-Präsident Jörg Ludwig Jordan. Foto: ihk
IHK-Präsident Jörg Ludwig Jordan. Foto: ihk

Exposé verbessert Chancen

Um den Prozess der Übergabe zu erleichtern, hilft ein Unternehmensexposé, die zu verkaufende Firma gezielter zu vermarkten und damit Zeit zu sparen. „Interessenten haben damit die Chance, sich im Vorfeld ein vertieftes Bild über die zu übernehmende Firma zu machen“, sagt IHK-Präsident Jörg Ludwig Jordan.

Ein solches Exposé enthält unter anderem eine Beschreibung des Unternehmens, seiner Entwicklung, Produkte und Dienstleistungen, die angeboten werden, sowie Details zur Organisationsstruktur. Zugleich stellt es die Position der Firma im Markt dar. Idealerweise kann der Kaufwillige aus den Geschäftszahlen bereits Planungsszenarien für die weitere Entwicklung ableiten. Beim Erstellen eines solchen Prospekts helfen die IHK-Nachfolgeexperten Uta Wudonig und Carsten Heustock kostenlos weiter.

Faustregel: 3 bis 5 Jahre Vorbereitung

Um nicht das unternehmerische Lebenswerk zu gefährden, appelliert IHK-Präsident Jordan, sich rechtzeitig vorzubereiten und zu handeln. „Nicht zuletzt tragen wir als Unternehmer die Verantwortung für unsere Mitarbeiter und ihre Familien.“

Hilfreich ist es, sich an einer Faustregel zu orientieren: Senior-Chefs sollten mindestens drei, eher fünf Jahre vor dem geplanten Ausstieg die Betriebsübergabe gründlich vorbereiten und sich auf die Suche nach einem geeigneten Nachfolger machen. Jordan: „Werden alle Aspekte einer Nachfolge – darunter die Finanzierung, steuerliche Folgen, die persönliche Haftung et cetera – nicht gründlich durchdacht, steigt die Gefahr, dass eine Übergabe scheitert.“

Jungunternehmer. Foto: Alyibel Colmenares | Pixabay
Wenn die jüngere Generation demnächst im Betrieb das Sagen haben soll, ist es für scheidende Chefs ratsam, die Firmenübergabe oder den Verkauf etwa zwei bis drei Jahre im Voraus zu planen. Foto: Alyibel Colmenares | Pixabay

Kein Patentrezept, aber Tipps

Es gibt kein Patentrezept für eine Nachfolge, aber wer die nachfolgenden Tipps frühzeitig beachtet, hat gute Chancen sein Unternehmen in verantwortungsvolle Hände zu geben.

► Die Suche nach einem Nachfolger nicht verschieben. Auch wenn es keine exakten zeitlichen Vorgaben gibt, ist es sinnvoll, drei bis fünf Jahre vorher gedanklich mit dem Nachfolgeprozess zu beginnen. Alle Entscheidungen können ohne Druck abgewägt und beschlossen werden.

► Wer als Person für eine Nachfolge in Frage kommt, kann durch ein konkretes Anforderungsprofil erhoben werden. Somit können Interessenten aus der Familie, den Mitarbeiterreihen oder von außen identifiziert werden

► Aufgrund der Individualität jeder einzelnen Nachfolge müssen komplexe steuerliche und rechtliche Sachverhalte geklärt werden. Externe fachliche Hilfe, auch in Form eines Moderators, ebnen den Weg und führen unterschiedliche Meinungen zusammen.

► Jeder Unternehmer setzt aufgrund seiner emotionalen Verbundenheit oftmals einen zu hohen Wert für sein Unternehmen an. Der potenzielle Käufer erwartet dagegen neutrale Informationen über den Geschäftsbetrieb. Ein aussagekräftiges Unternehmensexposé vermittelt die notwenigen Antworten für interessierte Nachfolger.

► Auch wenn die Vorstellung über das Danach schwerfallen mag, empfiehlt es sich, dass der Unternehmer sich Gedanken macht, ob er nach der Übertragung weiterhin aktiv im Unternehmen tätig sein will und welche Aufgaben er innehat.

Weitere Informationen und eine individuelle Beratung zur Unternehmensnachfolge bieten die IHK-Nachfolgeberater Uta Wudonig, Tel. 0561 7891-276, E-Mail: wudonig@kassel.ihk.de, und Carsten Heustock, Tel. 0561 7891-277, E-Mail: heustock@kassel.ihk.de.

Die Termine der kostenlosen Nachfolgeveranstaltungen gibt es unter www.ihk-kassel.de/veranstaltungen

(red)



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