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Akkus & Wasserstoff für die Kanonenbahn

Geht es Prof. Dr. Herbert Wassmann und seinen Mitstreiter:innen soll die nordhessische Kanonenbahn gerettet werden. Aktuell fordert er einen Zukunftsdialog. Foto: nh
Geht es Prof. Dr. Herbert Wassmann und seinen Mitstreiter:innen soll die nordhessische Kanonenbahn gerettet werden. Aktuell fordert er einen Zukunftsdialog. Foto: nh

Schwalm-Eder. Laut Bürgerinitiative „Rettet die nordhessische Kanonenbahn“ soll es auf den alten Gleisen mit Akkus und Wasserstoff Richtung Zukunft gehen. Die BI fordert heute zum Zukunftsdialog auf.

Massenbeförderung für den Klimaschutz

Worum geht es? fragt BI-Sprecher Prof. Dr. Herbert Wassmann und antwortet selbst in einer Pressemitteilung:

Bezugnehmend auf den Kabinettsbeschluss der Bundesregierung zur Novelle des Bundes-Klimaschutzgesetzes (KSG) vom 12. Mai 2021 soll Deutschland nun schon 2045 klimaneutral sein. Wie wird dieses Gesamtziel regional verbindlich umgesetzt? Die BI vertritt die Auffassung, dass dies bei einer gut aufeinander abgestimmten Verkehrs-Mobilität zwischen den einzelnen Gemeindeteilen vor allem mit modernen Massenbeförderungsmitteln – einschließlich des schienengebundenen Güter- und Personenverkehrs – effizient funktioniert. Der Schwalm-Eder-Kreis verfügt über erforderliche Infrastrukturen.

Prof. Dr. Herbert Wassmann will die nordhessische Kanonenbahn retten. -Foto: privat
Prof. Dr. Herbert Wassmann will die nordhessische Kanonenbahn retten. Foto: privat

Überregional zur Arbeit radeln ist unrealistisch

Die BI hat sich in Kooperation mit dem Fahrgastverband PRO BAHN intensiv mit dem Für und Wider einer möglichen Nutzung der Bahnstrecken auseinandergesetzt. Bahnstrecke ODER Radweg ist eine unzulässige und fatale Verkürzung der Entscheidungslage. Chancen und Potenziale bleiben dabei ungenutzt.

Beispielsweise existiert bereits ein bequemer und ausreichender Radweg (R 14). Sicherlich fördert ein Bahnradweg ein wenig den Tourismus und erhöht den Freizeitwert für Familien und ältere Menschen. Radfahren als alternatives Fortbewegungsmittel im Alltag, um zur Arbeit oder zum Einkaufen oder zu überregionalen Schulen und Hochschulen zu gelangen, ist für viele Bürger im Homberger Hochland nicht realistisch.

Vorteil: Keine neue Planfeststellung

Nach wie vor wird die Bahntrasse Homberg (Efze) nach Schwalmstadt-Treysa vollständig als Bahnweg ausgewiesen. Dieser Streckenabschnitt verfügt über zwei Bahnhöfe (Homberg und Frielendorf) sowie Anschlussstellen: Homberg-Industriegebiet und Treysa-ehem. Harthberg-Kaserne (Gewerbegebiet) sowie die Haltepunkte Sondheim, Wernswig, Silbersee, Spießkappel, Leimsfeld und Rörshain. Vorteil wäre zum jetzigen Zeitpunkt, dass Bahnsteige und Anschlüsse lediglich grundlegend saniert werden müssen. Und es bedarf keiner erneuten Planfeststellung, was wiederum Zeit und Kosten einspart.

Emissionsarm in 24 Minuten von Homberg nach Treysa

In der folgenden Grafik fasst die BI die Fahr- und Reisezeiten unterschiedlicher Verkehrsträger zusammen, und zwar hinsichtlich einer Fahrt oder einer Reise von der Kreisstadt Homberg (Efze) nach Schwalmstadt/Treysa.

Die BI setzt sich für ein smartes und emissionsarmes Mobilitätsangebot ein, das heißt aufeinander abgestimmte und vernetzte Fahrpläne. Etwa von Schwalmstadt-Treysa weiter nach Marburg/Lahn mit einer abgestimmten Umsteigezeit von 5 Minuten oder vom Bahnhof Homberg mit dem Bus direkt weiter ans Ziel.

Für die, die keine oder mangelhafte Verbindungen zu den Bahnhöfen haben, werden neue Park- und Ride-Anlagen mit Fahrrad-Stellplätzen direkt an den Bahnhöfen errichtet. So kann man eine optimale Verknüpfung der Verkehrsträger erreichen.

Nicht zu vergessen ist auch der Güterverkehr. Viele Logistik-Unternehmen sehen heute einen Gleisanschluss für ihre Lager oder Fertigungsstätten vor, selbst wenn sie es im ersten Moment nicht benötigen. Insofern kann man sich vorstellen, das Industriegebiet Homberg attraktiver zu machen. Ein sehr erfolgreiches Beispiel ist Borken, wo Speditionen in 5 Industriehallen zwei Güterzüge arbeitstäglich bekommen.

Machbarkeitsstudie in Auftrag geben

Eine Machbarkeitsstudie setzt sich mit der Frage auseinander, ob die Reaktivierung der Bahnstrecke von Schwalmstadt/Treysa nach Homberg (Efze) einen volkswirtschaftlichen Nutzen hat oder nicht. Dieser wird unter diversen Einflussfaktoren ermittelt. Innerhalb der Machbarkeitsstudie wird darauf hingearbeitet, ein integriertes und zukunftsorientiertes System mit der Verknüpfung der Straßen und Schienenwege untereinander zu konzipieren mit dem Ziel kurzer und gesicherter Umsteigezeiten, einer Anbindung des Nahverkehrs an den Fernverkehr, insbesondere mit zuverlässigen Anschlüssen an den möglichen Verkehrsknoten.

Bessere Lebensbedingungen vor Ort

Die BI hält es für legitim, die zuständigen Aufgabenträger des örtlichen ÖPNV – den Schwalm-Eder-Kreis – aufzufordern zeitnah eine entsprechende Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben und auch zu finanzieren. Insgesamt könnten mehr als 25.000 Menschen wieder einen direkten Zugang zum überregionalen Bahnnetz erhalten. Ein breites regionale Mobilitätsangebot für alle Menschen – ob jung oder alt – im Homberger Hochland stärkt die Attraktivität der ländlich strukturierten Region und verbessert deutlich die Lebensbedingungen vor Ort.

(red)



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Ein Kommentar zu “Akkus & Wasserstoff für die Kanonenbahn”

  1. Martin Gille

    Die Strecke von Homberg nach Malsfeld ist auch noch gut erkennbar und sollte in die Überlegungen mit einbezogen werden!


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