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Die starken Dörfer meistern die Krise

Europastaatssekretär Mark Weinmeister (li.) im Gespräch mit Mitgliedern des Geschichts- und Heimatvereins Metze. Foto: Hessische Staatskanzlei
Europastaatssekretär Mark Weinmeister (li.) im Gespräch mit Mitgliedern des Geschichts- und Heimatvereins Metze. Foto: Hessische Staatskanzlei

Metze. Am Freitag besuchte Europastaatssekretär Mark Weinmeister den Geschichts- & Heimatverein. Im Gepäck hatte er einen Förderbescheid über 4.500 Euro für den Bau eines Buchtauschhauses.

Voller Elan packen die Leute an

Mark Weinmeister nutzte die Gelegenheit, allen Beteiligten an den Projekten für ihr ehrenamtliches Engagement zu danken. „Ich reise viel durch Nordhessen und dabei treffe ich immer wieder auf Dorfgemeinschaften, Vereine oder Initiativen, die voller Elan die Dinge anpacken. Da ist eine Dorfecke verwildert, ein Jugendraum muss saniert werden oder die sanitären Einrichtungen brauchen eine Reparatur. Überall treffe ich Menschen, die die Ärmel hochkrempeln und einfach anpacken. Oft sind es gemeinsame Arbeitseinsätze, handwerkliche Arbeiten oder Sachspenden, die die Projekte in Gang setzen. Immer aber werden die Projekte mit viel Eigenanteil umgesetzt. In Zeiten von Corona war das alles jedoch nur unter größten Mühen möglich. Das gemeinsame Planen, Errichten und Einweihen – ja das Gemeinschaftsgefühl, was ja auch in solchen Projekten steckt – all das konnte über lange Monate nur sehr eingeschränkt stattfinden. Umso mehr bin ich froh und stolz darauf, dass das Engagement niemals stillstand. Ich habe hier heute ein tolles Projekt vorgefunden und ich möchte Ihnen allen für Ihr Engagement danken. Sie machen Hessen lebenswerter und schöner.“

Unter Rosenstöcken Bücher tauschen

Im Rahmen des Ortsentwicklungsprozesses haben sich die Bürgerinnen und Bürger Gedanken gemacht und Projekte entwickelt, bei denen die Kontaktpflege zueinander und die Belebung und Verschönerung des öffentlichen Raumes im Vordergrund stehen. Durch Bäume, Sträucher, Blumen und bepflanzte Gegenstände wurde ein blühendes und lebendiges Ortsbild geschaffen.

Einblick in die „Leimkutte“ – das Buchtauschhaus. Foto: Hessische Staatskanzlei

Deshalb sollte an einem schönen und zentralen aber teilweise noch ungenutzten Standort im Ortszentrum von Metze ein Buchtauschhaus mit Sitzgelegenheiten entstehen. Das Buchtauschhaus soll sich in das Gesamtbild des Platzes einfügen und mit Rosen und bienenfreundlichen Stauden bepflanzt werden. Es soll den örtlichen Treffpunkt mit dem Angebot an Büchern, Heften, Spielen, sonstigem Lesematerial, Informationsmaterial der Stadt Niedenstein und handgefertigten Dingen komplettieren.

Viel ehrenamtliche Arbeit am Projekt

Diese ab Ende der 1990er Jahre entwickelte Idee führte in Darmstadt und Hannover zu den ersten „kostenlosen Freiluft-Büchereien“. Schnell wurden sie in ganz Deutschland populär. Heute gibt es deutschlandweit schon mehr als 300 solcher Bücherboxen/-schränke oder -zellen. Jedes solcher Projekte benötigt auch eine laufende Betreuung, um seine Attraktivität und Funktionsfähigkeit zu erhalten. Diese Arbeit erledigen Ehrenamtliche. Sie schauen täglich nach, ob noch genug Bücher vorhanden sind, oder eventuell auch zu viele Bücher eingestellt wurden. Sie ordnen den Lesestoff nach den Oberbegriffen Kinderbücher, Jugendbücher/Hörbücher, allgemeine Romane, Krimis und Sachbücher in die entsprechende Regale. Stehen Bücher über längere Zeit in den Regalen, ohne dass ein erkennbares Leseinteresse besteht, werden sie gegen neuen Lesestoff ausgetauscht.

Ort gemeinschaftlicher Begegnung

„Ich bin wirklich beeindruckt. Das Projekt ist von vornherein auf ein langfristiges ehrenamtliches Engagement angelegt und alle machen mit. In Zeiten von Social Media, Internet und Computerspielen haben Sie einen echten Kontrapunkt gesetzt. Lesen im Grünen. Ich habe das Gefühl, dass Sie damit viel Erfolg haben werden, denn das Buchtauschhaus wird immer auch ein Ort der Begegnung für die ganze Gemeinschaft sein. Für Ihre weitere Arbeit wünsche ich Ihnen viel Erfolg und viele interessante Lesestunden“, so Mark Weinmeister.

Lebensqualität in dörflichen Zentren

Das Förderprogramm „Starkes Dorf – Wir machen mit“ läuft schon seit 2018. Gefördert werden Maßnahmen, die durch ehrenamtliches Engagement den gesellschaftlichen Zusammenhalt eines Dorfes bzw. eines Ortsteils stärken, den Zusammenhalt der Generationen fördern und die Lebensbedingungen dörflicher Zentren verbessern.

Im Rahmen des Landesprogramms werden landesweit Projekte gefördert, die die Lebens- und Aufenthaltsqualität dörflicher Zentren verbessern. So können zum Beispiel die Gestaltung eines Platzes, das Aufstellen einer Bank, aber auch das gemeinsame Einrichten eines Spiel- oder eines Grillplatzes unterstützt werden. Der jeweilige Zuschuss bewegt sich zwischen 1.000 Euro und 5.000 Euro. Antragsberechtigt sind Vereine, Verbände und Freiwilligenagenturen.

https://landhatzukunft.hessen.de/

(red)



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