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Notfallplan Gas: Die Sorgen wachsen

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Arnd Klein-Zirbes. Foto: Harry Soremski
IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Arnd Klein-Zirbes. Foto: Harry Soremski

Region. Der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck, hat heute (23. Juni 2022) die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Trotz der aktuell noch sicheren Versorgungslage nehmen die Sorgen der Wirtschaft zu.

Konjunkturbericht der Kammer

Das schreibt die IHK Kassel-Marburg in einer aktuellen Pressemitteilung. Als größtes Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung identifizieren demnach 83,5 Prozent der Unternehmen in Nordhessen und dem Kreis Marburg steigende Energie- und Rohstoffpreise – in der regionalen Industrie sind es sogar 94,6 Prozent. Das hat der Frühsommer-Konjunkturbericht der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg ergeben.

Betriebe unter Krisen-Druck

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Arnd Klein-Zirbes unterstreicht, dass viele Unternehmen bereits seit Längerem infolge der sich überlagernden Krisen unter einem extremen Druck stehen.

„Dabei geht es nicht mehr nur um Liquiditätsengpässe: Stehen Maschinen still, lassen sich Lieferverträge nicht erfüllen. Die Gefahr besteht, dass Unternehmen trotz voller Auftragsbücher in eine existenzielle Schieflage rutschen. Für das produzierende Gewerbe, aber vor allem auch Branchen wie Verkehr und Logistik erweisen sich bezahlbares Gas und Strom als überlebenswichtig. Neben Einsparmaßnahmen ist ein weiterer Hebel, Steuern und Umlagen auf den Strompreis spürbar und dauerhaft zu senken.“

Auf Worst-Case-Szenario vorbereiten

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) begrüßt, dass die Bundesregierung die Weitergabe der höheren Gaspreise an die Kunden trotz bestehender Verträge aktuell nicht ermöglicht und selbst inzwischen die großen Nachteile eines solchen Verfahrens sieht. Hier gelte es, einen fairen Ausgleich zwischen den Gasversorgern und den Gaskunden zu schaffen. DIHK-Präsident Peter Adrian hebt hervor: „Daneben müssen wir jetzt gemeinsam alles tun, um für den Winter Gas einzusparen.” Jedes Unternehmen sei aufgerufen, sich auf ein mögliches Worst-Case-Szenario vorzubereiten, so die IHK Kassel-Marburg.

Bestehende Programme

Dr. Arnd Klein-Zirbes ergänzt: „In der Region unterstützen wir Industrie, Handel und Dienstleistung beispielsweise dadurch, dass wir Auszubildende kostenfrei zu Energiescouts qualifizieren, Effizienzmaßnahmen unter anderem in unserer Seminarreihe ‚Wege zum klimaneutralen Unternehmen‘ vorstellen und Erfahrungsaustausche zum Thema Gaspreise organisieren. Darüber hinaus stellen wir in der Unternehmensallianz ‚Klimaschutz und Nachhaltigkeit‘ unter gemeinsamklimaschuetzen.de Praxisbeispiele vor und erörtern Strategien und Lösungswege – weitere Unternehmen sind herzlich willkommen.“

ihk.de/kassel-marburg/umwelt-energie

(red)



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