Eigener Roggen vom Feld ins Brot
Oberaula. Ein Bild, das regionales Handwerk auf den Punkt bringt: Juniorchef John-Lukan Gronowski begleitet auf dem Feld bei Oberaula die Ernte des Roggens, aus dem seine Bäckerei später Brot backt. Für die gleichnamige familiengeführte Bäckerei, die inzwischen in fünfter Generation besteht, ist genau das gelebte Tradition sowie eine besondere Form der nachhaltigen Feld- und Betriebsbewirtschaftung, wie sie andernorts längst schon verloren gegangen ist.

Ein schönes Beispiel dafür, welche Schätze die heimische Region zu bieten hat: Während der Schwager den Mähdrescher fährt nimmt sich Juniorchef John-Lukan Gronowski einen Moment Zeit für das Foto, welches die eigene Roggenernte für den Familienbetrieb zeigen soll. Das gemahlene Getreide geht direkt in die Verarbeitung zu gesunden Backwaren. Foto: N.N. | Bäckerei Gronowski
Ein Teil des Getreides wird selbst angebaut und geerntet, bevor er den Weg in die eigene Backstube antritt.
Vom Feld über die Mühle in die Backstube
Die Felder für den Brotroggen liegen rund um die Kerngemeinde Oberaula. Seit Jahren wird beim Anbau weitgehend auf Pflanzenschutzmittel verzichtet. Die Ernte reicht der Bäckerei für ein ganzes Jahr. Gereinigt und zu Roggenmehl gemahlen wird das Getreide von Reiner Nebe, Besitzer der Haunemühle im benachbarten Odensachsen; Vollkorn und Schrote schrotet die Bäckerei zusätzlich mit eigenen Mühlen selbst.
Regionales Korn in bewährten Rezepturen
Aus dem selbst angebauten Roggen entstehen unter anderem das »Original Aulataler Bauernbrot«, die reine Roggenvariante »Der Roggenbauer« aus 100 Prozent Roggenmehl sowie das »100% Roggenvollkornbrot mit Dampfkörnern« – das jüngste Mitglied im Sortiment, das sich zunehmend auch überregionaler Beliebtheit erfreut. Gebacken wird durchweg mit Naturvollkornsauerteig und nach überlieferten, traditionellen Verfahren. Neben Brot und Brötchen umfasst das Sortiment der Bäckerei außerdem feine Backwaren, Torten und Kuchen.
„Wir verbacken in jedem Brot auf natürliche Weise ein Stück Heimat – und das schmeckt man! Naturvollkornsauerteig und die Bewahrung überlieferter, traditioneller Herstellungsverfahren und die Verwendung natürlicher Zutaten aus der Region stehen bei uns im Mittelpunkt“, erklärt Bäckermeister John-Lukan Gronowski.
Tradition, die nach vorne blickt
Heimatverbundenheit versteht der Bäckermeister dabei nicht als altmodisch: Innovationen und neue Ideen gehören für ein zukunftsorientiertes Auftreten der Bäckerei ebenso dazu. Gerade in Zeiten, in denen viele Backwaren industriell hergestellt werden, zeigt die Bäckerei Gronowski, dass Qualität und Heimatverbundenheit sich nicht ausschließen, sondern bedingen – ein Beispiel für die Schätze, die die Region noch zu bieten hat.



