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MT vor leichtestem Auswärtsspiel der Saison

Melsungen/Kiel. Handball-Bundesligist MT Melsungen reist am Mittwoch in der vorgezogenen Partie des 25. Spieltages bereits am Mittwoch zum THW Kiel. Der Auswärtsauftritt des Tabellenzwölften beim souveränen Spitzenreiter ist für die Nordhessen – psychologisch betrachtet – das“leichteste Auswärtsspiel der Saison“. Anwurf in der Kieler Sparkassen-Arena ist um 19 Uhr. Das Spiel wird live im DSF gezeigt.

Wenn man als Team des Mittelfelds bei einem alles dominierenden Kontrahenten antreten muss, wähnt man sich naturgemäß in der klaren Rolle des Außenseiters. Da macht man auch bei MT Melsungen im Vorfeld des Gastspiels an der Förde keine Ausnahme: “Den THW muss man ja fast als Handball-Maschine bezeichnen. Selbst wenn wir dort wieder so gut spielen sollten, wie zuletzt beim Sieg über Gummersbach, dann müsste uns zusätzlich Kiel noch arg unterschätzen, damit wir eine halbwegs realistische Chance hätten”, skizziert MT-Sportchef Alexander Fölker das ungleiche Duell. Fast überflüssig zu erwähnen, dass Melsungen gegen Kiel bisher noch nie eine echte Chance besaß.

Die Vormachtstellung der Ostseestädter in der laufenden Saison wird allein schon anhand des Abstandes zu den Verfolgern deutlich: Satte 12 Pluspunkte beträgt der Vorsprung vor den beiden ärgsten Rivalen aus Hamburg und Lemgo. Diese beeindruckende Zwischenbilanz ist umso höher zu bewerten, als sich die Mannschaft offenbar auch von den derzeitigen Schlagzeilen im Zusammenhang mit Bestechungsvorwürfen auf internationaler Handballbühne nicht aus dem Konzept bringen lässt. Im Gegenteil, die ganzen Irrungen und Wirrungen im Umfeld scheint das Team von Trainer Alfred Gislason noch enger zusammen zu schweissen und es geradezu einen Tunnelblick aufs sportliche Geschehen entwickeln zu lassen. Wie sonst gewinnt man “Herzschlagfinals” wie jüngst das in der Höhle des Löwen? So wandelten die “Zebras” in der letzten Bundesligapartie vor der länderspielbedingten Ligapause in Hamburg einen Zwei-Tore-Rückstand, zwei Minuten vor Schluss, noch in einen knappen Sieg um – und das mit nur neun Feldspielern!

Die Klasse der Kieler wird natürlich in erster Linie durch ihre Ausnahmekönner geprägt: die beiden aktuellen französischen Weltmeister Thierry Omeyer (TW) und Nikola Karabatic (RL, Welthandballer), die schwedischen Nationalspieler Henrik Lundström (LA) und Kim Andersson (RR), die ehemaligen schwedischen Nationalspieler Stefan Lövgren (RM) und Marcus Ahlm (Kreis), und nicht zu vergessen, die deutschen Auswahlakteure Christian Zeitz (RR) und Dominik Klein (LA). In der eigenen Halle kommt bei jedem Spiel noch die Unterstützung durch 10.250 Zuschauer hinzu. Da ist es kaum zu glauben, dass ausgerechnet Aufsteiger Dormagen am ersten Spieltag mit dem 28:28-Remis in Kiel eine Sensation landen konnte. Aber wahrscheinlich war die Zebraherde zu diesem frühen Saisonzeitpunkt einfach noch nicht richtig wach.

Die MT Melsungen hat sich vorgenommen, in der von einer Zeitung schon mal ehrfürchtig als “Kathedrale des Handballs” bezeichneten Ostsee-Halle (inzwischen Sparkassen-Arena), nicht vollends unter zu gehen. “Aber diejenigen unter unseren Spielern, die zuletzt mit ihren Nationalmannschaften unterwegs waren, sind ganz schön müde zurück gekommen”, befürchtet Alexander Fölker “schwere Beine” bei Nenad Vuckovic, Daniel Valo, Savas Karipidis und Franck Junillon. Die leise Hoffnung des MT-Sportchefs, gegenüber den Kielern dennoch mehr als einen Sparringspartner abzugeben, gründet sich auf die absolut positiven Eindrücke, die die Mannschaft zuletzt gegen Gummersbach gezeigt hat. Da stimmte fast alles. Vom hohen Einsatzwillen, über die aggressive Abwehrarbeit, bis zur Disziplin im Angriff hatte das Hedin-Team beim überraschenden 34:31-Heimsieg über den prominenten Gast beste Tugenden offenbart. “Es ist unser Ziel, in Kiel daran wieder anzuknüpfen”, so Fölker. Und er ergänzt mit einem Augenzwinkern: “Wir hatten zuvor übrigens noch nie gegen Gummersbach gewonnen…!”

Melsungen reist bereits am Dienstagmittag gen Norden und absolviert am Abend in einer dankenswerterweise vom THW organisierten Halle noch ein Abschlusstraining. Nicht dabei sein werden Grigorios Sanikis, der immer noch an einer Oberschenkelverletzung laboriert, Rekonvaleszent Ivan Brovka – nach erfolgreicher Achillessehen-OP derzeit im Aufbautraining – und Pawel Orzlowski. Letztgenannter hatte um eine vorzeitige Auflösung seines eigentlich noch bis Juni 2010 laufenden Vertrages gebeten und wird bereits in den nächsten Tagen in seinen polnischen Stammclub Zaglebie Lubin zurück kehren.

Pawel Orzlowski verlässt MT vorzeitig
“Pawel ist ein Pfundstyp. Er hat alles versucht, in der Bundesliga Fuß zu fassen, hat sich im Training stets reingehängt und sich körperlich gut in Schuss gebracht. Aber aufgrund der Stärken seiner Kreisläuferkollegen Thomas Klitgaard und jetzt auch noch Felix Danner, gab es für ihn fast keine Einsatzzeiten und es gibt auch keine besseren Aussichten. Weil er aber zum Ende seiner Karriere gern nochmal etwas spielen möchte, haben wir uns auf die Vertragsauflösung verständigt. Wir danken ihm für sein Engagement und wünschen ihm in seiner Heimat alles Gute”, so Fölker zur Verabschiedung des 36-Jährigen.

Schiedsrichter in Kiel:
Colin Hartmann / Stefan Schneider (Magdeburg/Barleben);
DHB-Aufsicht: Männerspielwart Uwe Stemberg (Osnabrück)

Das Spiel im TV:
Ab 18:55 Uhr live im DSF (Deutsches Sportfernsehen);
Kommentator: Markus Götz Experte: Bob Hanning

Die bisherigen Vergleiche:
11.10.2008, MT Melsungen – THW Kiel 32:39
26.12.2007, MT Melsungen – THW Kiel 31:36
25.08.2007, THW Kiel – MT Melsungen 39:28
07.03.2007, MT Melsungen – THW Kiel 31:46
08.11.2006, THW Kiel – MT Melsungen 43:22
11.03.2006, MT Melsungen – THW Kiel 23:31
21.09.2005, THW Kiel – MT Melsungen 32:27



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