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MT verzückt Fans mit Krimi gegen den HSV

valo_hhf_6786Kassel/Melsungen. Vor 3.713 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle sorgten die MT Melsungen und der HSV Handball im letzten Saisonheimspiel der Nordhessen noch einmal für einen wahren Handball-Krimi. Der fand im heiß umkämpften 29:29 (15:15) am Ende auch einen vollauf gerechten Ausgang. Denn was der HSV an individueller Klasse vorlegte, glich die MT durch Einsatz und mannschaftlich geschlossenes Spiel wieder aus.

Die Hamburger konnten sich zu Beginn des Spiels auf zwei Komponenten verlassen: das Brüderpaar Guillaume und Bertrand Gille machten die kompakte 6:0-Deckung in der Mitte komplett dicht und ließen in den ersten Minuten keinerlei Anspiel auf Thomas Klitgaard am Kreis zu. Damit waren Vladica Stojanovic und Franck Junillon, der die halblinke Position für den verletzten Nenad Vuckovic übernahm, zu Fernwürfen gezwungen, die aber nicht fruchteten. Das andere Plus auf Seiten der Gäste war Marcin Lijewski. Zwei wuchtige Versuche, zwei Tore: der HSV führte schnell mit 2:0. Pascal Hens und Bertrand Gille legten nach, Torsten Jansen verwertete spektakulär ein Hens-Anspiel zum 5:2. Der Favorit schien schon früh auf die Erfolgsspur einzubiegen, zumal Savas Karipidis gleich seinen ersten Versuch von der Strafwurflinie nach sechseinhalb Minuten glatt links am Tor vorbei setzte.

Doch die Rot-Weißen bissen sich rein in die Partie und fanden über den Kampf tatsächlich ihre Linie. Das registrierte auch der unter den Zuschauern weilende künftige MT-Trainer Ryan Zinglersen, der extra zu diesem Spiel aus Dänemark angereist war. Das Rückzugsverhalten der MT bei Ballverlusten war vorbildlich, so dass der HSV nie in sein schnelles Spiel kam und so genannte „leichte Tore“ über die erste und zweite Welle Mangelware blieben. Nach zehn Minuten netzte Marcin Lijewski zum 4:6 ein, bevor es kurzzeitig hektisch wurde. Ein vermeintliches Foul von Daniel Valo zog für ihn eine Zeitstrafe nach sich, die protestierenden Mario Kelentric und Robert Hedin sahen Gelb. Trotz Unterzahl markierte Felix Danner, in der Defensive immer für Vladica Stojanovic auf dem Feld, per Gegenstoß. Zwar traf Pascal Hens für die Hamburger, doch Savas Karipidis sorgte per Siebenmeter dafür, dass die Unterzahl mit 2:1 gewonnen wurde.

Nach 15 Minuten machte der glücklose Franck Junillon im Angriff Platz für Grigorios Sanikis. Dem Franzosen wollte in der Vorwärtsbewegung gar nichts gelingen. Drei Fehlversuche und ein Ballverlust standen in krassem Gegensatz zu seiner tadellosen Defensivleistung im Deckungszentrum, wo er gemeinsam mit Thomas Klitgaard und Felix Danner Olympiasieger Bertrand Gille vollkommen abmeldete. Savas Karipidis hatte zwar kein Glück mit Würfen aus dem Spiel heraus, dafür klappte es von der Siebenmeterlinie umso besser. Sein Strafwurf in der 19. Minute brachte der MT erstmalig wieder den Ausgleich zum 9:9.

Nachdem zu Beginn Johannes Bitter im Duell der Torhüter die Nase vorn hatte stellte sich auch Mario Kelentric nach und nach besser auf die Rückraumschützen des HSV ein. Marcin Lijewski gelang nach seinen frühen drei Toren nichts mehr gegen den Kroaten, wie auch Pascal Hens und der insgesamt schwache Guillaume Gille mit Fernwürfen am Keeper der Melsunger scheiterten. Ebenso allerdings wie die MT-Angreifer, die es trotz bester Möglichkeiten nicht schafften, einmal die Führung zu übernehmen.

Aber sie blieben dem HSV auf den Fersen. Auch als Torsten Jansen im Tempogegenstoß das 13:15 erzielte. Denn Daniel Valo schaffte den Anschluss zum 14:15. Der vermeintlich letzte Angriff vor der Pause gehörte den Gästen. Die aber schlossen 9 Sekunden zu früh ab, sodass die MT nochmal in Ballbesitz kam. Nach Hedins Auszeit gelang dem Duo Stojanovic / Klitgaard das wohl schönste Tor des Abends zum vielumjubelten 15:15-Ausgleich.

hedin-verabschiedungIm Stile der ersten 30 Minuten sollte es nach der Pause weitergehen: Hamburg legte vor, Melsungen zog nach. Immer wieder bot sich die Chance, das Spiel vom Ergebnis zu drehen. Doch es sollte einfach nicht gelingen. Stojanovic hämmerte einen Ball an die Latte. Der direkte Gegenzug endete nach Wurf von Hans Lindberg ebenfalls am Pfosten, doch der abprallende Ball flog Guillaume Gille, direkt in die Arme. Der Franzose hatte keinerlei Mühe, seinen einzigen Treffer des Tages zu markieren. Gleich darauf hatte Savas Karipidis wieder eine Chance von rechts, blieb aber gegen Johannes Bitter, der in den Minuten zuvor Schwächen gezeigt hatte, einmal mehr nur zweiter Sieger. Den Gegenstoß verwertete Krzysztof Lijewski. Der HSV war drei Tore weg, den Melsungern schwanden die Hoffnungen auf eine Belohnung für ihr bis dahin hervorragendes Spiel. Nur der wieder einmal mit zunehmender Spieldauer immer stärker werdende Vladica Stojanovic hielt noch wirkungsvoll dagegen und sorgte mit feinen Einzelleistungen dafür, dass sein Team wenigstens in Reichweite blieb. Weil auch das Pech weiter Weggefährte blieb (Abwehr von Kelentric um Zentimeter ins Seiten- statt ins Toraus zum Ballbesitz) hielten die Gäste ihre Führung bis zum 26:29 nach 52 Minuten weitgehend konstant auf drei Toren.

Was dann kam war das perfekte Zusammenwirken von Publikum und Mannschaft.  Initialzündung war einmal mehr Vladica Stojanovic, der in unnachahmlicher Manier den 27. Treffer der Hausherren markierte und damit zeigte, dass noch längst nicht alles vorbei war. Zumal nur kurze Zeit später Torsten Jansen nach seiner dritten Zeitstrafe Rot sah. Hedin bremste dann die aufkommende Hektik per Auszeit Erfolg: nur zehn Sekunden nach Wiederanpfiff gelang der Anschlusstreffer zum 28:29. Torschütze: Vladica Stojanovic – wer sonst?!

Zweieinhalb Minuten vor Schluss noch einmal Schrecksekunde für alle. Thomas Klitgaard wälzte sich nach einem Foul von Krzysztof Lijewski schmerzverzerrt am Boden, konnte aber nach längerer Behandlung weitermachen. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Savas Karipidis gegen den eingewechselten Per Sandström zum 29:29 (58.). Die Nerven aufreibende Schlussphase, die auch durch  eine HSV-Auszeit nicht beruhigt werden konnte, gehörte dann noch einmal den Torhütern. Sie trugen maßgeblich dazu bei, dass es beim gerechten Remis blieb. Die MT und ihre Fans feierten dies allerdings wie einen Sieg.

Stimmen zum Spiel
Martin Schwalb, HSV-Trainer:
Es war ein schönes Spiel. Beide Mannschaften hatten am Ende das, was sie wollten. Wir haben versucht hier zwei Punkte zu holen, können aber auch mit einem gut leben. Der Punkt wird uns zur Vizemeisterschaft reichen, denn wir haben zum Abschluss noch das Heimspiel gegen Stralsund.

Robert Hedin, MT-Trainer: Das war heute wieder eine gute Leistung von uns. Das war in Anbetracht unserer personellen Situation keinesfalls zu erwarten. Nun wollen wir auch in unserem letzten Saisonspiel in Berlin erfolgreich sein. Wenn wir unseren zehnten Platz halten, sind wir vollauf zufrieden. Ich hatte zweieinhalb schöne Jahre bei der MT und bin dankbar, dass ich hier arbeiten durfte.

Statistik
MT Melsungen:
Kelentric (17 P.), Herold (n.e.); Schöngarth (n.e.), Treutler (n.e.), Junillon, Klitgaard 5, Valo 7, Tellander 1, Tzimourtos, Stojanovic 6, Treutler (n.e.), Danner 1, Sanikis 2, Karipidis 7/7.

HSV Handball: Bitter (13 P.), Sandström (bei 2 7m); Schröder (n.e.), Niemeyer (n.e.), Jansen 5, Lackovic 1, Flohr, Velyky (n.e.), Grimm (n.e.), B. Gille 1, G. Gille 1, Grundsten (n.e.), Lindberg 5/2, K. Lijewski 7, M. Lijewski 3, Hens 6.

SR: Holger Fleisch (Ostfildern) / Jürgen Rieber (Nürtingen).

Zeitstrafen: 8 – 10 (Valo 10:41 44:29, Danner 38:41, Klitgaard 48:44 – Jansen 29:31 39:51 55:57, Flohr 43:31, G.Gille 45:06)

Strafwürfe: 8/7 – 2/2; Karipidis wirft am Tor vorbei (06:31)

Zuschauer: 3.713 in der Rothenbach-Halle, Kassel

Spielfilm: 0:2 (3.), 2:4 (6.), 4:5 (9.), 6:7 (12.), 6:8 (15.), 8:9 (18.), 9:11 (21.), 11:12 (24.), 12:13 (27.), 15:15 (HZ); 16:16 (33.), 18:19 (36.), 20:21 (39.), 21:23 (42.), 23:25 (45.), 25:26 (48.), 26:28 (51.), 27:29 (54.), 28:29 (57.), 29:29 (EN)



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