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Silbertag für Melsunger Leichtathleten in Alsfeld

aw_090609aAlsfeld/Melsungen. Die Melsunger Leichtathleten zeigten sich bei den hessischen Schülermeisterschaften, die am Wochenende in Alsfeld ausgetragen wurden, von ihrer besten Seite und gewannen insgesamt sechsmal Edelmetall.  Nach der Silber- und Bronzemedaille vom ersten Tag durch Katharina Wagner und Karolin Siebert, sicherten sich am zweiten Meisterschaftstag Katharina Wagner (Weitsprung), Celine Kühnert und Robin Kästner (beide im Dreisprung) je eine Silbermedaille sowie Karolin Siebert über 2000 m ihre zweite Bronzemedaille.

Dieser Silbertag für die MT begann mit dem Weitsprung der Schülerinnen, bei dem die besten 16 Mädchen aus Hessen antraten. Eine von ihnen sollte die erste Goldmedaille am zweiten Tag der Landesmeisterschaften in Empfang nehmen. Wer würde es sein?  Mindestens fünf Mädchen machten sich Hoffnungen, denn nur wenige Zentimeter lagen zwischen ihren diesjährigen Bestleistungen. Einmal den Balken voll getroffen, das konnte schon der Sieg sein. Frühere Leistungen oder gar Rekorde zählten nicht mehr. Jetzt galt nur, was die unbestechliche Tafel neben der Weitsprunggrube anzeigte.

Julia Krug, eine der fünf Favoritinnen aus Baunatal, begann ihren Wettkampf mit 5,15 m, wurde aber sofort von Hellen Lang aus Heuchelheim um drei Zentimeter übertroffen. Maryse Luzolo aus Frankfurt, die am Vortag den dritten Rang über 100m belegte, flog bei 2,3 m/sec Rückenwind auf 5,21 m und setzte sich an die Spitze. Katharina Wagner beendete den ersten Durchgang und landete nach 5,19 m auf Rang zwei. Im zweiten Durchgang steigerte sich nur Julia Krug auf 5,18 m. Als im dritten Durchgang Joana Brokelmann aus Reinheim sich auf 5,30 m verbessern konnte, schien die Entscheidung bereits gefallen zu sein, zumal von den anderen Schülerinnen ein Durcheinanderwirbeln der Platzierungen nicht mehr stattfand. Nur Katharina, die im zweiten Durchgang genau vor dem 20 cm breiten Brett absprang und mit 5,12 m andeutete, dass sie gut in Form war, traf im letzten Durchgang des Vorkampfes den Absprungbalken voll und übernahm mit 5,33 m zum ersten Mal die Führung. Im vierten Durchgang gab es keine Veränderungen. Es war quasi die „Ruhe vor dem Sturm“, der mit dem vorletzten Versuch beginnen sollte. Hellen Lang  sprang 5,31 m und lag mit dieser Leistung – nur zwei Zentimeter hinter Katharina – auf Rang zwei.

Die fünf Schülerinnen auf den Rängen eins bis fünf trennten nur acht Zentimeter und  hielten somit die Zuschauer in Atem. Weder Julia Krug (5,15 m), noch Hellen Lang (5,02 m) konnten sich mit ihrem letzten Sprung noch einmal steigern, so dass die immer noch in Führung liegende Katharina bereits eine Medaille sicher hatte. Als drittletzte Springerin war Maryse Luzolo an der Reihe. Die Sprinterin, die sich im fünften Durchgang auf 5,30 m verbessert hatte, setzte alles in ihren Anlauf und traf den Absprungbalken optimal. Sie flog weit hinaus und landete bei 5,38 m. Gold, Silber und Bronze schienen die Besitzer im letzten Augenblick gewechselt zu haben, denn Kati rutschte damit auf den zweiten Rang zurück.

aw_090609bJetzt hatten nur noch Joana Brokelmann und Katharina je einen Sprung. Brokelmann, eine exzellente Hürdenläuferin, lief mit schnellen Schritten auf den Balken zu und nach einem perfekten Absprung flog sie weit in die Grube.  Sollte sie Katis  5,33 m  oder gar Maryse Luzolos Leistung von 5,38 m übertroffen haben?  Beifall brauste auf, denn in der Zwischenzeit hatten sich viele Zuschauer am Rande der Weitsprunggrube eingefunden. 5,35 m wurden angezeigt –  das bedeutete zwar nicht die Goldmedaille, aber durch diesen guten Sprung fiel Katharina auf Rang drei zurück. Sie hatte als Vorkampfbeste den letzten Sprung in diesem Wettbewerb, bei dem ihr Bronze nun sicher war. Aber sie wollte mehr, denn nur wer sich selbst aufgibt, ist bereits vorzeitig geschlagen. Wer bis zum letzten Augenblick kämpft und an sich glaubt, hat noch eine Chance sich zu verbessern und sogar zu gewinnen. Kati ging konzentriert zu ihrer Anlaufstelle und legte in diesen sechsten und letzten Sprung alles hinein. Obwohl sie den Balken beim Absprung nicht richtig traf, konnte sie sich noch einmal steigern und holte sich mit 5,36 m die Silbermedaille zurück, die ihr Joana Brokelmann schon entrissen zu haben glaubte.

„Diese Schlussphase im Weitsprung war spannender als jeder Krimi, aber auch berauschend schön,“  sagte Katharina nach dem Wettkampf, bei dem sie mit 5,36 m eine neue Bestleistung aufstellen konnte und bis auf zwei winzige Zentimeter an die Tagesbestmarke herankam. Damit  gewann sie sich nach dem 100m Sprint vom Vortag die zweite Silbermedaille und war die erfolgreichste Teilnehmerin aus dem Schwalm-Eder-Kreis.

Die zweite Silbermedaille an diesem Tag für die MT Melsungen sicherte sich im Dreisprung der hohe Favorit Robin Kästner, der sich nach seinem Sieg bei den nordhessischen Meisterschaften mit 12,13 m und seiner Steigerung beim Pfingstsportfest in Baunatal auf 12,16 m für diese Landesmeisterschaften bestens empfahl. In Alsfeld begann Robin mit 11,78 m und lag mit dieser Weite nach dem ersten Durchgang hinter Martin Moruzgala von der TG Rimbach (11,83 m) auf Rang zwei.  Aber als Robin im zweiten Durchgang 12,01 und mit seinem dritten Versuch 12,09 m folgen ließ, lag er als einziger 12m-Springer allein auf weiter Flur.  Um Kräfte zu sparen, ließ er den vierten Versuch aus und kam im fünften Durchgang auf 12,05 m. Immer noch hatte keiner der übrigen Teilnehmer die 12m-Marke, die wie ein Fels in der Brandung stand, übertroffen.  Hendrik Nungeß aus Neu-Isenburg, der bereits das Diskuswerfen (46,27 m) und das Kugelstoßen (16,14 m) gewinnen konnte, steigerte sich mit seinem letzten Sprung um 56 Zentimeter und ging mit 12,35 m in Führung. Ähnlich wie bei Katharina hatte Robin bis zum letzten Durchgang geführt und hatte es noch selbst in der Hand, die entrissene Goldmedaille wieder zurückzuholen.  Obwohl er alles in diesen letzten Sprung hineinsetzte, fehlte im beim „Jump“, dem letzten der drei Sprünge, die erforderliche Kraft.  Dennoch gelang ihm bei seinem erst dritten Wettkampf mit 12,18 m sein dritter Hausrekord.

Ähnlich wie Robin Kästner erging es im Dreisprung der Mädchen Celine Kühnert.  Auch für sie war dieser Wettbewerb erst der dritte Wettkampf in dieser Disziplin.  Und auch Celine überraschte bei den nordhessischen Meisterschaften mit der guten Weite von 10,15 m.  Beim Pfingstmeeting in Baunatal steigerte sie ihren Rekord um fünf Zentimeter und nun wollte sie bei den Landesmeisterschaften nach der Krone greifen. Celine sollte bereits im ersten Durchgang eine Weite jenseits der 10m-Marke vorlegen, die zum Maßstab des gesamten Wettkampfes werden sollte.  Aber es kam anders als gedacht, denn die vor ihr springende Doreen Riepel aus Mengerskirchen begann mit der persönlichen Bestleistung von 10,20 m.

aw_090609cCeline beantwortete diese großartige Leistung mit einem ungültigen Sprung, über dessen Güte nur soviel gesagt werden kann, dass die Weite an die 10,40 m heranreichte. Noch war nichts verloren, aber D. Riepel steigerte sich im zweiten Durchgang auf 10,28 m.  Celine musste ihrerseits einen Sicherheitssprung folgen lassen, in dem sie mit ihrem Anlauf einen Fuß zurückging. Ohne den Absprungbalken zu treffen, landete sie bei 10,22 m und stellte damit eine neue persönliche Bestleistung auf. Ein spannendes Duell bahnte sich an, denn die beiden Führenden trennten nur sechs Zentimeter. Während im dritten Durchgang Doreen Riepel 10,27 m sprang, trat Celine wieder über, so dass ein ebenfalls weiter Sprung ungültig gegeben werden musste. Alexandra May aus Bad Schwalbach lieferte sich mit Constanze Meiritz aus Schlüchtern ebenfalls ein spannendes Duell um die Bronzemedaille, denn beide Mädchen erzielten mit 9,78 m die gleiche Weite, so dass der zweitbeste Versuch herangezogen werden musste.

Für den vierten Versuch musste Celine wieder einen halben Fuß zurückgehen, um nicht wieder ungültig zu springen.  Diesmal landete sie bei 10,14 m und hatte wieder knapp 15 cm verschenkt. Während D. Riepel im vorletzten Versuch 10,23 m sprang, merkte man in diesem Durchgang bei Celine den Kraftverlust, denn zum ersten Mal blieb sie mit 9,91 m unter der 10m-Marke. Im letzten Durchgang nutzte D. Riepel die Gunst der Stunde und verbesserte sich auf 10,32 m. Celine kam in ihrem letzten Sprung auf 9,84 m.  Mit der neuen Bestweite von 10,22 m lieferte Celine Kühnert der neuen Hessenmeisterin nicht nur einen tollen Kampf, sondern holte an diesem Tag bereits die dritte Silbermedaille für die MT 1861 Melsungen.

Im 2000m-Lauf der A-Schülerinnen traten die 800m-Meisterin des Vortages,  Katrin  Loose (Gelnhausen), die Vizemeisterin Kathrin Schermuly (LG Brechen) sowie die beiden Langstrecken-Asse Louise Schlüter (Lich) und die hessische Meisterin im 5km-Straßenlauf, Leonie Weber (Wiesbaden), die beide auf die 800m-Entscheidung am Vortag verzichtet hatten, als die großen Favoriten des Finales an, in dem noch mit Ronja Böhrer (Hess. Lichtenau), immerhin Landesvizemeisterin über 5km und Alisa Paulke aus Dillenburg – im Vorjahr 7:12,56 Minuten – ambitionierte Schülerinnen standen, die um die Medaillenvergabe mitreden wollten. Mit dabei war auch die B-Schülerin Karolin Siebert, die noch das schnellste Rennen ihrer sportlichen Laufbahn über 800m vom Vortag in den Knochen spürte. Sofort nach dem Start zog sich das Feld auseinander und die Spitzengruppe, angeführt von Katrin Loose, legte ein hohes Tempo vor. Die erste Runde wurde unter 80 Sekunden passiert und auch die zweite von fünf Runden wurde flott gelaufen. Aber so sehr sich auch die 800m-Meisterin Loose bemühte, sie konnte ihre Gegnerinnen nicht abschütteln. Karolin befand sich in diesem erlesenen Spitzenfeld und lief kühl und mit dem besten Willen, nicht von dem Spitzentrio zu weichen.  Die Hälfte der Strecke wurde in 3:27,8 Minuten zurückgelegt, was eine Endzeit unter 7:00 Minuten bedeutet hätte. Alisa Paulke und Ronja Böhrer lagen bei Halbzeit über 60m abgeschlagen zurück und spielten keine Rolle mehr. Vorne hatten sich vier Mädchen gefunden und erbarmungslos auf das Tempo gedrückt.

aw_090609dAls die 1500m passiert wurden, zeigte die Uhr 5:23 Minuten und man lag mit dieser tollen Zeit immer noch unter der 7:00 Minuten-Marke. Als Katrin Loose merkte, dass sie die Konkurrenz nicht abschütteln konnte, gab sie auf, so dass nur noch mit Kathrin Schermuly, Louisa Schlüter und der ein Jahr jüngeren Karolin Siebert ein Trio in die letzte Runde lief. 400m vor dem Ziel wurde Karolin Siebert langsamer und konnte den beiden anderen Mädchen nicht mehr folgen – kein Wunder, nach den glänzenden 2:25,62 Minuten über 800 m vom Vortage, was ihr den dritten Platz einbrachte und die in knapp 24 Stunden einfach nicht auszulöschen waren.  Diese Schwächeperiode von Karolin merkte Leonie Weber und forcierte ihr Tempo.  250 m vor dem Ziel erreichte sie Karolin und lief auf den dritten Rang vor.  Karolin verlor zunächst einige Meter, aber sie erinnerte sich an den Vortag, wo ihr Selbstvertrauen mit jedem Schritt auf der Zielgeraden wuchs, und sie unternahm 100 m vor der Ziellinie einen ersten vorsichtigen Angriffsversuch und legte sich fast auf eine Höhe mit L. Weber.  Als diese den Angriff nicht kontern konnte, löste sie bei Karolin eine neue Mobilisierung der Kräfte aus und sie ließ mit ihrem großen Schlussspurt nicht lange auf sich warten.

Als sie die letzten 50m noch einmal richtig antrat, war sie nicht mehr zu halten – so sehr sich auch Leonie Weber wehrte.  Mit sehr guten 7:06,89 Minuten – diese Zeit wurde im Vorjahr von keiner 13jährigen in Hessen erreicht – sicherte sich Karolin Siebert ihre zweite Bronzemedaille bei diesen Landesmeisterschaften auf der Mittelstrecke.  Katrin Schermuly gewann diesen Wettbewerb in 6:58,64 Minuten vor Louisa Schlüter (7:00,13 Min.).  Als Vierte kam die Landesmeisterin im 5 km-Straßenlauf, Leonie Weber nach 7:07,31 Minuten ins Ziel und Rang fünf und sechs belegten die höher eingeschätzten Böhrer (7:18,55 Min.) und Paulke (7:33,25 Min. Bei den Landesmeisterschaften im 5km Straßenlauf hatten L. Weber (19:33) und Ronja Böhrer (19:55) Karolin fast zwei Minuten abgenommen.  „Karolin, die sich im Mehrkampf für die Landesmeisterschaften qualifizieren will, ist heute schon in der Lage, die 5km unter 19:30 Minuten zu laufen“, sagte hoch erfreut Alwin J. Wagner, der sowohl ihre 800m als auch die 2000m-Zeit fast auf die Sekunde voraussagte.

aw_090609eIm 3000m-Lauf der Schüler der Altersklasse M14 belegte Robin Hohmann nach seinem vierten Platz über 1000m vom Vortag zum Abschluss dieser Meisterschaften Rang fünf und verbesserte sich seit dem Vorjahr auf dieser Strecke um über eine halbe Minute.  Aufgrund seiner Erkrankung vor diesen Meisterschaften und seines 1000m-Laufes vom Vortag, reichte seine Kampfkraft nicht aus, so dass er mit seinen 10:20,32 Minuten die Bronzemedaille von Till Tschiltschke (Hanau-Rodenbach) um sieben Sekunden verpasste. Er hatte auch auf der Zielgeraden keine Kraft mehr, um Niklas Pivecka (10:19,48 Minuten) zu erreichen.  Ein gesunder Robin wäre sicher in der Lage gewesen, die 10-Minuten-Marke zu knacken.  Aber aufgeschoben bedeutet ja nicht aufgehoben…..



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