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Silber für Karolin Siebert und Janina Rohde

Neu-Isenburg/Melsungen. Mit zwei Silbermedaillen und vier weiteren Finalplatzierungen kehrten die Nachwuchsathleten der MT 1861 Melsungen vom ersten Tag der Landesmeisterschaften aus Neu-Isenburg erfolgreich zurück. Für die herausragende Leistung sorgte dabei die dreizehnjährige Karolin Siebert im 800 Meterlauf der W14. Die hessische Hallenmeisterin, die mit einer Saisonbestleistung von 2:29,11 Minuten nach Südhessen angereist war, hatte sich in den zurückliegenden Wochen intensiv auf diese Titelkämpfe vorbereitet. Dennoch war Nadja Strege (LG Reinhardswald) die große Favoritin, denn die Tochter des WM-und Olympia-Teilnehmers Martin Strege hatte die zwei Stadionrunden bereits beim Pfingstsportfest in Baunatal in 2:24,17 Minuten gelaufen und hatte im Training Leistungen erzielt, die auf eine Zeit von unter 2:20 Minuten hindeuteten. So mündeten die Spekulationen vor diesem großen 800m-Finale immer wieder auf die Frage hinaus: Wer kann dem großen Talent aus Espenau überhaupt folgen?

Da sich vierzehn Läuferinnen für diese Meisterschaften qualifiziert hatten, gab es zwei 800m-Läufe mit jeweils sieben Teilnehmerinnen. Im ersten Lauf siegte Amelie Svensson aus Ober-Eschbach und lief mit 2:29,71 Minuten eine Zeit, die von allen Teilnehmerinnen des zweiten Laufes unterboten werden konnte. Unmittelbar nach dem Startschuss für den zweiten Lauf sah es zuerst so aus, als gäbe es in ein taktisches Rennen. Als die sieben  Läuferinnen die ersten 100 Meter in Bahnen zurücklegten, hob sich zunächst niemand sonderlich ab. Doch nachdem alle Läuferinnen auf die Innenbahn konnten, forcierte Wiebke Fuchs vom TV Reisen mächtig das Tempo und wurde mit 31 Sekunden für die ersten 200 Meter gestoppt. Knapp dahinter liefen Alexandra Zapf (TV Burgsolms), Nadja Strege und Karolin Siebert.

Die vier anderen Läuferinnen schienen bereits da schon geschlagen. Nach der ersten Runde löste Karolin Siebert nach genau 65 Sekunden Wiebke Fuchs von der Pole-Position ab und übernahm die Führungsarbeit. Nadja Strege lief taktisch geschickt und lag in Lauerstellung auf Rang drei. Nach 500 Meter forcierte Karolin Siebert noch einmal das Tempo und konnte sich sofort von ihren drei Verfolgerinnen lösen. Nach unglaublichen 1:40,8 Minuten erreichte sie die 600m-Zwischenmarke und lag ca. fünf Meter vor Nadja Strege, die da schon geschlagen schien. Hätte Karolin Siebert dieses Tempo durchgehalten, wäre sie eine Zeit von 2:15 Minuten und schneller gelaufen. Aber man ahnte, dass auf den letzten 200 Metern der Einbruch kommen musste. Nadja Strege schob sich mit jeden ihrer langen Schritte ein wenig näher an die Melsunger Mittelstrecken-Hoffnung heran und erreichte sie 140 Meter vor dem Ziel. Wiebke Fuchs, die für die schnelle Anfangsrunde gesorgt hatte, wurde ebenfalls langsamer und musste noch um Rang drei kämpfen, denn Alexandra Zapf, die über zwanzig Meter hinter dem Führungsduo lag, wurde auf den letzten 150 Meter immer stärker und kam weiter auf.

Als Nadja Strege an Karolin Siebert vorbeilief, war dieses schnelle Finale entschieden. Sie zog mit ihren langen Schritten durch und konnte sich immer mehr von Karolin Siebert lösen.  Zehn Meter dahinter kämpfte Alexandra Zapf – längst schon an Wiebke Fuchs vorbei – und merkte, dass Karolin am Ende ihrer Kräfte war. Aber mit total schweren Beinen rettete sich Karolin Siebert über die Ziellinie und wurde mit dem zweiten Platz belohnt. Die Zeiten dieser Spitzengruppe waren des großen Rennens würdig. Nadja Strege siegte in 2:18,60 Minuten, Karolin Siebert stellte mit 2:21,89 Minuten eine persönliche Bestzeit auf und Alexandra Zapf  sicherte sich in 2:22,63 Minuten die Bronzemedaille.  Es war ein absolutes Top-Rennen, denn der Lauf war nicht nur schneller als der der W15, die zehn Minuten vorher ihre Meisterin auf dieser Strecke ermittelten, sondern die drei Medaillengewinnerinnen liefen sich mit ihren Zeiten in die Bestenliste des Deutschen Leichtathletik-Verbandes.

„Mit über 30 Grad war es viel zu heiß für diese zwei Stadionrunden, aber Karolin hat das gehalten, was sie mit ihren Leistungen im Training bereits angedeutet hatte. Sie verbesserte ihre Jahresbestleistung um fast acht Sekunden und war wieder auf die Minute top-fit“, sagte Alwin J. Wagner und hofft, dass sein Schützling diese zwei Stadionrunden gut verdaut hat, denn bereits heute wird sie über 2000 Meter an den Start gehen.

Für die zweite Silbermedaille sorgte die B-Schülerin Janina Rohde im Hammerwerfen der W14. Zwei Tage vor diesen Meisterschaften beobachtete sie die mehrfache Seniorenweltmeisterin Hella Böker beim Hammerwurftraining im Melsunger Waldstadion. Interessiert fragte sie, ob sie auch einmal werfen dürfte. Nach einer kurzen Einweisung erreichte Janina Rohde auf Anhieb 25 Meter. Aus diesem Grund entschloss man sich, die talentierte und vielseitige Melsunger Schülerin für das Hammerwerfen um die Landesmeisterschaften nachzumelden. Da sie noch keinen Wettkampf in dieser Disziplin absolviert hatte, aber die Verantwortlichen des Hessischen Leichtathletik-Verbandes von den Wurfleistungen der Dreizehnjährigen überzeugt waren, erhielt sie einen Tag vor diesen Meisterschaften eine Sonderstarterlaubnis.

Der Wettkampf der W14 begann mit einem Paukenschlag, denn Franziska Häubl erzielte im ersten Durchgang 26,04 Meter und verbesserte sich um über zwei Meter. Die Favoritin, Emma-Louisa Pudenz – ebenfalls Tuspo Borken – eröffnete ihren Wettkampf mit 24,84 Meter und verfehlte ihre Bestleistung nur um 0,65 Meter.  Nun war man auf das Auftreten von Janina Rohde gespannt, die beim Einwerfen locker aus dem Stand einen Wurf von 26 Meter hingelegt hatte. Aber ein Wettkampf ist eben anders als das Training. Janina begann etwas verkrampft und ließ den Hammer bei 23,44 Meter landen. Nachdem die vor ihr werfenden Schülerinnen sich nicht verbessern konnten, steigerte sie sich auf 25,75 Meter und lag nach zwei Durchgängen auf Rang zwei. Als im vierten Durchgang Franziska Müller (ebenfalls Tuspo Borken) mit 25,47 Meter ein Ausrufezeichen setzte und damit Emma-Louisa Pudenz aus den Medaillenrängen verdrängte, kam noch einmal Spannung auf. Aber keine Schülerin konnte sich mit den letzten beiden Versuchen verbessern. So hatte Janina Rohde als letzte Werferin noch einmal die Chance, ihren Rückstand von 0,29 Meter aufzuholen und den Meistertitel zu erringen. Aber es blieb nur beim Versuch. Dennoch, ihre 25,75 Meter, die sie ohne spezielle Vorbereitung in ihrem ersten Wettkampf erzielte, sind aller Ehren wert und wurden am Ende mit der Silbermedaille honoriert.

Nicht zufrieden zeigte sich Henri Alter, der beim Abschlusstraining in Melsungen den Speer an die 45 Meter geworfen hatte und in Neu-Isenburg einen neuen Kreisrekord anvisierte. Ob er bereits beim Einwerfen seine Kraft „verpulverte“  wird nur er gespürt haben, aber fest steht, dass Henri Alter nie richtig in den Wettkampf fand. Er begann mit 38,96 Meter und ließ im zweiten Durchgang aus dem Fünfer-Schritt-Rhythmus 40,70 Meter folgen. Als er wieder aus dem vollen Anlauf warf, zog er den Speer bei jedem Wurf zu hoch ab, so dass er diesseits der 40m-Marke den Boden berührte. Mit 39,61 – 31,74 – 37,40 und 39,62 Meter hatte er auch eine schwache Serie, so dass er am Ende mit 40,70 Meter hinter dem großen Frankfurter Zehnkampftalent Fabian Christ (43,63 m) nur den fünften Platz belegte.

Ebenfalls Fünfter wurde Robin Hohmann im 1000m-Lauf der M15 mit 2:48,21 Minuten. Als das Rennen 200 Meter vor Schluss in die entscheidende Phase ging, trat der hohe Favorit Anusan Rajeentan aus Hanau-Rodenbach leicht an und löste sich von seinen Verfolgern. Am Ende siegte er in 2:40,69 Minuten. In seinen Sog verbesserte sich Johannes Schermuly (Mengerskirchen) auf 2:44,73 Minuten. Moritz Werner aus Bad Wildungen musste zum Schluss noch alles geben, um in 2:46,37 Minuten den heranstürmenden Joshua Weiß (LG Odenwald) in 2:46,80 Minuten auf den undankbaren vierten Rang zu halten. Als Fünfter erreichte der gesundheitlich etwas angeschlagene Robin Hohmann das Ziel. Tobias Stang, der in den zurückliegenden Wochen sich mehr auf die Sprünge konzentriert hatte, belegte mit 2:54,17 Minuten den neunten Platz. Michael Hiob stellte in Neu-Isenburg trotz der enormen Hitze mt 2:57,52 Minuten eine neue persönliche Bestzeit auf.  Aber man war dennoch nicht zufrieden, denn er verpasste das Finale der besten hessischen 1000m-Läufer seiner Altersklasse, weil er am Start nicht namentlich aufgerufen wurde, aber auch nicht nachfragte. So durfte er nach einem Protest der Melsunger Delegation in der Wettkampfklasse der M14 außer Wertung an den Start gehen, wo er sich mit 2:57,52 Minuten in die TOP-TEN des Landesverbandes in seiner Altersklasse lief.

Für eine Überraschung sorgte im Stabhochsprung Sebastian Ludwig, denn der Obermelsunger, der im Waldstadion keine Möglichkeiten zu einem Stabhochsprungtraining hat, übersprang zum Auftakt 2,40 Meter auf Anhieb.  Bei 2,60 Meter leistete er sich aber zwei Fehlversuche, überquerte aber im dritten und letzten Versuch deutlich diese Höhe. Damit stellte er seinen persönlichen Rekord ein.  Als er die 2,70 Meter im ersten Versuch übersprang, stand fest, dass Sebastian Ludwig nicht nur einen Hausrekord aufgestellt, sondern auch überraschend den 6. Platz belegt hatte.

In der 4x100m-Staffel stand das Melsunger Quartett mit Henri Alter, Jan Ullrich, Tobias Stang und Robin Hohmann gegen die Schüler aus Darmstadt (46,65 Sek.), Frankfurt (46,99 Sek.) und Bensheim (47,50 Sek.) von vornherein auf verlorenem Posten. Aber man muss den Melsunger Jungen ein Lob aussprechen, denn obwohl Robin Hohmann und Tobias Stang vorher ihre 1000m-Läufe absolviert hatten, verbesserte dieses Quartett die nordhessische Jahresbestleistung auf 50,71 Sekunden, was den 6. Platz einbrachte. (ajw)



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6 Kommentare zu “Silber für Karolin Siebert und Janina Rohde”

  1. Mark

    Herrausragende Leistungen wurden im Hammerwurf geboten. Vor allem auch von der Melsungerin Janina Rohde. Leider muss hier jedoch erwähnt werden, dass auf Grund eines Regelverstoßes Rohdes zweiter Platz aberkannt wurde und sich somit die Borkener Müller und Pudenz auf Platz zwei und drei wiederfanden. Für Hessische Meisterschaften benötigt man eine Qualifikationsleistung. Mit 13 Jahren wird auf keinem Wettkampf Hammerwurf angeboten, somit kann man in diesem Alter auch keine Qualifikation erlangen und man darf bei den Hessischen in dieser Disziplin auch nicht starten. Trotzallem zeigte Rohde eine beachtliche Leistung und wir können alle auf die nächste Saison gespannt sein, in der die sympatische Melsungerin vielleicht sogar zum Titel greifen wird.

  2. Alwin J. Wagner

    Lieber Mark Pudenz,

    es überrascht nicht, dass von Dir ein Kommentar zu „Silber für Karolin Siebert und Janina Rohde“ kommt, denn Janina Rohde verdrängte mit ihrer guten Leistung Deine Tochter vom dritten Platz.
    Überrascht war ich aber, dass Du nicht sachlich argumentierst, denn dein Satz „mit 13 Jahren wird auf keinem Wettkampf Hammer angeboten, ist falsch.
    Ich erinnere an die nordhessischen Wurfmeisterschaften am 24. April bei Euch in Borken. Damals hatte Deine Tochter das Hammerwerfen mit 25,49 m gewonnen. Die damalige noch zwölfjährige Isabel Weitzel (1997) aus Stadtallendorf durfte bei Euch mitwerfen und erzielte 22,84 Meter. Da sagte man kein Wort, weil sie ja weniger als Deine Tochter geworfen hatte.
    Dass auf anderen Plätzen auch Hammerwerfen für B-Schüler angeboten wird, möchte ich mit einem weiteren Beispiel belegen: Am 05.05. fand in Spangenberg der POMEX-Cup statt. Und die beiden Spangenberger Johannes Jung (15,63 m) und Otto Entzeroth (12,81 m) gehören sogar dem jahrgang 1998 an. Aber da kam von Euch ebenfalls kein Einspruch.

    Wir hatten vorsorglich beim HLV-Wettkampfsportwart Michael Siegel angefragt, und erhielten schriftlich die Auskunft, dass Janina Rohde ein Sonderstartrecht erhielt.

    Aber erst durch deinen Einspruch – einen Tag später – wurde die junge talentiert Janina Rohde disqualifiziert. Wir bekamen durch den Fehler des HLV das Startgeld zurückerstattet. Wir wissen aber jetzt, dass in Borken von einigen Leuten mit zweierlei Maß gemessen wird.

  3. Carmen

    Durch Einsprüche scheint so manch einer sich bessere Platzierungen erhofft haben. So wurde auch Sophia Müller-Dott über 2000m wegen eines Regelverstoßes (für den das Kind am wenigstens konnte) disqualifiziert, in der Hoffnung, dass Karolin Siebert Hessische Meisterin über diese Distanz wird. Hat dann doch nicht geklappt.
    Traurig, dass auf solchen Wegen versucht wird, bessere Platzierungen zu erreichen. Wo bleibt denn hier das Fairplay für die Sportler??????
    Sophia wusste von der bevorstehenden Disqualifikation und wollte trotzdem auf der Bahn beweisen, wer die bessere Läuferin ist. Und das hat sie auch mit aller Deutlichkeit gezeigt. 2000 m in 7:06 Minuten!

  4. Uwe Siebert

    Zu Kommentar Carmen

    Der Umgang mit den internationalen Wettkampfregeln will geübt sein, um die Regeln
    auch richtig anzuwenden.Regeln sind da, um einen fairen Wettkampf zum Schutz der
    Athleten zu gewährleisten.
    Eine Disqualifizierung besagt, das das Regelwerk zur Anwendung gekommen ist und die Kampfrichter dies zu verantworten haben. Sind dabei Fehler oder sogar Unstimmigkeiten aufgetreten haben sie dies mit ihrem eigenen Gewissen den Sportlern gegenüber zu vertreten. Diese Aussage gilt auch für Trainer und Betreuer.
    Glauben Sie ernsthaft das Karolin hier persönlich Einfluss darauf nehmen konnte?

    Ein Schreiben an den Schülerwart (Herr Lippa) , Mittelstreckentrainer (Herr Schröder) vom Hessischen Leichtathletikverband soll die Eindrücke Karolins an diesem
    Tag schildern und aufzeigen. Herr Schröder wurde gebeten dieses Schreiben ebenfalls an die Trainer und Eltern von Sophia Müller-Dott weiterzuleiten.

    Das von Ihnen geforderte Fairplay für Sportler durfte Karolin nach der Siegerehrung kennen lernen!

    Der Hessische Leichtathletikverband kann stolz sein, drei so gute Läuferinnen wie
    Sophia, Tjara und Karolin zuhaben!

  5. Carmen

    Hallo Uwe,
    ich gebe Ihnen völlig Recht: Karolin kann am wenigsten für diesen Einspruch.

    An diesem Tag sind die Emotionen meinerseits etwas hochgekocht und ich habe sie an der völlig falschen Person ausgelassen. Dieser eine Satz gegenüber Karolin tut mit Leid und ich werde mich beim nächsten Wettkampf (da ich leider keine Adresse von ihr habe) bei ihr entschuldigen.
    Vielleicht gibt es dann die Möglichkeit zu einem Gespräch unter uns Eltern.

  6. Uwe Siebert

    Zu 2 Kommentar Carmen

    Hallo Carmen,

    danke für die Offenheit und Ehrlichkeit!

    Die Entschuldigung nimmt Karolin an.

    Der Vorfall ist damit abgeschlossen.

    Ein Gespräch mit den Kindern können wir beim nächsten Treffen gerne führen.


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