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Der rote Faden der Gerechtigkeit

Knapp 200 Zuhörer beim Gastvortrag des Gesamtkonventes in Hephata

Schwalmstadt-Treysa. „Gerechtigkeit in der Bibel – Gerechtigkeit in der Welt“, knapp 200 Zuhörer waren am 24. September in den Hephata-Kirchsaal gekommen, um das Impulsreferat von Prof. Dr. Frank Crüsemann (72) zu hören. Crüsemann ist Professor für Altes Testament an der Kirchlichen Hochschule Bethel und Mitherausgeber der „Bibel in gerechter Sprache“. Die Diakonische Gemeinschaft Hephata hatte ihn als Gastredner für den öffentlichen Teil ihres Gesamtkonventes geladen.

Frank Crüsemann spürte in seinem anderthalbstündigen Vortrag jenem roten Faden nach, der sowohl im Alten als auch im Neuen Testament der Bibel zu finden sei: der Gerechtigkeit. Dabei schlug er einen Bogen bis in die Gegenwart. Fast alle Menschen hätten ein Gefühl, was Gerechtigkeit sei. Fast alles, was öffentlich diskutiert werde, kreise um dieses Thema: Hartz IV, die Gesundheitsreform, das Erdbeben in Tahiti oder die Flutkatastrophe in Pakistan. Und immer, in Bibel und Gegenwart, sei damit auch die Frage verbunden: Wie kann Gott das zulassen?

„Die Konflikte unserer Welt sind nicht mit der Bibel zu lösen“, so Crüsemann. Dies zeige auch die Bibel selbst, indem sie von Ungerechtigkeiten erzähle. Doch diene Gottes Wort dazu, den Menschen Spiegel und Unterstützung bei der Verwirklichung von Gerechtigkeit zu sein. Crüsemann verwandte dafür die Formulierung „das Tun von Gerechtigkeit als Erkennen Gottes“.

Den roten Faden der Gerechtigkeit in der Bibel machte der 72-Jährige insbesondere an drei Stellen fest. Die erste bezeichnete er als „Schrei“, zu finden im Psalm 17: „Herr, höre die gerechte Sache, merk auf mein Schreien, vernimm mein Gebet von Lippen, die nicht trügen. Sprich du in meiner Sache; deine Augen sehen, was recht ist. […] Ich aber will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit […].“ Diese Klage über das Fehlen von Gerechtigkeit werde heute vielleicht zu selten ausgesprochen, so Crüsemann. „So, wie es Fürbitte gibt, sollte es auch eine Fürklage geben.“ Die zweite Stelle der Bibel nannte Crüsemann „Das Recht“, zu lesen unter 5. Mose: „Und ich gebot euren Richtern zur selben Zeit und sprach: Hört eure Brüder an und richtet recht, wenn einer etwas mit seinem Bruder hat oder mit dem Fremdling, der bei ihm ist. Beim Richten sollt ihr die Person nicht ansehen, sondern sollt den Kleinen hören wie den Großen und vor niemand euch scheuen; denn das Gericht ist Gottes. […].“ Unter den Titel „Die Zuwendung“ stellte Prof. Crüsemann schließlich die dritte ausgesuchte Stelle der Bibel, Psalm 51: „Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde […].“ Crüsemann leitete daraus den Ausgangspunkt Martin Luthers für dessen reformatorischen Glauben ab: „Die Gerechtigkeit Gottes meint nicht Strafe, sondern Rettung.“ Dieser und weitere Aspekte des Themas wurden in acht Arbeitsgruppen am Nachmittag vertieft. (me)



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