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DIHK-Präsident: „Investitionen in Innovation rekordverdächtig“

Innovationsbereitschaft ist im IHK-Bezirk Kassel ebenfalls hoch

Kassel. Deutsche Unternehmen investieren im kommenden Jahr massiv in neue Produkte und Dienstleistungen. Das geht aus dem neuen Innovationsreport hervor, den der DIHK in Berlin vorgelegt hat. Demnach wollen 59 Prozent aller innovationsaktiven Betriebe hier ihre Anstrengungen steigern. DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann betonte: „Diese rekordverdächtige Entwicklung ist umso bemerkenswerter, als die Unternehmen bereits in der zurückliegenden Krise ihre Innovationsbudgets im Schnitt zumindest konstant gehalten hatten.“

Die Innovationsbereitschaft ist im Bezirk der IHK Kassel ebenfalls hoch. Über alle Branchen hinweg setzen laut jüngstem IHK-Konjunkturbericht 28,3 Prozent der befragten Unternehmen auf ein zunehmendes Investitionsniveau (Vorbericht im Frühjahr: 27,6; Vorjahr: 18,7 Prozent). 57,9 Prozent gehen von einem gleichbleibendem Niveau aus (Vorbericht: 52,1; Vorjahr: 55,7 Prozent). Eine sinkende Investitionstätigkeit sehen 13,8 Prozent (Vorbericht: 20,3; Vorjahr: 25,6 Prozent). „Für zwei Drittel der antwortenden Unternehmen ist allerdings der Ersatzbedarf ein Hauptmotiv für geplante Investitionen“, berichtet IHK-Konjunkturexperte Thomas Rudolff. „Danach folgen bei etwa je einem Drittel als Beweggründe Rationalisierungen und Produktinnovationen.“ 350 Unternehmen aus dem Kammerbezirk hatten an der Umfrage teilgenommen.

„Die Politik habe ihrerseits die Mittel für Forschung und Wissenschaft zuletzt ebenfalls ausgeweitet – trotz notwendiger Haushaltskonsolidierung“, so Driftmann weiter. Durch die Anstrengungen von Politik und Wirtschaft rücke das Drei-Prozent-Ziel 2011 in greifbare Nähe. Driftmann: „Die Unternehmen stellen der aktuellen Innovationspolitik denn auch unter dem Strich ein recht ordentliches Zeugnis aus: Fast die Hälfte der Betriebe hat auch in Innovationen investiert, weil sie dabei zum Beispiel durch die für den Mittelstand konzipierten Programme „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand“ (ZIM) und „KMU-innovativ“ unterstützt wurden.“
Dennoch gebe es aus Sicht der Unternehmen noch erhebliche strukturelle Defizite, unterstrich der DIHK-Präsident: „Vor allem der zunehmende Mangel an geeigneten Spezialisten und Forschern wird zu einem gravierenden Innovationshemmnis.“ Für 61 Prozent der Unternehmen habe der Ausbau der Fachkräftebasis höchste Priorität für Forschung und Entwicklung „made in Germany“, gefolgt von einer Vereinfachung des Steuerrechts (50 Prozent) und vom Bürokratieabbau (49 Prozent). Driftmann: „Das Thema Fachkräfte hat dabei – mit Plus 20 Prozentpunkten – dramatisch an Bedeutung gewonnen. Und das, obwohl die Betriebe in der zurückliegenden Krise ihre qualifizierten Mitarbeiter gehalten haben.“ Die jetzt von den Unternehmen beschriebene Fachkräftelücke sei somit ein ernstes strukturelles Problem für den Innovationsstandort Deutschland. Driftmann zu den Auswirkungen: „Nach unseren DIHK-Berechnungen fehlen hierzulande schon jetzt rund 30.000 Forscher und Fachkräfte im Bereich FuE-Tendenz steigend. Dadurch unterbleiben in Deutschland geschätzt rund vier Milliarden Euro Innovationsausgaben.“

Die Politik forderte der DIHK-Präsident auf, hier schnell und wirksam zu handeln: „Gefragt ist ein schlüssiges Gesamtkonzept, das sowohl die Ausschöpfung hiesiger Potenziale als auch die Zuwanderung hochqualifizierter Ausländer umfasst. Dazu gehört, dass im Ausland noch stärker für Deutschland als Arbeits-, Forschungs- und Studienort geworben werden muss.“ (red)



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