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Vollversammlung gibt grünes Licht für Berufswahlbüros

IHK-Initiative Ausbildungsreife und Berufsorientierung

Kassel. Das Parlament der regionalen Wirtschaft, die IHK-Vollversammlung, hat das Projekt „IHK-Initiative Ausbildungsreife und Berufsorientierung“ für das Wirtschaftsjahr 2011 mit einem Fördervolumen von maximal 500.000 Euro einstimmig bewilligt. „Damit soll das Leitprojekt Berufswahlbüro in allen Teilregionen des IHK-Bezirks realisiert werden“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Walter Lohmeier. Das Projekt, das vorbereitet ist und damit kurzfristig starten wird, könne auch um andere regionsspezifische Maßnahmen ergänzt werden. Die Gesamtkosten je Büro beziffert die IHK auf 15.000 Euro. „Das Leitprojekt Berufswahlbüro soll den Übergang von der Schule in die berufliche Ausbildung nachhaltig verbessern“, schildert Lohmeier die Zielsetzung.

„Alle Maßnahmen sind komplementär zu den bestehenden, die in unterschiedlicher Intensität bereits in Partnerschaft von Schulen und Unternehmen etabliert worden sind. Praktikerteams aus Ausbildern und Auszubildenden können hier die jungen Menschen beraten, Betriebspraktika von hier aus vermittelt werden. Wir wollen im mehrfachen Sinne des Wortes einen Raum schaffen, der von allen Akteuren, die sich für die Verbesserung der Ausbildungsreife oder der Berufsorientierung einsetzen, genutzt werden kann. Über viele Gespräche mit den Schulen, den Unternehmen unmittelbar, mit den Arbeitsagenturen und den hier bereits sehr engagierten Unternehmerverbänden wissen wir, dass wir mit dieser Rahmeninfrastruktur auch die bereits laufenden Initiativen stärken.“

Das Berufswahlbüro ist sowohl ein physischer Raum als auch Dachmarke für ein Orientierungskonzept für Schülerinnen und Schüler mit Blick auf ihren beruflichen Weg. Das Büro selbst befindet sich im Idealfall an zentraler Stelle innerhalb der Schule. Es bildet die Plattform für verschiedene Akteure aus der Berufswelt beziehungsweise der Wirtschaft. Schüler, Lehrer und Partner aus der Wirtschaft kommen hier zusammen – mit dem Ziel, die Schüler mit Blick auf ihre Berufsorientierung zu beraten, gemeinsame dahingehende Maßnahmen wie Projektwochen, Betriebserkundungen oder Praktika zu vereinbaren und bei Bedarf auch Maßnahmen zur Verbesserung der Ausbildungsreife einzuleiten.

Das Leitprojekt Berufswahlbüro nimmt damit auch eine zentrale Koordinierungsfunktion bei den bereits angelaufenen OloV-Maßnahmen (Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit bei der Schaffung und Besetzung von Ausbildungsplätzen in Hessen, kurz: OloV) wahr und fügt sich in die hessenweite Strategie ein. „Entscheidend ist, dass sich möglichst viele Akteure wie Arbeitsagenturen und Arbeitgeberverbände einbringen, damit eine große Angebotsvielfalt entsteht und das Büro eine wirkliche Drehscheibe wird“, unterstreicht Lohmeier. Die regionalen OloV-Koordinatoren haben gegenüber der IHK einmütig festgestellt, dass bestehende Maßnahmen ausgebaut und um neue Instrumente auch ergänzt werden sollten, und dass vor allem – in Partnerschaft mit den Schulen – verlässliche und gut funktionierende Netzwerke der Beratung und Hilfestellung eingerichtet und effizient geführt werden sollten.

Das Modell soll zumindest mit jeweils zwei Partnerschulen je Teilregion realisiert werden. Das Leitprojekt würde damit zum Start insgesamt zwölf Schulen und hier im Kern deren Schüler der 7. und 8. Jahrgangsstufe erreichen. „Die Ansprache der Schulen erfolgt durch individuelle Auswahl beziehungsweise Absprache oder ein Ausschreibungsverfahren“, erklärt Lohmeier. Schulen müssen allerdings bestimmte Bedingungen erfüllen, um eine erfolgreiche und nachhaltige Umsetzung zu gewährleisten, unter anderem die Freistellung eines benannten Schulkoordinators (OloV) und ein langfristiges Bereitstellen der erforderlichen Räume.

Aus Sicht der IHK Kassel bedingt dies einen Gesamtfinanzierungsbedarf in Höhe von 180.000 Euro für 2011 (zwölf Schulen á 15.000 Euro). Unter der Prämisse, dass von den seitens der IHK Kassel rückgestellten 1,5 Millionen Euro für Maßnahmen der Verbesserung der Ausbildungsreife und Berufsorientierung 2011 maximal 500.000 Euro verausgabt werden sollen, würden 2011 weitere 320.000 Euro dahingehend zur Verfügung stehen – und damit im Mittel zirka 53.000 Euro je Region. Weitere Projekte in den Jahren 2012 und 2013 sollen folgen. „Die Maßnahmen müssen einen unmittelbaren wirtschaftsförderlichen und mittelstandsorientierten Bezug haben“, verdeutlicht Lohmeier. „Klar ist aber auch: Die Wirtschaftsorganisation IHK tritt nicht an die Stelle der Schule oder des Staates.“

Auf regionaler Ebene haben die ehrenamtlich in der IHK engagierten Unternehmer verschiedene Konzeptvorschläge zur Verbesserung der Ausbildungsreife und Berufsorientierung erarbeitet beziehungsweise konkretisiert. Darunter fallen beispielsweise Berufsorientierungsbüros und Lernstätten, Karrierebüros sowie das Bilden von Praktikerteams. Allen Projektskizzen gemein ist die Notwendigkeit, verbindliche und nachhaltige Strukturen zur Vermittlung von effizienter Berufsorientierung in den Schulen zu schaffen, in Fällen mangelnder Ausbildungsreife diese zu verbessern und damit verbundene Maßnahmen zu koordinieren – intern und gegebenenfalls mit externen Partnern.

Hintergrund: IHK-Initiative Ausbildungsreife und Berufsorientierung
Die IHK Kassel hat die Initiative Ausbildungsreife und Berufsorientierung ins Leben gerufen, um vor dem Hintergrund der demografischen Prognosen eigene Maßnahmen zu entwickeln, die dem Fachkräftemangel bei den IHK-zugehörigen Unternehmen möglichst früh entgegenwirken. „Die IHK Kassel sieht ihre wirtschaftspolitische Aufgabe als Vermittler zwischen den Bedürfnissen der Wirtschaft und der Bildungspolitik“, erläutert Hauptgeschäftsführer Dr. Walter Lohmeier. „Die Verbesserung der Ausbildungsreife ist im Kern die Herausforderung an die Schulen selbst, wobei die Wirtschaft beziehungsweise ihre Organisationen unterstützende Strukturen fördern können.“ Das Verbessern der Berufsorientierung ist dagegen typische Aufgabe eines „Übergangsmanagements“ zwischen Schule und Wirtschaft, die der unternehmerischen Wirtschaft auch eine unmittelbare Rolle zuweist.

Da die demografischen Perspektiven und die Sorge um ein zukünftig überhaupt noch ausreichendes Fachkräftepotenzial für die Wirtschaft im IHK-Bezirk Kassel eine zentrale Herausforderung darstellt, stellte Dr. Lohmeier in der Sitzung der Vollversammlung Fakten über die regionalen Arbeitsmärkte und die Wanderungsbewegungen im IHK-Bezirk dar, die sich bereits heute – also ohne jeglichen Prognoseeffekt – in der Entwicklung darstellen. „Sie zeigen das hohe Maß der wirtschaftlichen Verflechtung zwischen den Teilregionen unseres IHK-Bezirkes auf“, berichtet Lohmeier. „Vor allem aber auch, dass sich über Zu- und Abwanderungen die demografischen Risiken für einige Teilräume bereits heute drastisch verschärfen.“

Blick ins Parlament: Weitere Meldungen aus der IHK-Vollversammlung
Die IHK-Vollversammlung hat Reinhard Bauer, Geschäftsführer der Horn & Bauer GmbH & Co. KG in Schwalmstadt, in das IHK-Präsidium gewählt. Dem Präsidium sollen die Vorsitzenden der Regional- und Fachausschüsse angehören.  Bauer hatte Ende November die Nachfolge des langjährigen Vorsitzenden des Industrieausschusses Detlev Brömer (ferrero OHG in Stadtallendorf) angetreten. Brömers Platz im Präsidium war seitdem unbesetzt. Nun ist durch den Beschluss der Vollversammlung der Vorsitzende des Industrieausschusses wieder in dem Gremium vertreten.  Reinhard Bauer hat von 1996 bis März 2009 ehrenamtlich im IHK-Regionalausschuss des Landkreises Schwalm-Eder mitgearbeitet. Seit 2009 sitzt er im Parlament der regionalen Wirtschaft, der Vollversammlung.

Darüber hinaus ist Dr. Daniele Coda, Prokurist der Ferrero OHG mbH in Stadtallendorf, zum Mitglied der Vollversammlung gewählt worden. „Aufgrund der Größe und der Bedeutung der Ferrero OHG mbH für die Region ist es gut, dass Dr. Daniele Coda als Vertreter des Unternehmens in der Vollversammlung der IHK Kassel vertreten ist“, sagt IHK-Präsident Dr. Martin Viessmann. Nach der IHK-Wahlordnung können die 77 direkt gewählten Mitglieder der Vollversammlung bis zu zehn weitere wählbare Personen für die Dauer der Wahlperiode zu Mitgliedern der Vollversammlung wählen.

Weitere Informationen über die IHK Kassel und die Vollversammlung erhalten Sie im Internet unter www.ihk-kassel.de in der Rubrik „Wir über uns“. (red)



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