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MT Team für die neue Saison steht

Melsungen. Nach dem überzeugenden 35:26-Erfolg gegen Friesenheim benötigt Handball-Bundesligist MT Melsungen noch einen Sieg, um den Klassenerhalt auch rechnerisch endgültig perfekt zu machen. Dass dies in den restlichen vier Spielen gelingt, darunter noch zwei Partien vor eigenem Publikum, darüber besteht keinerlei Zweifel. So waren die Planungen der letzten Wochen stets ausschließlich auf das Handball-Oberhaus ausgerichtet. Jetzt gibt die Vereinsführung bekannt: ”Das MT-Team für die Saison 2011/2012 steht!”

Die zu Ende gehende Saison wird beim nordhessischen Aushängeschild in der stärksten Handball-Liga der Welt ganz sicher lange in Erinnerung bleiben. Der schlechte Start von 0:24 Punkten gehört selbst in der Liga-Historie der letzten zehn Jahre zu den Ausnahmeerscheinungen. Umgekehrt hat die MT aber auch für eine positive Überraschung gesorgt. Denn nur selten gelingt es einer Mannschaft, sich nach einem solchen Tief wieder aufzurappeln und sich am Ende sogar noch die Chance auf einen Mittelfeldplatz zu erarbeiten.

Die Zuversicht für die neue Saison speist sich zum einen aus dieser Entwicklung und zum anderen aus dem künftigen Kader der Rotweißen. ”Was schon immer unser Bestreben war, aber in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen meist nicht klappte, ist uns nun gelungen”, freut sich Martin Lüdicke, ”nämlich mit der eingespielten Kernformation in die nächste Saison zu gehen”. Damit stellt der MT-Geschäftsführer klar: ”Das Team 2011/2012 steht!” Gleichzeitig weist Lüdicke darauf hin, es sei auch in der kommenden Saison wieder das Bestreben, den bisherigen Etat von gut drei Millionen Euro zu realisieren, ”mehr Geld werden wir aber definitiv nicht zur Verfügung haben!”. So wird der bisher zahlenmäßig recht ansehnliche Kader – im Verlauf der Saison standen bis zu 19 Spieler im Aufgebot – unter dem Motto ”Qualität statt Quantität” reduziert.

Die letzten Fragezeichen hinter noch offenen Verträgen sind verschwunden. So wird den Nordhessen das Rückraumtrio Grigorios Sanikis, Alexandros Vasilakis und Jens Schöngarth auch in den beiden kommenden Jahren erhalten bleiben. Nicht mehr verlängert hingegen werden die auslaufenden Kontrakte mit den Torhütern Robert Lechte und Vitali Feshchanka, mit Kreisläufer Andrej Klimovets, den beiden Außen Ivan Brovko (links) und Milan Torbica (rechts), sowie mit Allrounder Predrag Dacevic. Als Neuzugänge wurden von der MT bereits Rechtsaußen Christian Hildebrand vom TV Kirchzell, sowie Torhüter Per Sandström vom HSV Hamburg und Spielmacher Patrick Fahlgren bekannt gegeben. Angestrebt wird überdies, das Torhüter-Talent Marc Lauterbach vom nordhessischen Nachbarn HSG Gensungen/Felsberg weiter zu fördern. Bestehende Verträge haben Torhüter Mario Kelentric, die beiden Kreisläufer Felix Danner und Anton Mansson, die drei Außen Savas Karipidis, Michael Allendorf und Christian Zufelde sowie die drei Rückraumspieler Nenad Vuckovic, Alin Sania und Michael Schweikardt. Damit würde der Bartenwetzer-Club dann mit 15, respektive 16 Spielern in die neue Saison gehen.

Dass sich die MT mit solchen Akteuren wie Patrick Fahlgren oder Per Sandström verstärken kann, ist vor allem ein Verdienst von Alexander Fölker. ”Er hat die mitunter recht komplexen Verhandlungen mit Beratern und Vereinen routiniert geführt und mit diesen guten Ergebnissen für die MT abschließen zu können” bescheinigt Geschäftsführer Martin Lüdicke dem Sportlichen Leiter eine gute Arbeit. ”Wir wünschen uns eine möglichst verletzungsfreie Saison”, so Fölker. Anderenfalls bestände ein gewisse Risiko, einzelne Positionen adäquat zu besetzen. ”Doch bei längerfristigen Ausfällen hat man ja immer die Chance, sich zur zweiten Halbserie noch einmal zu verstärken”, so der MT-Sportchef.

Die Philosophie Qualität vor Quantität wird auch von Michael Roth absolut begrüßt. Die erstaunliche Entwicklung des Teams vom fast todgeweihten Abstiegskandidaten zum ernst zu nehmenden Anwärter auf Platz zwölf ist untrennbar mit seinem Namen verbunden. Als er die Mannschaft Mitte November als Trainer übernahm, hatte diese noch keinen einzigen Zähler auf der Habenseite. Roth gelang es mit viel Fingerspitzengefühl, den Spielern wieder Selbstvertrauen zu vermitteln und nach und nach deren bis dahin verschüttetes Potenzial freizulegen. ”Jetzt wollen wir den gerade erkämpften zwölften Tabellenplatz verteidigen”, hat Roth für den Endspurt nochmal ein anspruchsvolles Ziel vorgegeben.

Drei Fragen an MT-Trainer Michael Roth

Die Mannschaft steht kurz vor dem Klassenerhalt, wie beurteilt der Trainer diese geradezu kurios verlaufene Saison?

Roth: Kurios ist in der Tat der passende Ausdruck. Ich habe die Mannschaft mit 0:24 Punkten auf Platz 18 stehend übernommen, jetzt haben wir fast 20 Zähler erkämpft und könnten – wenn alles gut läuft – sogar als Zwölfter durchs Ziel gehen. Schon bei meinem Amtsantritt war mir klar, und daraus habe ich auch nie ein Geheimnis gemacht, dass es ein sehr steiniger Weg werden würde, die Klasse zu halten. Jetzt ist es praktisch geschafft und ich denke darauf können alle Beteiligten sehr stolz sein. Die Spieler haben meine Philosophie recht schnell verstanden und auch auf dem Feld versucht umzusetzen. Dabei hat sich im Laufe der Zeit eine Kernformation herausgebildet, die entscheidend  zum Klassenerhalt beigetragen hat.

Apropos Kernformation: Spielte dies auch bei den ausstehenden Vertragsverlängerungen ein Rolle?

Roth: Natürlich ist das in die gemeinsamen Überlegungen von Geschäftsführung, Sportlichem Leiter und Trainer eingeflossen. Schließlich hat man gerade in diesen schweren Wochen gesehen, auf wen man physisch, aber auch psychisch bauen kann. So wird der Stamm der derzeitigen Leistungsträger plus die bereits angekündigten Verstärkungen auch das Gerüst der Mannschaft in der kommenden Saison bilden. Generell handeln wir nach der Devise Qualität vor Quantität. Für mich als Trainer wird das bedeuten, nicht mehr den Luxus zu haben, wie etwa in den beiden letzten Wochen, als ich aus einem großen Kader die jeweilige Spielformation auswählen konnte. Andererseits sind die Bundesligisten inzwischen offenbar bemüht, kleinere, aber feinere Kader zusammenzustellen. Die MT hat mit Spielern wie Sandström und Fahlgren erstmalig zwei aktuelle Akteure aus Topclubs der Bundesliga – noch dazu mit Championsleague-Erfahrung – verpflichten können. Das ist ein klares Bekenntnis zu mehr Qualität.

Wie lautet unter den genannten Vorzeichen die Zielsetzung für die kommende Saison?

Roth: Wie schon erwähnt, werden wir mit einer im Kern eingespielten Formation zuzüglich der gezielten Verstärkungen ins Rennen gehen. Insofern erwarten wir, leistungs – aber auch ergebnismäßig eine Steigerung gegenüber der aktuellen Saison. Es wäre schön, wenn wir unter die Top-Ten der Liga vorstoßen könnten. Das Potenzial dazu traue ich der künftigen Mannschaft absolut zu. Sie weist eine gute Mischung vom Routinier bis zum ausbaufähigem Talent auf. Die Hälfte der Mannschaft ist 26 Jahre und jünger; einige bringen trotz ihrer Jugendlichkeit schon wichtige Erfahrungen mit, während andere wiederum ihr wahres Können erst noch entfalten werden. Und auch den nationalen Markt haben wir stärker ins Blickfeld genommen worden. Fast die Hälfte des Kaders besteht aus deutschen Spielern. Das gab es bei der MT als Erstligist noch nicht. Zu den vordringlichen Zielen meiner Trainingsarbeit gehört es, das Spiel variabel in Abwehr und Angriff zu gestalten. In einigen Spielen waren die Effekte bereits zu beobachten. Darüber hinaus müssen wir die Leistungsschwankungen zwischen den einzelnen Spielen möglichst minimieren. Das ist ein langwieriger Prozess, der auch in der kommenden Saison sicher noch andauern wird. (Bernd Kaiser)



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