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IHK-Umfrage: Personalsuche ist aufwändiger geworden

Sitzung der Vollversammlung drehte sich um das Thema Fachkräftebedarf

Kassel. Dem Fachkräftebedarf hat sich das Parlament der Wirtschaft, die Vollversammlung der IHK Kassel, in der Juni-Sitzung am späten Dienstagnachmittag, 7. Juni, verstärkt gewidmet. Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Ulrich Spengler stellte die Ergebnisse einer aktuell durchgeführten IHK-Umfrage zum Thema vor. „Die Personalsuche ist aufwändiger geworden, aber machbar“, nennt er ein Ergebnis. Für über 50 Prozent der Unternehmen ist es laut Umfrage möglich, innerhalb von zwei Monaten eine Stelle zu besetzen. Über den Stand der Umsetzung der IHK-Initiative zur Verbesserung der Ausbildungsreife und Berufsorientierung berichtete der Projektkoordinator und Leiter des IHK Servicezentrums Eschwege, Dr. Michael Ludwig.

Für die Umfrage zur Fachkräftesituation in der Region Nordhessen und dem Altkreis Marburg hatten die IHK-Mitarbeiter alle Unternehmen ab 20 Mitarbeiter im Kammerbezirk angeschrieben. Industriebetriebe sind mit 40 Prozent der 140 beantworteten Fragebögen leicht überrepräsentiert. Hinsichtlich der aktuell zu besetzenden Stellen sind Facharbeiter und Sachbearbeiter (37 Prozent) besonders gefragt. Relativ gering fällt der Bedarf an kaufmännischen Fach- und Hochschulabsolventen sowie Technikern aus (sechs beziehungsweise fünf Prozent). „Firmen setzen verstärkt auf eigene Weiterqualifizierung“, nennt Spengler einen möglichen Grund für diese Tendenz.

Einen hohen Personalbedarf verorten die befragten Unternehmen in den nächsten zwei Jahren bei Facharbeitern und Auszubildenden. Wenig Interesse herrscht an kaufmännischen (Fach-)Hochschulabsolventen, Technikern und Ungelernten. „Der Bedarf an Facharbeitern ist vor allem bei Industrieunternehmen hoch“, berichtet Spengler. Die befragten Entscheidungsträger sehen teilweise Probleme, den Personalbedarf zu decken – vor allem mit Blick auf technische Hochschulabsolventen (15 Prozent) und ungelernte Arbeitskräfte (zwölf Prozent).

Meistgenutzte Wege bei der Personalsuche sind die Agentur für Arbeit (51 Prozent), Initiativbewerbungen (45), Praktika beziehungsweise Studienarbeiten (44) sowie regionale Zeitungsanzeigen (44). „Wenig Bedeutung, obwohl oft im Gespräch, haben mit acht Prozent Soziale Netzwerke“, sagt Spengler. Von besonderer Bedeutung ist das Thema Qualifikation. „Über 60 Prozent der Bewerber scheitern laut Umfrage  an mangelnden Kenntnissen, über 50 Prozent an der Berufserfahrung“, sagt der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer. „Auch die Menge an Bewerbungen ist oft ein Problem: Die Zeiten als Bewerbungsmappen postsäckeweise angeliefert wurden, sind in vielen Unternehmen vorbei.“

Um den Personal- und Fachkräftemangel entgegenzuwirken, qualifizieren fast 80 Prozent der antwortenden Unternehmen die eigenen Mitarbeiter. „Auch durch Überstunden oder das Verlängern von befristeten Arbeitsverträgen werden Lücken in der Personaldecke ausgeglichen“, berichtet Spengler. Ein weiteres Ergebnis: Vor allem unter den kleinen und mittleren Unternehmen beschäftigen sich zu wenige mit der strategischen Personalplanung.

„Der Startschuss ist gefallen: In allen Landkreisen ist die Vorbereitungsphase abgeschlossen, die Leitprojekte sind vorgestellt und die Schulen kontaktiert“, schildert Dr. Michael Ludwig den Stand der IHK-Initiative Ausbildungsreife und Berufsorientierung in den einzelnen Städten und Landkreisen des Kammerbezirks. „Die IHK-Regionalausschüsse haben sich sehr intensiv mit der Thematik beschäftigt. Die Initiative ist zum festen Bestandteil der Tagesordnung geworden.“ Ludwig verweist auf den Hintergrund des Projekts: den sich abzeichnenden Fachkräftemangel. „Mit dem Leitprojekt Berufswahlbüro und mit darüber hinausgehenden regionsspezifischen Maßnahmen wollen wir den Übergang junger Menschen von den Schulen in die berufliche Bildung deutlich verbessern“, sagt er. In den Berufswahlbüros sollen unter anderem Praktiker-Teams aus Ausbildern und Auszubildenden die Schüler beraten und Betriebspraktika vermitteln.

In der Dezember-Sitzung des vergangenen Jahres hatte die Vollversammlung ein Fördervolumen von maximal 500.000 Euro für die IHK-Initiative im Wirtschaftjahr 2011 bewilligt. Insgesamt hat die IHK Kassel 1,5 Millionen Euro zurückgestellt, wodurch Maßnahmen zur Verbesserung der Ausbildungsreife und Berufsorientierung bestritten werden sollen. Weitere Projekte sollen 2012 und 2013 folgen. In den einzelnen Städten und Landkreisen können die IHK-Regionalausschüsse je nach Bedarf und Prioritätensetzung eigene Schwerpunkte festlegen. Ludwig: „Hinsichtlich der verschieden ausgestalteten Prototypen können wir voneinander lernen.“

Abschließend stellte der Konjunkturexperte der IHK Kassel, Thomas Rudolff, die Ergebnisse der Frühjahrsumfrage vor. „Der IHK-Klimaindex erreicht in vielen Branchen Rekordwerte“, berichtet der Geschäftsführer des Bereichs Kommunikation. Der gewichtete Faktor aus gegenwärtiger Lage und zukünftiger Entwicklung ist über alle nordhessischen Branchen hinweg auf 130,7 Punkte gestiegen (Vorbericht 118,5 Punkte, Vorjahr 108,1 Punkte). Rudolff: „Die Ampeln stehen weiterhin auf grün.“
Den ausführlichen Konjunkturbericht finden Sie auf der IHK-Startseite unter www.ihk-kassel.de. (red)



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