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IHK zeichnet zwei Absolventen der Universität Kassel aus

Kassel. Den Wissenschaftspreis für das Jahr 2010 hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel an zwei Absolventen der Universität Kassel verliehen. Die Jury zeichnete die Dissertation „Umweltschutz bei Errichtung und Betrieb von Windkraftanlagen“ von Dr. Anja Hentschel mit dem Wissenschaftspreis der nordhessischen Wirtschaft aus. Damit verbunden ist ein Preisgeld in Höhe von 5.200 Euro. Zudem überzeugte Dipl.-Ing. Christian Nöding mit seiner Diplomarbeit „Untersuchung eines 3-phasigen Wechselrichters mit nur zwei Hochfrequenz-Transistoren“. Da er am Montagabend aufgrund einer Dienstreise nach China im Sitzungssaal der IHK nicht anwesend sein konnte, nahm als Stellvertreter Dr. Benjamin Sahan den mit 1.600 Euro dotierten Förderpreis entgegen. Sahan arbeitet als Gruppenleiter beim Kompetenzzentrum für Dezentrale Elektrische Energieversorgungstechnik (KDEE) in Kassel und hat Nödings Arbeit betreut. 

Die Untersuchung „Umweltschutz bei Errichtung und Betrieb von Windkraftanlagen“ widmet sich den rechtlichen Problemen der Windkraftnutzung an Land. Dr. Anja Hentschel versucht vor dem Hintergrund des Spannungsgeflechts zwischen Klima- und Umweltschutz, diesen Problemen rechtliche Lösungen zuzuführen. Ein Schwerpunkt hinsichtlich der Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen liegt auf dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, welches auf die Förderung der Windkraftnutzung erheblichen Einfluss hat. „Der Ebene der Raumordnung und Landesplanung kommt in Bezug auf die Steuerung von Windkraftanlagen eine immer größere Bedeutung zu“, sagt Hentschel mit Blick auf die planungsrechtlichen Vorgaben. „Durch die Möglichkeit, bereits auf dieser Ebene Konzentrationszonen für die Windkraftnutzung aufzustellen, können Konflikte, die mit der Nutzung der Windkraft einhergehen, überregional vermieden beziehungsweise in Ausgleich gebracht werden.“ Bei der Steuerung von Windkraftanlagen über Flächennutzungspläne zeigt die Autorin, dass Gemeinden die Wahl zwischen einer Planung das gesamte Gemeindegebiet betreffend haben – oder nur einzelner Teile. Darüber hinaus stellt sie dar, wie Gemeinden eine noch nicht abgeschlossene Planung bezüglich der Konzentration von Windkraftanlagen sichern können. Eine Betrachtung der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung rundet die Dissertation ab. Abschließend schätzt Hentschel die bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich der Konfliktlage bei der Windkraftnutzung ein.

Die 35-jährige Dr. Anja Hentschel arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Öffentliches Recht, Schwerpunkt Recht der Technik und des Umweltschutzes, an der Universität Kassel und habilitiert bei Prof. Dr. Alexander Roßnagel im Bereich des Öffentlichen Rechts. Zwischen 1995 und 2001 hat sie Rechtswissenschaften an der Universität Gießen studiert. Das Abitur hat Hentschel im Gymnasium in Bad Liebenwerda abgelegt (Landkreis Elbe-Elster, Brandenburg). Geboren wurde sie im benachbarten Elsterwerda.

Für Erzeugungsanlagen wie Fotovoltaikanlagen am Mittelspannungsnetz gelten seit 2008 bundesweit neue Regularien: Diese neuen Richtlinien fordern spezielle Eigenschaften der einspeisenden Generatoren, die sich auf die Kosten der Leistungselektronik auswirken, weil umfangreiche Änderungen oder aufwändige Schaltungskonzepte realisiert werden müssen. Dort setzt die Diplomarbeit „Untersuchung eines 3-phasigen Wechselrichters mit nur zwei Hochfrequenz-Transistoren“ von Dipl.-Ing. Christian Nöding an. „Über lediglich zwei Hochfrequenz-Schalter und einer robusten, herkömmlichen niederfrequenten Drehstrombrücke ist es möglich, einen dreiphasigen, sinusförmigen Strom mithilfe eines Mittelspannungstransformators einzuspeisen“, erklärt Nöding. „Dabei können bis auf die Reaktion bei Netzkurzschlüssen alle Forderungen der neuen Mittelspannungsrichtlinie eingehalten werden.“ Der Schwerpunkt der Arbeit lag auf der Steuerung und Regelung des Wechselrichters, zudem wurde die Blindleistungsfähigkeit berücksichtigt. Die Funktionsfähigkeit von Steuerung und Schaltung belegen eine Simulation und eine Inbetriebnahme.

Seit 2009 ist Nöding wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kompetenzzentrum für Dezentrale Elektrische Energieversorgungstechnik (KDEE) in Kassel. Die Hauptinteressen des 27-Jährigen liegen im Bereich der Auslegung und Steuerung von Leistungsumrichtern für dezentrale Energieversorgung sowie anderen leistungselektronischen Geräten. Nöding studierte von 2003 bis 2009 Elektrotechnik an der Universität Kassel. Er erblickte in Homberg das Licht der Welt.

Zuvor hatte IHK-Vizepräsident Jörg L. Jordan die Festgäste begrüßt. „Der Wissenschaftspreis drückt die Wertschätzung der regionalen Wirtschaft gegenüber herausragender wissenschaftlicher Leistung aus“, sagte er. Jordan unterstrich, dass Universität und IHK die in der Region vorhandenen Potenziale in Wissenschaft und Wirtschaft näher zusammenführen wollen. Besonders bedankte er sich beim Leiter des Forschungsreferats der Universität Kassel, Dr. Wolfgang Adamczak. Für Adamczak ist es die letzte Preisverleihung, bevor er im Herbst in den Ruhestand wechselt. „Sie haben entscheidend dazu beigetragen, dass wir diesen Wissenschaftspreis über inzwischen mehr als zwei Jahrzehnte erfolgreich weiterentwickeln konnten und er heute diesen hohen Stellenwert in der Wirtschaft und in der Wissenschaft hat“, sagte der IHK-Vizepräsident.

Über die aktuellen Transferaktivitäten des Landes im Wissenschaftsbereich sprach Dr. Gerrit Stratmann vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Nach der Verleihung des Wissenschaftspreises der nordhessischen Wirtschaft gab es für Unternehmer und Wissenschaftler die Möglichkeit sich auszutauschen.

Stichwort: Wissenschaftspreis der IHK
Den ersten Wissenschaftspreis lobte die IHK Kassel 1984 aus. Im Jahreswechsel wird die Auszeichnung an Absolventen der Universitäten Kassel und Marburg verliehen. Bei gleicher Gelegenheit wird ebenfalls der Förderpreis für Diplomarbeiten vergeben – als Anreiz, um nach weiterer wissenschaftlicher Exzellenz zu streben. (red)



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