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DGB-Jugend legt zweiten Ausbildungsreport vor

Hessen. Mehr als 40 Prozent der Auszubildenden in Hessen machen regelmäßig Überstunden, obwohl bei Einhaltung der Ausbildungsrahmenpläne keine Überstunden notwendig seien. Das ist eines der Ergebnisse des zweiten Ausbildungsreports, den die DGB-Jugend Hessen-Thüringen vorgelegt hat. Abteilungsleiter Holger Kindler: „Die Angaben der Auszubildenden zeigen: Oft werden die geleisteten Überstunden weder bezahlt noch durch Freizeit ausgeglichen. Auszubildende werden zu billigen Arbeitskräften. Es fehlt ihnen die Zeit zum Lernen für die Berufsschule. Der Abschluss ist gefährdet.“ Die Ausbildungsbetriebe müssten beweisen, dass sie ausbildungsreif sind, und die Kammern dürften ihre Überwachungspflicht nicht länger vernachlässigen.

Der Jugendbildungsreferent des DGB Nordhessen, André Schönewolf, ergänzt: „Zwar freuen wir uns über den Anstieg an abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. Aber von einer Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt kann überhaupt nicht die Rede sein. Von den 4421 Jugendlichen, die bei der Bundesagentur für Arbeit nach einem Ausbildungsplatz gesucht haben, sind nur 2252 fündig geworden.“ Die übrigen BewerberInnen mussten zwangsläufig zurück auf die Schule, in Freiwilligendienste oder landeten in berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen.

„Hinzu kommt die oftmals miese Qualität in manchen Ausbildungsberufen“, so Schönewolf. „Insbesondere im Hotel- und Gaststättengewerbe herrschen mitunter katastrophale Bedingungen. Wir kennen Köchinnen und Köche, die bis zu 30 Überstunden in der Woche leisten.“ Der DGB-Bezirksjugendsekretär Holger Kindler ergänzt aus den Daten des Ausbildungsreports: „Knapp die Hälfte der Köchinnen  und Köche hat keinen Ausbildungsplan. Ein Drittel von ihnen darf die Berufsschulzeiten nicht auf die Arbeitszeit anrechnen, viele haben in der Freizeit Probleme, sich zu erholen.“

Statt permanent den Jugendlichen ihre angeblich fehlende Ausbildungsreife vorzuhalten, seien es die Betriebe selbst, die nicht ausbildungsreif sind.

Für den Ausbildungsreport der DGB-Jugend Hessen-Thüringen wurden in diesem Jahr 1.823 Auszubildende befragt. Sie werden in den 25 Berufen ausgebildet, die laut Bundesinstitut für Berufsbildung am häufigsten gewählt wurden. Abgefragt wurden wie schon im vergangenen Jahr unter anderem die Vergütung, die Arbeitszeiten, Überstunden und die Betreuung durch die AusbilderInnen und deren fachliche Anleitung. Außerdem wurde nach der beruflichen Perspektive gefragt, ob die Auszubildenden nach ihrem Abschluss übernommen werden oder nicht. Die Daten wurden wieder vom Institut für sozialpädagogische Forschung in Mainz, ism, aufbereitet. (red)



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